Auslieferung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Auslieferung · Nominativ Plural: Auslieferungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAus-lie-fe-rung
Wortzerlegungausliefern-ung
Wortbildung mit ›Auslieferung‹ als Erstglied: ↗Auslieferungsantrag · ↗Auslieferungsbegehren · ↗Auslieferungsersuchen · ↗Auslieferungshaft · ↗Auslieferungslager · ↗Auslieferungsvertrag · ↗Auslieferungszustand
 ·  mit ›Auslieferung‹ als Letztglied: ↗Güterauslieferung · ↗Schulbuchauslieferung · ↗Verlagsauslieferung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Übergabe in jmds. Gewalt, besonders von einem Land ins andere
Beispiele:
die Auslieferung eines Flüchtlings, Gefangenen, Verbrechers, Mörders
die Auslieferung an die Gerichte, an eine Behörde, an einen Staat
jmds. Auslieferung beschließen, fordern, erzwingen, verweigern
2.
Wirtschaft
entsprechend der Bedeutung von ausliefern (Lesart 2)
Beispiele:
die Auslieferung der Waren, Güter
Druckerei die Auslieferung der 2. Auflage erfolgt am 15. März
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

liefern · abliefern · Ablieferung · ausliefern · Auslieferung · überliefern · Überlieferung · Lieferant · Lieferung
liefern Vb. ‘bestellte Ware an einen vereinbarten Ort bringen, zustellen, produzieren, erzeugen’. Aus der hanseatischen Kaufmannssprache wird li(e)vern (um 1400), li(e)bern, li(e)fern (15. Jh.) ins Hd. aufgenommen. Vorauf geht mnd. (Mitte 14. Jh.), mnl. lēveren ‘liefern’, das aus gleichbed. afrz. livrer (dazu s. ↗Livree) entlehnt ist. Zugrunde liegt lat. līberāre ‘frei-, losmachen, befreien’ (zu lat. līber ‘frei’), mlat. auch ‘(fort)schicken’ sowie ‘geben, aushändigen, ausliefern, leisten, spenden’. abliefern Vb. ‘abgeben, pflichtgemäß überreichen, aushändigen’; Ablieferung f. (beide 17. Jh.). ausliefern Vb. ‘Waren zum Verkauf ausgeben, verteilen, jmdn. der zuständigen Gerichtsbarkeit übergeben’; Auslieferung f. (beide 17. Jh.). überliefern Vb. ‘an spätere Generationen mündlich oder schriftlich weitergeben’ (18. Jh.), älter (heute selten) ‘in jmds. Gewalt übergeben, ausliefern, preisgeben’ (15. Jh.); Überlieferung f. ‘das aus der Vergangenheit Überlieferte, von früher her Erhaltene, überkommener Brauch, Tradition’ (18. Jh.), älter (heute selten) ‘Übergabe, Auslieferung’ (16. Jh.). Lieferant m. ‘wer anderen Waren liefert’ (17. Jh.); die mit der Endung bestimmter aus dem Lat., Frz. oder anderen roman. Sprachen stammender Wörter (vgl. die älteren kaufmännischen Ausdrücke Negoziant ‘Kaufmann’, Partizipant ‘Teilhaber’, Trafikant ‘Handelsmann’) versehene Bildung zu liefern setzt sich gegen gleichaltriges Lieferer (Stieler 1691) durch. Lieferung f. ‘das Liefern einer bestellten Ware, die gelieferte Ware’ (Anfang 16. Jh.), dann auch ‘Teil eines nach und nach erscheinenden Buches, Heft, Faszikel’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anlieferung · Auslieferung · ↗Belieferung · ↗Lieferung · ↗Sendung · ↗Zustellung · ↗Überbringung  ●  ↗Fuhre  ugs. · ↗Rutsche  ugs., salopp
Assoziationen
Synonymgruppe
Marktfreigabe  ●  Auslieferung  kaufmännisch · In-Verkehr-Bringung  fachspr., Amtsdeutsch · ↗Markteinführung  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diktator Ex-Diktator Festnahme Großraumflugzeug Hilfsgut Kriegsverbrecher Nordseesorte PKK-Chef PKK-Führer Reemtsma-Entführer Staatsangehörige Staatsbürger Straftäter Terrorist Verdächtige Verhaftung Verzögerung beantragen beantragt ersuchen erwirken gefordert sofortig stoppen verhindern verlangen verspätet verweigern verzögern verzögert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Auslieferung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings habe es bei der Auslieferung teils "empfindliche Störungen" gegeben.
Die Welt, 06.05.1999
Aber auch diese Zahl bleibe angesichts der verschobenen Auslieferungen auf März des kommenden Jahres fraglich.
Der Tagesspiegel, 12.11.1997
Dann wurde er meist zu den verschiedenen Arbeiten der Auslieferung mit hinzugezogen.
Schulze, Friedrich: Der Deutsche Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 8689
Sie zog es vor, noch einmal nachzugeben, und beschloß endgültig die Auslieferung.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 66
Der Alte kämpfte um seinen Hund und widersetzte sich der Auslieferung.
Bürgel, Bruno H.: Vom Arbeiter zum Astronomen, Berlin: Ullstein 1925 [1919], S. 16
Zitationshilfe
„Auslieferung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Auslieferung>, abgerufen am 18.10.2019.

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