Aufsicht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aufsicht · Nominativ Plural: Aufsichten
Aussprache
WorttrennungAuf-sicht
Grundformaufsehen
Wortbildung mit ›Aufsicht‹ als Erstglied: ↗Aufsichter · ↗Aufsichtsbeamte · ↗Aufsichtsbehörde · ↗Aufsichtsbezirk · ↗Aufsichtsdienst · ↗Aufsichtsperson · ↗Aufsichtspersonal · ↗Aufsichtspflicht · ↗Aufsichtsrat · ↗aufsichtführend · ↗aufsichtslos
 ·  mit ›Aufsicht‹ als Letztglied: ↗Badeaufsicht · ↗Bahnsteigaufsicht · ↗Bankaufsicht · ↗Bankenaufsicht · ↗Bauaufsicht · ↗Börsenaufsicht · ↗Datenschutzaufsicht · ↗Disziplinaraufsicht · ↗Fachaufsicht · ↗Finanzaufsicht · ↗Finanzdienstleistungsaufsicht · ↗Finanzmarktaufsicht · ↗Gewerbeaufsicht · ↗Hafenaufsicht · ↗Handelsaufsicht · ↗Heimaufsicht · ↗Hofaufsicht · ↗Kommunalaufsicht · ↗Missbrauchsaufsicht · ↗Oberaufsicht · ↗Polizeiaufsicht · ↗Rechtsaufsicht · ↗Schulaufsicht · ↗Schutzaufsicht · ↗Staatsaufsicht · ↗Versicherungsaufsicht · ↗Wertpapieraufsicht · ↗Wettbewerbsaufsicht
 ·  formal verwandt mit: ↗beaufsichtigen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Singular
Beaufsichtigung, Überwachung
Beispiele:
jmdm. die Aufsicht über sein Haus anvertrauen, übergeben
Lehrer B hat heute in der großen Pause Aufsicht (= Aufsichtspflicht) auf dem Schulhof
über eine Abteilung von Soldaten und Sträflingen ... die Aufsicht zu üben [Th. MannJoseph5,54]
mit Präposition
in Verbindung mit »unter«
Beispiele:
etw., jmd. ist, steht unter (ärztlicher) Aufsicht
etw., jmdn. unter (polizeiliche) Aufsicht stellen
er arbeitet unter Aufsicht, macht unter Aufsicht seiner Schwester Schularbeiten
jmdn. unter (seiner) Aufsicht haben, unter (seine) Aufsicht nehmen
in Verbindung mit »ohne«
Beispiele:
etw., jmd. soll keine Minute ohne Aufsicht sein
der Junge ist zu Hause, beim Spielen, tagsüber ohne Aufsicht
2.
nur im Singular
umgangssprachlich jmd., der die Aufsicht hat
Beispiele:
die Aufsicht auf dem Bahnhof, in der Schule, Bibliothek
zur Aufsicht gehen
die Aufsicht fragen, um Auskunft bitten
wo ist die Aufsicht hingegangen?
3.
Sicht von oben
Beispiele:
der Flügel des Schmetterlings erscheint bei gerader Aufsicht schwarz, bei schräger Aufsicht schillert er
eine Wohnung in der Aufsicht zeichnen
Ein Ding nachformen, das hieß ... alle die hundert Profile kennen, alle die Aufsichten [Rilke4,387]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sehen · Sehe · Seher · sehenswürdig · Sehenswürdigkeit · Sehkraft · absehen · absehbar · ansehen · Ansehen · Ansicht · Ansichtskarte · angesehen · ansehnlich · aufsehen · Aufsehen · Aufseher · Aufsicht · beaufsichtigen · aussehen · Aussehen · Aussicht · nachsehen · Nachsicht · vorsehen · Vorsehung · Vorsicht · vorsichtig · versehen · Versehen · Zuversicht
