Bücherregal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Nebenform Buchregal · Substantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungBü-cher-re-gal · Buch-re-gal
WortzerlegungBuchRegal1
eWDG, 1967

Bedeutung

Beispiele:
ein hohes, breites Bücherregal
die eine Wand des Zimmers war mit Bücherregalen bedeckt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regal · Bücherregal
Regal n. ‘Gestell mit Fächern für Bücher, Haushaltsgegenstände, Waren’, zuerst 1634 im typographischen Gewerbe (‘Gestell für Setzkästen’) nachweisbar, seit dem letzten Viertel des 17. Jhs. allgemein gebräuchlich (im 18./19. Jh. auch in der Variante Real); vgl. die nd. Formen Riōle f., Rijōl n. ‘Bord, Fach, Regal’ (18. Jh.), Reōl, Rajōl n. ‘Regal’ (19. Jh.), ferner (aus dem Nd.?) nl. riool n. ‘Setzregal’ als Druckereiwort (dagegen mnl. riōle f., nl. riool n. ‘Wasserablauf, Abwasserkanal’, wohl nach frz. rigole ‘kleiner Wassergraben, Rinne’). Die Herkunft des dt. Substantivs ist bisher nicht befriedigend geklärt. Einleuchtend erscheint die (schon von Frisch vertretene) Annahme eines Zusammenhangs mit ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’, mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben’ und (durch Ablaut und grammatischen Wechsel unterschieden) rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’ (s. ↗Riege und ↗Reihe). Nur ein mittelbarer Anschluß ergibt sich allerdings, wenn verschiedentlich Übernahme (in der Kaufmannssprache?) von ital. riga ‘Reihe, Streifen, Linie, Zeile, Lineal’ vermutet wird, das seinerseits aus dem Langobard. stammt. Hierfür könnte sprechen, daß Regal im 18. Jh. auch die Bedeutung ‘Lineal’ hat. Offen bleibt jedoch, wie die dt. Wortform zustande kommt. Ist an Einflüsse synonymer Ausdrücke wie ↗Lineal (s. d.) oder ital. scaffale ‘Regal’ zu denken? Kann Angleichung an im älteren Nhd. geläufige Substantive wie den Rechtsterminus Regal(e) n. ‘vom feudalen Staat verliehenes Hoheitsrecht’ (15. Jh., aus gleichbed. mlat. regale, substantiviertem Neutr. von lat. rēgālis ‘dem König zukommend, königlich’) oder die Instrumentenbezeichnung Regal n. ‘nur mit wenigen Zungenpfeifen ausgestattete kleine Orgel’ (Anfang 16. Jh., später auch für bestimmte Register in großen Orgeln, wohl ebenfalls von lat. rēgālis) vorliegen? Lautliche und semantische Anknüpfungsmöglichkeiten lassen sich ferner bei lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel’, mnl. reghele, regle ‘Reihe, gerade Linie, Lineal, Regel’, mnl. rijghel ‘Riegel, Latte’, nl. richel ‘Leiste, Querbalken, Lattengestell, Bord, Sims’ finden (vgl. weitere Formen unter ↗Regel und ↗Riegel, s. d.). Bücherregal n. (Ende 17. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was bedeutet Ihnen persönlich ein Bücherregal, was verbinden Sie damit?
Die Zeit, 16.07.2012 (online)
Wenn sie in ihrem Bett lag, schaute sie auf Bücherregale bis an die 3 Meter 80 hohe Decke.
Der Tagesspiegel, 07.06.2002
Er fluchte und klammerte sich mit der Hand am Bücherregal fest.
Biller, Maxim: Horwitz erteilt Lubin eine Lektion. In: ders., Wenn ich einmal reich und tot bin, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1990, S. 29
Sie kam mit einem allenfalls zur Hälfte gefüllten Bücherregal aus.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 103
Für viele jedoch wird es wohl nur ein preiswertes Alibi fürs Bücherregal gewesen sein.
Der Spiegel, 15.06.1987
Zitationshilfe
„Bücherregal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bücherregal>, abgerufen am 16.10.2019.

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