Auftrag, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Auftrag(e)s · Nominativ Plural: Aufträge
Aussprache
WorttrennungAuf-trag
Wortbildung mit ›Auftrag‹ als Erstglied: ↗Auftragerteilung · ↗Auftraggeber · ↗Auftragmangel · ↗Auftragnehmer · ↗Auftragrückgang · ↗Auftragsabwicklung · ↗Auftragsdienst · ↗Auftragseingang · ↗Auftragserteilung · ↗Auftragsgeber · ↗Auftragskiller · ↗Auftragslage · ↗Auftragsmangel · ↗Auftragsnehmer · ↗Auftragsrückgang · ↗Auftragsstornierung · ↗Auftragswesen · ↗auftraggemäß · ↗auftragsgemäß
 ·  mit ›Auftrag‹ als Letztglied: ↗Arbeitsauftrag · ↗Auslandsauftrag · ↗Bauauftrag · ↗Bildungsauftrag · ↗Dauerauftrag · ↗Dienstauftrag · ↗Druckauftrag · ↗Eilauftrag · ↗Erziehungsauftrag · ↗Exportauftrag · ↗Farbauftrag · ↗Fertigungsauftrag · ↗Folgeauftrag · ↗Forschungsauftrag · ↗Freistellungsauftrag · ↗Geheimauftrag · ↗Großauftrag · ↗Kaufauftrag · ↗Kulturauftrag · ↗Kundenauftrag · ↗Lehrauftrag · ↗Leistungsauftrag · ↗Millionenauftrag · ↗Parteiauftrag · ↗Pionierauftrag · ↗Produktionsauftrag · ↗Programmauftrag · ↗Projektauftrag · ↗Prüfauftrag · ↗Regierungsauftrag · ↗Rüstungsauftrag · ↗Sonderauftrag · ↗Staatsauftrag · ↗Unterauftrag · ↗Untersuchungsauftrag · ↗Verkaufsauftrag · ↗Wählerauftrag · ↗Zahlungsauftrag
 ·  mit ›Auftrag‹ als Grundform: ↗beauftragen
eWDG, 1967

Bedeutung

Anweisung
a)
Weisung
Beispiele:
jmdm. einen Auftrag erteilen, geben
einen Auftrag haben, erhalten, empfangen, bekommen
jmdn. mit einem Auftrag fortschicken
einen (geheimen) Auftrag ausführen, befolgen, erfüllen
ich habe den Auftrag, Sie herzlich zu grüßen
er kommt, handelt im ausdrücklichen Auftrag des Chefs
gehoben ihm wurde ein verantwortungsvoller, ehrenvoller Auftrag zuteil
gehoben Die gnädige junge Frau hat Auftrag gegeben ... den Tee zu servieren [MusilMann689]
b)
Bestellung einer auszuführenden Arbeit, einer zu liefernden Ware
Beispiele:
einem Handwerker, einer Firma einen Auftrag, Aufträge in Höhe von 3000 Euro geben
papierdeutsch wir sehen Ihren weiteren Aufträgen gern entgegen
wir sind zur Zeit leider mit Aufträgen überhäuft
einen Auftrag zurückziehen, ablehnen
abwertend sich gegenseitig die Aufträge zuschieben
umgangssprachlich Aufträge für seine Firma hereinholen
etw. in Auftrag gebenetw. bestellen
Beispiel:
Er gab dem Zimmermann einen Zeichentisch ... in Auftrag [HesseNarziß5,290]
c)
Aufgabe, Verpflichtung
Beispiele:
der gesellschaftliche Auftrag der Kunst
der historische Auftrag einer Nation
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tragen · Trage · Träger · tragbar · untragbar · abtragen · Abtrag · abträglich · antragen · Antrag · beantragen · auftragen · Auftrag · beauftragen · Beauftragter · betragen · Betrag · eintragen · Eintrag · ertragen · Ertrag · erträglich · unerträglich · vertragen · verträglich · Vertrag · vertraglich · vortragen · Vortrag · zutragen · Zuträger · zuträglich
tragen Vb. ‘eine Last halten und fortbewegen, mit etw. bekleidet sein, Früchte, Ertrag hervorbringen’, ahd. tragan (8. Jh.), mhd. tragen, asächs. dragan, mnd. drāgen, mnl. drāghen, nl. dragen, got. dragan ‘tragen’, semantisch abweichend aengl. dragan ‘ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen’, engl. to draw ‘ziehen’, anord. draga ‘ziehen, locken, fahren, Atem holen’, schwed. dra(ga) ‘ziehen’ (germ. *dragan). Außergerm. Anknüpfungen sind nicht gesichert. Aus dem Germ. zu erschließendem ie. *dherāgh-, *dhrā̌gh- ‘ziehen, am Boden schleifen’ stehen nahe ie. *trāgh- ‘ziehen, sich am Boden schleppen, sich