Bande, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bande · Nominativ Plural: Banden
Aussprache
WorttrennungBan-de
Wortbildung mit ›Bande‹ als Erstglied: ↗Bandenbekämpfung · ↗Bandenbildung · ↗Bandenchef · ↗Bandendiebstahl · ↗Bandenführer · ↗Bandenkrieg · ↗Bandenkriminalität · ↗Bandenmitglied · ↗Bandenunwesen · ↗Bandenwesen
 ·  mit ›Bande‹ als Letztglied: ↗Aasbande · ↗Bettlerbande · ↗Diebesbande · ↗Diebsbande · ↗Einbrecherbande · ↗Falschmünzerbande · ↗Gangsterbande · ↗Gaunerbande · ↗Jugendbande · ↗Lügenbande · ↗Mordbrennerbande · ↗Musikbande · ↗Mörderbande · ↗Rasselbande · ↗Rockerbande · ↗Räuberbande · ↗Saubande · ↗Schauspielerbande · ↗Schleuserbande · ↗Schmugglerbande · ↗Schwefelbande · ↗Schweinebande · ↗Terrorbande · ↗Verbrecherbande · ↗Viererbande · ↗Zigeunerbande
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abwertend zu gemeinsamem, schlimmem Zweck verbundene Schar, Horde
Beispiele:
eine Bande von Mordbrennern, Brandstiftern, Tagedieben, Abenteurern
eine bewaffnete, sengende, lärmende, johlende, meuternde Bande
er gehörte einer berüchtigten Bande an, war Mitglied der festgenommenen Bande gewesen
eine Bande hatte sich gebildet, machte die Gegend unsicher, stürmte die Läden
eine Bande unschädlich machen, aburteilen
er war der Anführer der Bande gewesen, hatte sich an die Spitze der Bande gestellt
2.
salopp, abwertend, scherzhaft bezeichnet eine größere Anzahl von Kindern, Jugendlichen
Beispiele:
so eine Bande!
ihr seid mir eine schöne, wilde, faule Bande
die ganze lustige, ausgelassene Bande zog lärmend ab
3.
veraltet Truppe
Beispiel:
eine Bande von Musikanten, Schauspielern, Straßensängern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bande1 f. ‘Rotte, Horde, Schar’ von Soldaten, Musikanten, zu Anfang des 15. Jhs. aus mfrz. frz. bande ‘Truppe’ entlehnt. Dies ist über gleichbed. aprov. banda entweder unmittelbar aus dem Germ. herzuleiten (vgl. got. bandwa f. neben got. bandwō f. ‘Zeichen’) oder durch Vermittlung von spätlat. bandum (Plur. banda) ‘Feldzeichen’, mlat. auch ‘Truppenabteilung’, aus dem Germ. entlehnt. Für das Roman. ist von einer Bedeutung ‘Truppe unter einer gemeinsamen Fahne’ (vgl. nhd.Fähnlein, s. d.) auszugehen. Der im heutigen Dt. vorherrschende abschätzige Sinn entwickelt sich im 18. Jh. aus Verbindungen, in denen Bande auf Gesindel, Diebe, Räuber bezogen wird.

