Auftrieb, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Auftrieb(e)s · Nominativ Plural: Auftriebe
Aussprache
WorttrennungAuf-trieb
Grundformauftreiben
Wortbildung mit ›Auftrieb‹ als Erstglied: ↗Auftriebskraft  ·  mit ›Auftrieb‹ als Letztglied: ↗Almauftrieb · ↗Kälberauftrieb · ↗Produktionsauftrieb · ↗Rinderauftrieb · ↗Schweineauftrieb · ↗Wirtschaftsauftrieb
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Physik Druck nach oben
Beispiele:
jeder Körper erfährt einen Auftrieb, wenn man ihn in Wasser taucht
Flugwesen statischer, dynamischer Auftrieb
2.
übertragen Aufschwung
Beispiele:
etw. gibt jmdm. starken Auftrieb
durch etw. (einen) neuen Auftrieb erhalten, bekommen
die Anwesenheit des ... stets heiteren Auftrieb bringenden Kindes [Th. Mann12,293]
Aufstieg
Beispiel:
durch Aufträge aus dem Ausland erhielt die Industrie, Wirtschaft des Landes einen neuen, ungeahnten Auftrieb
3.
das Hinauftreiben des Viehs auf die Alm
Gegenwort zu Abtrieb
Beispiel:
der Auftrieb des (Alpen)viehs im Frühjahr
4.
Wirtschaft Verkaufsangebot von Schlachtvieh
Beispiele:
der Auftrieb von Kälbern auf dem Viehmarkt war genügend
der Viehhof beendete den Auftrieb um 18 Uhr
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treiben · Treiben · Treiber · Treibeis · Treibjagd · abtreiben · abgetrieben · Abtreibung · antreiben · Antreiber · Antrieb · auftreiben · Auftrieb · vertreiben · Vertrieb
treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīƀan, mnd. mnl. drīven, nl. drijven, aengl. drīfan, engl. to drive, anord. drīfa, schwed. driva, got. dreiban (germ. *dreiban) sowie die unter ↗Trieb und ↗Trift (s. d.) behandelten Substantive lassen sich lediglich vergleichen mit lit. drìbti ‘in Flocken niederfallen, schlaff, schlapp werden’ (vgl. anord. drif, drīfa, drīft, dript ‘Schneegestöber’). Ob ein daraufhin angenommenes ie. *dhreibh- ‘treiben, stoßen’ an die unter ↗Treber, ↗Trester, ↗trübe (s. d.) genannte Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch ‘matschiges Wetter’, angeschlossen werden kann, ist ungewiß. Treiben n. ‘geschäftiges Tun, Treibjagd’ (18. Jh.). Treiber m. ‘wer bei der Treibjagd den Schützen das Wild zutreibt, wer ein (Arbeits-, Last)tier führt, Vieh (auf die Weide) treibt, Antreiber’, ahd. trībāri (11. Jh.), mhd. trīber, mnd. drīver; als Jagdausdruck seit dem 17. Jh. Treibeis n. ‘auf Gewässern treibende Eisschollen’ (Anfang 18. Jh.). Treibjagd f. (18. Jh.). abtreiben Vb. ‘in eine andere (nicht gewünschte) Richtung bringen, vom Kurs abkommen, eine Schwangerschaft abbrechen, Vieh mit sich forttreiben’, ahd. abatrīban (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrīben ‘ver-, forttreiben’; veraltet ist heute die Bedeutung ‘abhetzen, durch Treiben erschöpfen’ (seit Anfang 16. Jh.), erhalten in abgetrieben Part.adj. ‘abgehetzt, erschöpft, kraftlos’, häufig von Zug-, Reittieren (16. Jh.); Abtreibung f. ‘Schwangerschaftsabbruch’ (Anfang 16. Jh.). antreiben Vb. ‘(ein Tier) vorwärtstreiben, jmdn. zu größeren Leistungen, zur Eile drängen, anschwemmen, künstlich zum Treiben bringen’, mhd. anetrīben ‘tun, anstiften, ausüben, fortsetzen’; Antreiber m. ‘wer andere (zur Arbeit) antreibt’ (15. Jh.); Antrieb m. ‘Anstoß, Anreiz, Beweggrund’, in der Technik ‘die einer technischen Vorrichtung zugeführte Bewegungsenergie, Teil einer Maschine, die diese Energie liefert oder überträgt’ (16. Jh.). auftreiben Vb. ‘in die Höhe treiben, aus der Ruhe aufscheuchen, aufblähen, Vieh zum Verkauf auf den Markt bringen, ausfindig machen’, ahd. ūftrīban ‘erhöhen, (eine Fähre) stromaufwärts treiben’ (11. Jh.), mhd. ūftrīben ‘emportreiben, errichten, erbauen, beunruhigen, auferlegen, sich erheben’; Auftrieb m. in der Physik ‘der Schwerkraft entgegengesetzte Kraft, Aufwärtsdruck’, übertragen ‘(Auf)schwung, Elan, Schaffenskraft’ (19. Jh.). vertreiben Vb. ‘verjagen, (Zeit) verkürzen, kurzweilig gestalten, Waren (im großen) verkaufen’, ahd. firtrīban ‘vertreiben, verstoßen, entfernen’ (8. Jh.), mhd. vertrīben; Vertrieb m. ‘Verkauf von Waren’ (16. Jh.), ‘Abteilung eines Betriebes, die die Bestellung und Auslieferung der Waren besorgt’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufschwung · Auftrieb
Physik
Synonymgruppe
Auftrieb · ↗Auftriebskraft
Assoziationen
  • Auftriebsbeiwert · Auftriebskoeffizient
Antonyme
  • Auftrieb
Synonymgruppe
Antrieb · Auftrieb · ↗Drive · ↗Elan · ↗Pep · ↗Schub · ↗Schwung · ↗Verve
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erzeugerpreis Gemeinschaftswährung Luftwiderstand Prominenz Tragfläche Verbraucherpreis Vortrieb aerodynamisch enorm erhalten erhoffen erhofft erzeugen geben gewaltig inflationär kräftig mächtig neu sorgen spürbar standardwert technologiewert ungeahnt ungeheuer unverhofft verleihen verschaffen verspüren zusätzlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Auftrieb‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dennoch gab der Erfolg vor allem den jungen Spielern weiter Auftrieb.
Die Zeit, 24.08.2011 (online)
Und wenn es allein nicht so gut läuft, gibt er wieder Auftrieb.
Die Welt, 09.03.2005
Dies gab dem Yen offenbar auch gegenüber dem Dollar Auftrieb.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2000
Die Inflation, die in den meisten Ländern zurückging, erhält nunmehr wieder Auftrieb.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1979]
Ich ging ermutigt fort, freilich hat der Auftrieb nicht lange angehalten.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1939. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1939], S. 171
Zitationshilfe
„Auftrieb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Auftrieb>, abgerufen am 24.05.2019.

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