bewegen, laufen’, wozu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’, sowie ie. *dereg-, wozu ↗trecken (s. d.), und ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, wozu aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ und (zweifelhaft) ↗trinken (s. d.); Anschluß dieser Varianten an Wurzeln wie ie. *der(ə)- ‘schinden, (ab)spalten’ (s. ↗trennen, ↗zerren) oder ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ ist möglich. Ausgangsbedeutung für tragen scheint ‘am Boden dahingleiten, schleppen, ziehen’ (von Lasten) zu sein, aus der sich ‘tragen’ (durch Lasttiere, Menschen) entwickelt. Trage f. ‘Gestell zum Tragen von Kranken, Lasten, Tragkorb’ (um 1400). Träger m. ‘wer Lasten trägt’, ahd. tragāri (8. Jh.), mhd. trager, treger, seit dem 14. Jh. mit Umlaut. tragbar Adj. ‘erträglich’, mhd. tragebære, ‘zu tragen, transportierbar, (von Kleidern) gut, bequem zu tragen, kleidsam, finanziell erschwinglich’ (18. Jh.), älter ‘trächtig, fruchtbar, gut tragend’ (17. bis 19. Jh.); untragbar Adj. ‘wirtschaftlich, finanziell nicht zumutbar, unerträglich’ (18. Jh.), älter ‘nicht tragend, unfruchtbar’ (16. bis 19. Jh.). abtragen Vb. ‘etw. wegschaffen, beseitigen, einebnen, niederreißen, (Kleidungsstücke) durch Tragen abnutzen, nach und nach bezahlen’, mhd. abetragen; davon rückgebildet Abtrag m. ‘Beeinträchtigung, Minderung, Abzahlung, Wiedergutmachung’, mhd. abetrac ‘Wegnahme, Betrug, Buße, Entschädigung’; abträglich Adj. ‘schädlich, nachteilig’ (Anfang 16. Jh.), mhd. (vereinzelt) abetragelich ‘entschädigend’. antragen Vb. ‘anbieten, vorschlagen’, ahd. anatragan (9. Jh.), mhd. anetragen ‘herantragen, an sich tragen, führen, anstellen, anstiften’; Antrag m. ‘Gesuch, schriftlich vorgebrachte Bitte, förmlicher Vorschlag, Heiratsantrag’, mhd. antrac ‘Anschlag’, rückgebildet aus dem Verb antragen im Sinne von ‘anstiften’; beantragen Vb. ‘einen Antrag stellen, um etw. ersuchen, vorschlagen’ (19. Jh.). auftragen Vb. ‘Speisen auf den Tisch tragen, servieren, aufstreichen, übertreiben, jmdn. verpflichten, etw. zu tun, Kleidungsstücke bis zur Abnutzung tragen, aufbauschen’, mhd. ūftragen ‘in die Höhe streben, reichen’, reflexiv ‘sich erheben, darlegen, opfern’; Auftrag m. ‘(An)weisung, Aufgabe, Verpflichtung’ (17. Jh.), Rückbildung aus dem Verb; davon abgeleitet beauftragen Vb. ‘jmdm. einen Auftrag erteilen’ und Beauftragter m. ‘wer einen Auftrag auszuführen hat’ (beide Ende 18. Jh.). betragen Vb. ‘eine bestimmte Summe, Höhe, ein bestimmtes Maß erreichen, ausmachen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich benehmen, sich aufführen, sich verhalten’ (18. Jh.), mhd. betragen ‘tragen, bringen, ertragen, aussöhnen, beilegen’, reflexiv ‘sich nähren, sich behelfen, sich begnügen, sich befassen, sich abgeben mit’; Betrag m. ‘bestimmte Menge, Geldsumme’ (18. Jh.); vgl. mhd. betrac ‘Vertrag, Vergleich, Erwägung, Sorge’. eintragen Vb. ‘an einen Ort tragen, an einer bestimmten Stelle zusammentragen’, sodann ‘Ertrag, Gewinn bringen, abwerfen’ (16. Jh.), ‘ein-, hineinschreiben, vermerken’ (17. Jh.), ahd. intragan ‘hineintragen’ (9. Jh.), mhd. īntragen, auch ‘einbringen, nutzen’; zu eintragen im Sinne von ‘hineinschreiben’ ist rückgebildet Eintrag m. ‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.); vgl. mhd. īntrac ‘Schaden, Nachteil, Einwand, Einrede’, dazu die Wendung einer Sache Eintrag tun ‘sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein, sie schädigen’, mhd. īntrac tuon. ertragen Vb. ‘Unangenehmes hinnehmen, ohne sich aufzulehnen, erdulden’, mhd. ertragen ‘vertragen, ertragen’, im 16. Jh. in der heute veralteten Bedeutung ‘einbringen, Nutzen abwerfen’; dazu rückgebildet Ertrag m. ‘bestimmte Menge erzeugter Güter (besonders in der Landwirtschaft), Ausbeute, finanzieller Gewinn’ (16. Jh.); erträglich Adj. ‘so beschaffen, daß es sich ertragen läßt’, unerträglich Adj. (beide 16. Jh.). vertragen Vb. ‘(körperlich, psychisch) ohne Schaden aushalten’, reflexiv ‘gut zusammenpassen, miteinander auskommen’, ahd. firtragan (8. Jh.), mhd. vertragen ‘wegtragen, verleiten, ertragen, erdulden, sich gefallen lassen, verschonen, aussöhnen, einen Vertrag schließen’; verträglich Adj. ‘umgänglich, friedlich, bekömmlich’, mhd. vertregelich, vertragelich, eigentlich ‘erträglich’, vgl. ahd. unfirtragantlīh ‘unerträglich’ (11. Jh.), mhd. und frühnhd. vereinzelt noch vertragenlich. Vertrag m. ‘rechtsgültige Vereinbarung, Abmachung zwischen zwei oder mehreren Partnern, Kontrakt’, mhd. vertrac ‘Vereinbarung, Verträglichkeit, Dauer, Gewinn’; vertraglich Adj. ‘durch Vertrag festgelegt, gemäß dem Vertrag’ (Ende 19. Jh.), zuerst Adverb. vortragen Vb. ‘nach vorn tragen, (zum Essen) vorsetzen’, ahd. furitragan, mhd. vür-, vortragen, mnd. vordragen, -dregen, ‘in Worten vorbringen, darlegen’ (14. Jh.). Vortrag m. ‘mündliche Darlegung, Rede’ (um 1500). zutragen Vb. ‘etw. zu jmdm. hinbringen, (heimlich) hinterbringen, mitteilen’, reflexiv ‘sich ereignen, geschehen’ (15. Jh.), ahd. zuotragan ‘herbeibringen’ (um 1000); Zuträger m. ‘wer anderen (heimlich) Nachrichten zuträgt’ (15. Jh.); zuträglich Adj. ‘die Gesundheit fördernd, bekömmlich, förderlich, nützlich’ (16. Jh.), zum Verb zutragen in der veralteten Bedeutung ‘nützen’ bzw. zum heute unüblichen Substantiv Zutrag ‘Nutzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeitseinsatz · Auftrag · ↗Einsatz
Synonymgruppe
Anordnung · ↗Anweisung · ↗Arbeitsanweisung · ↗Arbeitsauftrag · ↗Aufgabe · ↗Aufgabenstellung · Auftrag · ↗Befehl · ↗Dienstanweisung · ↗Direktive · ↗Geheiß · ↗Mandat · ↗Order · ↗Weisung  ●  ↗Quest(e)  geh., veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bau Erfüllung Forsa-Umfrage Gutachten Regierungsbildung Studie Umfrage Vergabe Volumen Wert annehmen ausführen ausschreiben bekommen durchführen erfüllen ergeben erhalten erledigen erstellen erteilen erteilt geben gesetzlich lauten lukrativ staatlich untersuchen vergeben öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Auftrag‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für eine solide inhaltliche Vorbereitung erteilte sie noch die Aufträge.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 359
Schließlich begleitete ich auch, im Auftrag der Internationalen Abteilung, sowjetische Gruppen nach Japan.
Der Spiegel, 14.02.1983
Jetzt ist er, wie er sagt, Klamm zugeteilt und bekommt von ihm persönlich die Aufträge.
Kafka, Franz: Das Schloß. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10401
Daraufhin erhielt J. den Auftrag, 200 Frauen anzunehmen, und die erforderlichen Arbeiten ausführen zu lassen.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 10.03.1921
Er zeigte sich über den Auftrag, eine so auffällige Bewegung bei hellem Tage auszuführen, wenig erfreut.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 197
Zitationshilfe
„Auftrag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Auftrag>, abgerufen am 16.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
auftoppen
auftischen
auftippen
Aufteilung
aufteilen
auftragen
Auftragerteilung
Auftraggeber
auftraggemäß
Auftragmangel