Bammel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bammels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBam-mel
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich, salopp Bammel habenAngst haben
Beispiele:
er hatte vor der Prüfung, vor dem Zusammentreffen, vor ihr (einen) mächtigen, höllischen Bammel
mit allem schuldigen Bammel vor wirtschaftlichen Notwendigkeiten [A. ZweigGrischa96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bammel · bammeln
Bammel m. ‘etw. schaukelnd Herabhängendes, Troddel, Quaste’, Bampel (16. Jh.; s. auch ↗Bummel, ↗Bommel), zu bammeln Vb. ‘schaukelnd sich hin und her bewegen’ (16. Jh.), ein die Bewegung symbolisierendes Verb (s. auch ↗baumeln). In neuerer Sprache steht Bammel für ‘Angst’ (Mitte 19. Jh.), gewöhnlich in der umgangssprachlichen Wendung Bammel haben ‘Angst haben’. Die etymologische Herleitung der Wendung ist offen. Wolf Rotw. 43 erklärt es als Metathesis von jidd. baal emoh ‘Furchtsamer’. Eher jedoch ist Bammel hier als Rückbildung von bammeln ‘schaukelnd sich hin und her bewegen’ (s. oben) zu verstehen, das als Übertragung die ängstliche Unsicherheit bei Gefahr oder vor einer wichtigen Entscheidung meint.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angst · ↗Angstgefühl · ↗Bedenken · ↗Bedrohungsgefühl · ↗Befürchtung · ↗Beklemmung · ↗Beklommenheit · ↗Furcht · ↗Scheu · ↗Sorge  ●  Bammel  ugs. · ↗Flattermann  ugs. · ↗Fracksausen  ugs. · Manschetten  ugs. · ↗Muffe  ugs. · ↗Muffensausen  ugs. · ↗Schiss  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bammel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist riskant, ich hatte Bammel, wie die Vergleiche ausfallen würden.
Die Welt, 07.09.2005
Bammel im eigentlichen Sinn, nein, das kann man wirklich nicht sagen.
Süddeutsche Zeitung, 23.08.1996
Sie versuchte, den Bammel des Rollos mit dem Mund zu schnappen.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 325
Er sieht ihn halb für einen Hampelmann an, halb hat er Bammel.
Gaiser, Gerd: Schlußball, München: Hanser 1958 [1958], S. 109
Vor dieser seiner Menschlichkeit hatten Lehrer und Kinder einen Bammel.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 135
Zitationshilfe
„Bammel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bammel>, abgerufen am 14.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Bamigoreng
Bambusvorhang
Bambusstock
Bambusstange
Bambusstab
bammeln
Bämpel
bamstig
banal
banalisieren