Bande2 f. ‘erhabener fester Rand, seitliche Einfassung’ einer Fläche (Billardtisch, Spielfeld) oder einer Bahn (Kegel-, Reitbahn). Als Entlehnung (18. Jh.) von gleichbed. frz. bande hat es seine Vorstufe in afrz. bende, bande ‘Binde, Band’, das selbst germ. Ursprungs ist und auf ein Verbalsubstantiv (vgl. ahd. binta, nhd. Binde) zu ↗binden (s. d.) entweder unmittelbar oder über lat. Vermittlung (vgl. mlat. binda, benda) zurückgeht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bande · ↗Clique · ↗Combo · ↗Freundeskreis  ●  ↗Blase  abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
Bande · ↗Begrenzung · ↗Spielfeldbegrenzung
Synonymgruppe
Bande · ↗Gang · ↗Gaunerbande · ↗Syndikat · ↗Verbrecherbande · ↗Verbrecherorganisation · kriminelle Organisation · kriminelle Vereinigung  ●  ↗(eine) Mafia  fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(wilder) Haufen  abwertend · ↗Horde  abwertend · ↗Meute  abwertend · ↗Rotte  Jargon · (unzivilisierte) Bande  derb · ↗Mob  derb, abwertend · ↗Pack  derb, abwertend · ↗Saubande  derb, stark abwertend · ↗Schweinebande  derb, stark abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anführer Autodieb Drogenhändler Krimineller Verbrecher agierend auffliegen ausheben bewaffnet entwaffnen erbeuten jugendlich konkurrierend konterrevolutionär kriminell mafios marodierend operierend organisiert paramilitärisch rivalisierend rumänisch schmuggeln spezialisieren terroristisch verfeindet vietnamesisch zart zerschlagen überfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bande‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vermutlich gehören die Täter zu einer organisierten Bande, die sich auf solche Überfälle spezialisiert hat.
Die Welt, 24.02.2004
Betteln von Kindern verbieten Politiker überlegen, wie den organisierten Banden beizukommen ist.
Der Tagesspiegel, 25.10.2002
Er hebt die gemeinsamen »Bande des Blutes« zwischen beiden Völkern hervor.
o. A.: 1937. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 7566
Damals wollte er immer eine Bande anführen, aber es gelang ihm nur zweimal.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 305
Aber das will ich Dir mitteilen: lass diese ganze Bande links liegen.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 30.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Zitationshilfe
„Bande“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bande#1>, abgerufen am 15.10.2019.

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Bande, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bande · Nominativ Plural: Banden
Aussprache
WorttrennungBan-de
Wortbildung mit ›Bande‹ als Erstglied: ↗Bandenwerbung
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Sport fester Rand, feste Einfassung einer Spielfläche (z. B. Billardtisch, Kegelbahn), eines Spielfeldes (z. B. beim Eishockey) oder einer Bahn (z. B. Reitbahn)
Beispiele:
Die Bälle scheppern [beim Tischfußball] gegen das Holz der Banden oder klackern laut ins Tor. […] [Welt am Sonntag, 05.04.2015, Nr. 14]
Zum Abschlusstraining sind 50 Kinder gekommen. Einige klettern über die Bande und spielen mit den Bällen, die der Wind hinter das Tor getragen hat. [Der Tagesspiegel, 06.09.2003]
Er war dort, wie schon oft, nach dem Eishockeytraining noch geblieben und hatte von der Bande aus den Mädchen zugeschaut, die Hand in Hand zu Doris Day, Perry Como und Billy Vaughn ihre Runden drehten. [Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 40]
Der TV-Zuschauer empfängt je nach Herkunftsland unterschiedliche Reklame auf den Banden am Spielfeldrand. [Der Spiegel, 05.05.1997, Nr. 19]
Mit Effet [die Billardkugel] spielen, gerade Linien über das Tuch ziehen und nach der Touchierung von drei oder mehr Banden die Kugeln treffen, dazu sind alle wirklich guten Spieler in der Lage. [Der Spiegel, 23.11.1987, Nr. 48]
Quelle: DWDS, 2017
Phrasem:
über (die) Bande spielen (= jmdn. indirekt, über Mittelspersonen (verbal) attackieren)
Beispiele:
Nun wird miteinander und gegeneinander gestritten. Während nach außen friedliche Harmonie vorgegaukelt wird, versuchen die Top-Manager sich hinter vorgehaltener Hand gegenseitig madig zu machen. Dabei scheuen sie offenbar auch nicht davor zurück, über Bande Interna nach außen zu spielen. [Der Spiegel, 19.12.2005, Nr. 51]
Deswegen wissen gute Kommunikationsberater, dass sie vielleicht nicht alles sagen sollten […], aber niemals das Falsche: Es wird irgendwann herauskommen und dann ist ihr Ruf ruiniert […]. Externe können mitunter freier sprechen, auch bei vielleicht heiklen Dingen. Da spielen manche Unternehmen gerne über Bande. [Süddeutsche Zeitung, 05.10.2016]
Aufmerksam wurde in Steinmeiers Umfeld registriert, wie die CDU-Chefin die Kritik geschickt »über Bande« spielte. Sie nannte ihren Kabinettskollegen nicht namentlich, sondern antwortete in einer Pressekonferenz mit dem österreichischen Kanzler auf die Frage, die ein Journalist explizit zum Treffen von sechs EU-Außenministern stellte. [Spiegel, 06.07.2016 (online)]
2.
Physik Vielzahl eng benachbarter Spektrallinien
Beispiele:
Bei einem Dopingtest wird das Epo aus dem Urin isoliert, in Spuren auf ein Gel aufgetragen und einem elektrischen Feld ausgesetzt. So entsteht ein Spektrum von Banden, die sich künstlichem oder natürlichem Epo zuordnen lassen. [Der Spiegel, 21.07.2008, Nr. 30]
Heiße Festkörper zeigen weder Banden noch Linien, sondern fortlaufende kontinuierliche Spektren, die keine Elementbestimmung erlauben. […] [baufuesick.wordpress.com, 24.06.2014]
Im Spektrum treten eine intensive schmale Bande bei 2 070 cm-1 und zwei Banden geringerer Intensität bei 2110 und 2 145 cm-1 auf. [o. A.[Autorenkollektiv]: Chemie der Pseudohalogenide, Heidelberg: Hüthig 1979 [1978], S. 358]
Von anderen Seiten sind als Wärmeschutzmittel Xylol und Schwefelkohlenstoff empfohlen worden, vermutlich im Hinblick auf die starken Absorptionsbanden dieser Stoffe im Ultrarot. Diese Banden liegen indessen zu weit vom sichtbaren Spektrum entfernt, als daß sich die Absorption im Maximum der Wärmewirkung, also dicht hinter der Grenze des Rot, als genügend wirksam erweisen könnte. [Polytechnische Schau. In: Dinglers Polytechnisches Journal (Hg. E. Jahnke), Jg. 1916/331, S. 7-15. Berlin, 1916.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bande1 f. ‘Rotte, Horde, Schar’ von Soldaten, Musikanten, zu Anfang des 15. Jhs. aus mfrz. frz. bande ‘Truppe’ entlehnt. Dies ist über gleichbed. aprov. banda entweder unmittelbar aus dem Germ. herzuleiten (vgl. got. bandwa f. neben got. bandwō f. ‘Zeichen’) oder durch Vermittlung von spätlat. bandum (Plur. banda) ‘Feldzeichen’, mlat. auch ‘Truppenabteilung’, aus dem Germ. entlehnt. Für das Roman. ist von einer Bedeutung ‘Truppe unter einer gemeinsamen Fahne’ (vgl. nhd.Fähnlein, s. d.) auszugehen. Der im heutigen Dt. vorherrschende abschätzige Sinn entwickelt sich im 18. Jh. aus Verbindungen, in denen Bande auf Gesindel, Diebe, Räuber bezogen wird.

