Büttel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Büttels · Nominativ Plural: Büttel
Aussprache
WorttrennungBüt-tel
Wortbildung mit ›Büttel‹ als Erstglied: ↗Bütteldienst  ·  mit ›Büttel‹ als Letztglied: ↗Polizeibüttel · ↗Rechtsbüttel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Wächter der Ordnung
a)
abwertend Polizist
Beispiele:
wahllos verhafteten die Büttel die Demonstranten
Die Schnüffler und Büttel der Gestapo lauern überall [BredelEnkel83]
b)
veraltet Gerichtsbote, Häscher
Beispiel:
Du Büttel, den der Kaiser uns gesendet [WildenbruchQuitzowsIII 14]
2.
abwertend jmd., der zu (niedrigen) Dienstleistungen missbraucht wird
Beispiele:
jmds. Büttel sein
ich bin nicht dein Büttel!
Die Lehrerschaft wird, obwohl sie sich ... dagegen gewandt hat, zu Bütteln der Kirche gemacht [Thälm.Reden1,546]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Büttel m. ‘Ordnungshüter, Polizist’, heute nur abschätzig ‘obrigkeitshöriger Diener’. Ahd. butil ‘Diener des Königs, Gerichtsdiener’ (9. Jh.), mhd. bütel ‘Bote, Diener’, asächs. budil, mnd. bȫdel, mnl. bōdel, nl. beul, aengl. bydel bezeugen die westgerm. Verbreitung des ablautend zu ↗bieten (s. d.) gehörenden Nomen agentis auf -ila-; westgerm. *budila- (s. ↗Pedell) bedeutet eigentlich ‘der den Willen, die Anordnung der Obrigkeit Bekanntmachende’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Büttel · ↗Scherge · käuflicher Verräter  ●  ↗Fänger  veraltet · ↗Häscher  veraltet · ↗Henkersknecht  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Amtsdiener · ↗Fronbote · ↗Gerichtsdiener · ↗Saaldiener  ●  Büttel  veraltet
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Büttel · ↗Diener · ↗Knappe · ↗Knecht · ↗Lakai · Subalterner
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Reisiger · reisiger Knecht
Assoziationen
Synonymgruppe
Büttel · ↗Handlanger  ●  ↗(jemandes) Lakai  abwertend · ↗(jemandes) Laufbursche  abwertend · ↗(jemandes) Bimbo  derb, abwertend · Arsch vom Dienst  derb · Mädchen für alles  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amerikaner Atomindustrie Henker Industrie Justiz Kapital Kapitalismus Macht Regime Scherge Staat mißbrauchen willfährig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Büttel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über den Einfluß der Schule und der Eltern, die sich zu deren Bütteln machen, war schon die Rede.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 189
Ich gehöre zu ihnen, und ich mache nicht den Büttel.
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2000
Die Revolution läßt die Herren Herren und die Büttel Büttel bleiben, die Ideale sind verschlissen, der Schrei nach Veränderung, nach Anarchie ist sinnlos.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 95
Eines Tages fand er den Büttel vor der Tür und seine bewegliche Habe auf dem Hausflur.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 457
So fiel ihnen das Amt eines Büttels, Spions und Verwalters der öffentlichen Ordnung, Moral und Wohlfahrt zu.
Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1882
Zitationshilfe
„Büttel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Büttel>, abgerufen am 19.04.2019.

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