Büschel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Büschels · Nominativ Plural: Büschel
Aussprache
WorttrennungBü-schel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Büschel‹ als Erstglied: ↗büschelig · ↗büschelweise · ↗büschlig
 ·  mit ›Büschel‹ als Letztglied: ↗Bartbüschel · ↗Beerenbüschel · ↗Ebenenbüschel · ↗Federbüschel · ↗Geradenbüschel · ↗Grasbüschel · ↗Haarbüschel · ↗Heubüschel · ↗Kreisbüschel · ↗Kurvenbüschel · ↗Mohnbüschel · ↗Punktbüschel · ↗Strahlenbüschel · ↗Strohbüschel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
viele dünngewachsene und langgewachsene Dinge gleicher Art
Beispiele:
über seine Stirn hing ein Büschel struppiger, grauer Haare herab
ein Büschel Flachs, Kornähren, Zwiebeln
traubenförmige Büschel
Gras, arm selig wie Strandhafer, sproßte in Büscheln [ViebigBerliner Novellen115]
2.
Mathematik alle Geraden einer Ebene, die sich in einem Punkte schneiden; alle Ebenen, die sich in einer Geraden schneiden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Busch · buschig · Gebüsch · Büschel
Busch m. ‘Strauch’, ahd. busc, bosc (Hs. 12. Jh.), mhd. busch, bosch(e), asächs. -busc, mnd. busch, mnl. bosch, busch, nl. bos, engl. bush, dän. busk, schwed. buske. Das Hauptproblem der Etymologie liegt im Verhältnis der germ. Formen zur mlat.-roman. Wortgruppe mlat. boscus, buscus ‘Wald, Gebüsch’, aprov. bosc, afrz. bois, bos(c), frz. bois, ital. bosco. Fraglich ist, ob eine Entlehnung aus dem Roman. ins Germ. oder umgekehrt aus dem Germ. ins Roman. stattgefunden hat. Nimmt man für Busch germ. Ursprung an (germ. *buska-), so ist die gesamte Wortgruppe zur s-Erweiterung der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ zu stellen (s. ↗Beule, ↗Bausch). Dagegen gibt es für die mlat.-roman. Formen außerhalb des Germ. keinen sicheren Anknüpfungspunkt. Auffällig bleibt die relativ späte Bezeugung in den einzelnen germ. Sprachen, doch machen die hier bezeugte weite Verbreitung und die Möglichkeit eines etymologischen Anschlusses eine Entlehnung der mlat.-roman. Formen aus dem Germ. wahrscheinlich. Die Redensart auf den Busch klopfen ‘zu erfahren suchen, was hinter einer Angelegenheit steckt’ wird aus der Jägersprache übernommen, eigentlich ‘klopfen, um das verborgene Wild aufzuscheuchen’. buschig Adj. ‘mit Büschen bestanden’ (16. Jh.), dem spätmhd. buscheht (bis Mitte 19. Jh. noch buschicht) voraufgeht; nhd. auch ‘mit Haaren dicht bewachsen’. Gebüsch n. ‘Gesträuch’, spätmhd. gebüsche. Büschel n. ‘Bündel’, ahd. buskillī(n) (11. Jh.), buskila (Hs. 12. Jh.), mhd. büschel, eigentlich ‘kleiner Busch’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blatt Blume Blüte Büschel Gras Haar Kopf Ohr Pflanze Stirn abschneiden abstehen ausreißen ausrupfen binden dicht dick grün hangen hängen reißen rupfen schmücken sprießen wachsen weiß wuchern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Büschel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Haar steht in irren Büscheln von seinem Kopf ab, unmöglich.
Die Zeit, 04.10.2010, Nr. 40
Grasähnliche Büschel, die dabei entstehen, gaben der Gruppe ihren Namen.
Süddeutsche Zeitung, 23.10.2003
Was er als letztes von der Wirklichkeit sah, war ein Büschel blonder, blutiger Haare.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 26
Die weißen wirren Büschel richten sich auf, umgeben seine Stirn mit einer Aura des Entsetzens.
Kunert, Guenter: Im Namen der Huete. Muenchen: Carl Hanser Verlag, 1967, S. 147
In der linken, krampfhaft verschlossenen Faust hielt er ein dichtes Büschel hellblonden Haares.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 374
Zitationshilfe
„Büschel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Büschel>, abgerufen am 17.10.2019.

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