Böe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Böe · Nominativ Plural: Böen
Nebenform · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: · Nominativ Plural: Böen
HerkunftNiederländisch
Wortbildung mit ›Böe‹ als Erstglied: ↗böig  ·  mit ›Böe‹ als Letztglied: ↗Donnerbö · ↗Donnerböe · ↗Fallbö · ↗Fallböe · ↗Gewitterbö · ↗Gewitterböe · ↗Hagelbö · ↗Hagelböe · ↗Regenbö · ↗Regenböe · ↗Schneebö · ↗Schneeböe · ↗Sonnenbö · ↗Sonnenböe · ↗Sturmbö · ↗Sturmböe · ↗Windbö · ↗Windböe
eWDG, 1967

Bedeutung

häufig mit Niederschlag verbundener, heftiger Windstoß, dessen Richtung und Geschwindigkeit stark schwankt
Beispiele:
eine kalte, heiße, wilde, schwere, plötzliche, heulende Böe
eine Böe elften, zwölften Grades
die Böe rast, zerreißt die Segel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bö · Böe
, auch Böe f. ‘heftiger Windstoß’. Im 17. Jh. wird nl. bui als Seemannswort ins Dt. übernommen. Es erscheint anfangs unverändert, dann in den oben genannten Formen, die der nl. Lautung angeglichen sind. Aus dem Nl. oder Nd. entlehnt sind dän. byge, schwed. by. Die etymologische Herleitung ist unsicher. Vielleicht besteht Verwandtschaft mit aslaw. bujь ‘wild, töricht’, aruss. buij, buj ‘tapfer, wild’, russ. bújnyj (буйный) ‘stark, heftig, ungestüm’, so daß nl. bui (germ. *būjō?) an die Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (s. ↗Beule) anzuschließen wäre.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bö · Böe · ↗Luftstoß · Luftwoge · ↗Windstoß
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergland Hagel Küstenbereich Mäßiger Nordseeküste Orkan Orkanstärke Orkantief Sonnenwind Spitzengeschwindigkeit Starkregen Stundenkilometer Sturmböe Sturmstärke Sturmtief Unwetter Windgeschwindigkeit Windstärke auffrischen eisig entwurzeln fegen heftig hinwegfegen orkanartig peitschen sturmartig stürmisch umreißen wehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Böe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt kommt die große Böe und treibt dich da runter.
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2002
Ohne zu zögern, würde man mit ihm in die nächste Böe fliegen.
Die Zeit, 01.08.1997, Nr. 32
Er küßt sie, bis sie so leicht ist, daß er sie festhalten muß, wenn eine Böe kommt, Überfluß.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 214
Als ich aufstand, zwangen mich die Böen in die Knie.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 329
Immer schneller kommen die Böen, bis der erste Schauer Ellis Füße erwischt.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 139
Zitationshilfe
„Böe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Böe>, abgerufen am 14.10.2019.

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