Bande2 f. ‘erhabener fester Rand, seitliche Einfassung’ einer Fläche (Billardtisch, Spielfeld) oder einer Bahn (Kegel-, Reitbahn). Als Entlehnung (18. Jh.) von gleichbed. frz. bande hat es seine Vorstufe in afrz. bende, bande ‘Binde, Band’, das selbst germ. Ursprungs ist und auf ein Verbalsubstantiv (vgl. ahd. binta, nhd. Binde) zu ↗binden (s. d.) entweder unmittelbar oder über lat. Vermittlung (vgl. mlat. binda, benda) zurückgeht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bande · ↗Clique · ↗Combo · ↗Freundeskreis  ●  ↗Blase  abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
Bande · ↗Begrenzung · ↗Spielfeldbegrenzung
Synonymgruppe
Bande · ↗Gang · ↗Gaunerbande · ↗Syndikat · ↗Verbrecherbande · ↗Verbrecherorganisation · kriminelle Organisation · kriminelle Vereinigung  ●  ↗(eine) Mafia  fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(wilder) Haufen  abwertend · ↗Horde  abwertend · ↗Meute  abwertend · ↗Rotte  Jargon · (unzivilisierte) Bande  derb · ↗Mob  derb, abwertend · ↗Pack  derb, abwertend · ↗Saubande  derb, stark abwertend · ↗Schweinebande  derb, stark abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anführer Autodieb Drogenhändler Krimineller Verbrecher agierend auffliegen ausheben bewaffnet entwaffnen erbeuten jugendlich konkurrierend konterrevolutionär kriminell mafios marodierend operierend organisiert paramilitärisch rivalisierend rumänisch schmuggeln spezialisieren terroristisch verfeindet vietnamesisch zart zerschlagen überfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bande‹.

Zitationshilfe
„Bande“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bande#2>, abgerufen am 15.10.2019.

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