Badekur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungBa-de-kur
eWDG, 1967

Bedeutung

Kur mit Heilbädern
Beispiel:
eine Badekur verordnet bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kur · Badekur · Hungerkur · Pferdekur · Wunderkur · Kurgast · Kurort · Kurpfuscher · kurpfuschen · kurieren · kuren
Kur f. ‘Heilverfahren’, besonders ‘mit dem Aufenthalt in einem Badeort oder Sanatorium verbundene medizinische Behandlung’. Lat. cūra ‘Sorge, Fürsorge, Behandlung, Besorgnis’, dessen Ursprung ungeklärt ist, bleibt in der medizinischen Terminologie im Sinne von ‘Krankenpflege, Heilbehandlung’ lebendig und wird so Ende des 15. Jhs. als Cur ins Dt. entlehnt (daneben frühnhd. Cure, Chur, in gelehrten Texten bis ins 17. Jh. noch Cura). Die Schreibung Kur findet sich vom 17. Jh. an gelegentlich, setzt sich aber erst um 1900 durch. Das Substantiv erscheint in Komposita wie Badekur f. ‘Anwendung von Heilbädern’ (18. Jh., zuvor Badencur, 17. Jh.); Hungerkur f. ‘Fastendiät’ (18. Jh.); Pferdekur f. ‘Behandlung mit drastischen Mitteln’, ursprünglich ‘tierärztliche Versorgung eines Pferdes’ (17. Jh.); Wunderkur f. ‘Kur mit ungewöhnlichem, an ein Wunder grenzendem Heilerfolg’ (17. Jh.); Kurgast m. ‘wer sich zur Kur oder zur Erholung in einem Badeort aufhält’ (18. Jh.); Kurort m. ‘Erholungs-, Badeort’ (2. Hälfte 19. Jh.); Kurpfuscher m. ‘wer ohne abgeschlossene medizinische Ausbildung unberechtigt Kranke behandelt’, abschätzig auch ‘schlechter, unfähiger Arzt’ (Ende 18. Jh., zuerst in Österreich), woran sich jüngeres kurpfuschen Vb. ‘sich als Kurpfuscher betätigen’ (19. Jh.) anschließt (zum Grundwort s. ↗pfuschen). kurieren Vb. ‘mit Erfolg ärztlich behandeln, heilen’ (16. Jh.), nach lat. cūrāre ‘Sorge tragen, besorgen, pflegen, heilen’ (abgeleitet von lat. cūra, s. oben). kuren Vb. ‘eine Kur machen’ (anfangs auch synonym mit kurieren), denominative Bildung des ausgehenden 18. Jhs., jedoch erst im 20. Jh. stärker verbreitet.

Typische Verbindungen
computergeneriert

ambulant klassisch offen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Badekur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Uns liegt es fern, an Badekuren zu denken, wir toben durch die gewundenen Straßen.
Die Zeit, 28.04.1989, Nr. 18
Einmal hatte ich mir selbst eine Badekur in Scheveningen verordnet.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 2028
Aber, wer bekommt denn heute noch eine medizinische Badekur verordnet und bleibt gar vier Wochen am Ort?
Der Tagesspiegel, 12.10.2003
Offene Badekuren können auch nach geltendem Recht nur im regulären Urlaub gemacht werden.
Der Spiegel, 19.09.1983
Gefolgschaftsmitglieder, die glauben, zur Wiederherstellung ihrer Arbeitskraft zusätzlich eine Badekur machen zu müssen, brauchen hierzu eine Begutachtung durch den Vertrauensarzt.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 07.01.1945
Zitationshilfe
„Badekur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Badekur>, abgerufen am 23.09.2019.

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