Ausgang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ausgang(e)s · Nominativ Plural: Ausgänge
Aussprache
WorttrennungAus-gang (computergeneriert)
Grundformausgehen
Wortbildung mit ›Ausgang‹ als Erstglied: ↗Ausgangsbasis · ↗Ausgangschrift · ↗Ausgangsfrage · ↗Ausgangsgeschwindigkeit · ↗Ausgangsgestein · ↗Ausgangsmaterial · ↗Ausgangsort · ↗Ausgangsposition · ↗Ausgangspunkt · ↗Ausgangsschrift · ↗Ausgangssperre · ↗Ausgangssprache · ↗Ausgangsstellung · ↗Ausgangsstoff
 ·  mit ›Ausgang‹ als Letztglied: ↗Darmausgang · ↗Dorfausgang · ↗Hafenausgang · ↗Hinterausgang · ↗Hofausgang · ↗Kriegsausgang · ↗Magenausgang · ↗Nebenausgang · ↗Notausgang · ↗Ortsausgang · ↗Prozessausgang · ↗Saalausgang · ↗Seitenausgang · ↗Sonntagsausgang · ↗Stadtausgang · ↗Talausgang · ↗Theaterausgang · ↗Tunnelausgang · ↗Vorderausgang · ↗Wahlausgang · ↗Warenausgang
 ·  mit ›Ausgang‹ als Grundform: ↗ausgangs
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von ausgehen (Lesart 1 a)
das Ausgehen
Beispiele:
zum Ausgang rüsten
gehoben sich zum Ausgang ankleiden
vom Ausgang zurückkehren
der erste Ausgang war für den Genesenden recht anstrengend
Genehmigung zum Ausgehen
Beispiele:
das Kindermädchen, der Soldat hat heute Abend Ausgang
Albert hatte jetzt jeden Sonntag seinen Ausgang [ViebigErde152]
2.
meist im Plural
ausgehende Post, Waren
Gegenwort zu Eingang
Beispiele:
die Ausgänge müssen noch erledigt werden
wenn er im Kontor die Ein- und Ausgänge verrechnete und buchte [FrenssenBaas350]
3.
Tür, Öffnung, durch die jmd. hinausgeht
Gegenwort zu Eingang
Beispiele:
dem Ausgang zustreben
sich dem Ausgang zuwenden
das Publikum drängt sich nach der Vorstellung an den Ausgängen
in einem Gebäude nach dem (vorderen, hinteren, seitlichen) Ausgang suchen, fragen
einen verbotenen, geheimen Ausgang benutzen
am Ausgang auf jmdn. warten
die Polizei besetzte, überwachte, kontrollierte, sperrte alle Ausgänge des Saales, Werkes, Bahnhofes
der Ausgang muss frei bleiben!
bitte den Ausgang frei halten!
dieser Ausgang ist ab 20 Uhr geschlossen
bildlich
Beispiele:
der Ausgang des Darmes
das Geschwür befindet sich am Ausgang des Magens
4.
meist im Singular
Ende
a)
Ende eines Ortes, Gebietes
Gegenwort zu Eingang
Beispiele:
am Ausgang des Dorfes, Gebirges
die Ortschaft liegt am Ausgang des Waldes, der Heide
Am Ausgang der Ulmenallee begegnete ihnen der Postbote [GanghoferHubertus503]
b)
Ende eines Zeitabschnittes
Beispiele:
am Ausgang des Mittelalters, dieser Epoche
gegen Ausgang des vorigen Jahrhunderts
Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie [EngelsL. FeuerbachTitel]
c)
Ende eines Vorganges, verbunden mit einem bestimmten Ergebnis
Beispiele:
der Ausgang einer Angelegenheit, des Unternehmens ist ungewiss, fragwürdig, zweifelhaft, nicht vorauszusehen
den Ausgang einer Konferenz, Beratung, der Wahlen mit Spannung erwarten
ich bin auf den Ausgang gespannt
der überraschende Ausgang eines sportlichen Wettkampfes, des Rechtsstreites
der glückliche, tragische Ausgang eines technischen Versuches
eine Krankheit, Operation mit tödlichem Ausgang (= mit nachfolgendem Tod)
die Sache nahm für ihn einen erfreulichen, befriedigenden, bösen Ausgang (= endete für ihn erfreulich, befriedigend, böse)
ein Roman, Theaterstück mit einem originellen, tragischen Ausgang
d)
Ende eines Wortes, Verses
Beispiele:
der Ausgang der verschiedenen Versarten
malayische Wörter mit konsonantischem Ausgang [Forschungen1959]
5.
meist im Singular
Ausgangspunkt
Beispiele:
der Redner nahm ein bekanntes Sprichwort, aktuelles Ereignis zum Ausgang seiner Betrachtungen
papierdeutsch dieser Vorschlag, Plan nahm von der Direktion seinen Ausgang (= ging von der Direktion aus)
[Lederer] bemühte sich ... zum Ausgang des Gesprächs zurückzuführen [A. ZweigJunge Frau257]
6.
Druckerei unbedruckter Rest einer Zeile
Beispiel:
der Ausgang muss beseitigt werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehen · abgehen · Abgang · angehen · aufgehen · Aufgang · ausgehen · Ausgang · begehen · eingehen · Eingang · entgehen · ergehen · hintergehen · übergehen · Übergang · untergehen · Untergang · vergehen · Vergehen · Vergangenheit · vorgehen · Vorgang · Vorgänger
gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit ↗Gang (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. ↗gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auflösung · Ausgang (eines Konfliktes)
Synonymgruppe
Ausgang · ↗Endergebnis · ↗Ergebnis · ↗Fazit · ↗Quintessenz · ↗Resultat
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausgang · ↗Gate  ●  ↗Flugsteig  Hauptform
Assoziationen
  • Finger · Fluggastbrücke · Passagierbrücke
Synonymgruppe
Abschluss · Ausgang · ↗Ende · ↗Ergebnis (von) · ↗Finitum · ↗Schluss · ↗Ziel (von) · ↗Zweck
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstimmung Bundestagswahl Eingang Experiment Kommunalwahl Landtagswahl Mittelalter Parlamentswahl Präsidentenwahl Präsidentschaftswahl Rechtsstreit Referendum Rennen Unmündigkeit Verfahren Volksabstimmung Wahl abhängen abwarten beeinflussen begleitet glimpflich glücklich negativ offen positiv tragisch tödlich ungewiß unsicher

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausgang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mal mit besserem Ausgang für den einen, mal für den anderen.
Die Zeit, 26.08.2013 (online)
Dessen Ausgang erscheint nach der französischen Abstimmung mehr als ungewiß.
Die Welt, 31.05.2005
Ob man ihr noch straflos entgegentreten darf, wird der Ausgang dieses Verfahrens zeigen.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 58
Der Ausgang dieser Wahl sei nicht sicher, aber es sehe so aus, daß er im Amt bleiben werde.
Nr. 350: Gespräch Kohl mit Gorbatschow vom 15. Juli 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 3908
Bereits zu Ausgang des Jahres 217 war man entschlossen, noch einmal den Kampf gegen ihn zu wagen.
Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8843
Zitationshilfe
„Ausgang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ausgang>, abgerufen am 17.07.2019.

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