sehen Vb. ‘mit dem Gesichtssinn wahrnehmen’. Mit ahd. sehan (8. Jh.), mhd. sehen, asächs. sehan, mnd. sēn, mnl. sien, nl. zien, afries. sia, aengl. sēon, engl. to see, anord. sjā, schwed. se, got. saíƕan (germ. *sehwan) sind verwandt ahd. gisiuni ‘Anblick, Erscheinung, Aussehen’ (8. Jh.), asächs. siun ‘Auge’, aengl. sīen ‘Aussehen’, anord. sjōn ‘Blick, Auge’, got. siuns ‘Gesicht, Gestalt’; s. auch die Verbalabstrakta ↗Sicht und ↗Gesicht. Außergerm. sind vergleichbar air. rosc (aus *prosk‐ͧo-) ‘Auge, Blick’, alban. sheh ‘sieht’, hethit. šakuwa (Plur.) ‘Augen’ sowie auch griech. hépesthai (ἕπεσθαι) ‘folgen, begleiten’, aind. sácatē ‘begleitet, steht zur Seite, geht nach, folgt’, lat. sequī ‘(nach)folgen, begleiten, verfolgen, gehorchen’, air. sechithir ‘folgt’. Man nimmt daher eine Bedeutungsentfaltung ‘folgen, mit den Augen folgen, sehen’ an, hervorgegangen aus der Wurzel ie. *seku̯- ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd), die sich in einem zweiten Bedeutungsstrang zu ‘zeigen, ankündigen’ (s. ↗sagen) entwickelt hat. Sehe f. ‘Pupille, Sehvermögen, Ansicht’, ahd. seha (9. Jh.), mhd. sehe; heute noch landschaftlich. Seher m. ‘Prophet’ (16. Jh.); vgl. mhd. sternseher. sehenswürdig Adj. ‘berühmt, außergewöhnlich und daher des Ansehens wert’ (18. Jh.); Sehenswürdigkeit f. (Anfang 19. Jh.). Sehkraft f. ‘Sehvermögen des Auges’ (Anfang 18. Jh.), älter Sehenskraft (Ende 17. Jh.). absehen Vb. ‘durch Beobachtung erlernen, woraus erkennen, merken, überblicken’ (16. Jh.), ‘auf etw. abzielen’ (17. Jh., dazu s. ↗Absicht), ‘verzichten’ (18. Jh.), mhd. abesehen ‘hinabsehen’; absehbar Adj. ‘überschaubar, erkennbar’ (18. Jh.), in absehbarer Zeit ‘bald’ (Ende 19. Jh.). ansehen Vb. ‘seinen Blick auf etw. richten, betrachten’, ahd. anasehan (8. Jh.), mhd. anesehen; Ansehen n. ‘Erscheinung’, auch (seit 16. Jh.) ‘Achtung, Wertschätzung’, mhd. anesehen ‘Anblick, Angesicht’; Ansicht f. ‘Seite, von der etw. betrachtet wird, Anblick, Bild’, auch (seit 19. Jh.) ‘Meinung’, ahd. anasiht (9. Jh.), mhd. anesiht ‘Anblick’; Ansichtskarte f. ‘Postkarte mit Landschaftsbild’ (Ende 19. Jh.); angesehen Part.adj. ‘geachtet’ (Anfang 18. Jh.); frühnhd. angesehen, (daß) … ‘in Anbetracht’. ansehnlich Adj. ‘angesehen, stattlich, wohlgefällig anzusehen’ (Ende 15. Jh.). aufsehen Vb. ‘emporschauen’, ahd. ūfsehan (um 900), mhd. ūfsehen; Aufsehen n. ‘(öffentliche) Beachtung’, spätmhd. ūfsehen; Aufseher m. ‘Aufsichtführender, Wächter’, spätmhd. ūfseher; Aufsicht f. ‘das Aufpassen, Kontrolle’ (16. Jh.); beaufsichtigen Vb. ‘(über etw.) die Aufsicht haben, kontrollieren’ (Anfang 19. Jh.). aussehen Vb. ‘einen bestimmten Anblick bieten’ (16. Jh.), vgl. mhd. ūʒsehen ‘hinaussehen’; Aussehen n. ‘äußere Erscheinung’ (17. Jh.), ‘Aussicht, Ausblick’ (16. Jh.); Aussicht f. ‘Blick in die Ferne’ (17. Jh.), ‘Zukunftsmöglichkeit, Erwartung’ (18. Jh.). nachsehen Vb. ‘hinterherschauen’, mhd. nāchsehen, auch ‘nachforschen’ (17. Jh.), ‘duldend geschehen lassen, verzeihen’ (16. Jh.); Nachsicht f. ‘verzeihende Haltung’ (18. Jh.), ‘Beaufsichtigung’ (17. Jh.). vorsehen Vb. ‘sich in acht nehmen, planen, in Aussicht nehmen’, ahd. furisehan ‘vorhersehen’ (8. Jh.), forasehan ‘vorhersehen, bedenken’ (9. Jh.), mhd. vür-, vorsehen ‘vorwärts sehen, sich in acht nehmen, wofür Sorge tragen’; Vorsehung f. ‘Schicksal’, mhd. vürsehunge ‘Obsorge, Schutz, Schicksal’; Vorsicht f. ‘Achtsamkeit, Behutsamkeit’, ahd. forasiht ‘Voraussicht, Vorsehung’ (um 1000, für lat. prōvidentia), spätmhd. vorsiht; vorsichtig Adj. ‘achtsam, behutsam’, ahd. forasihtīg ‘vorherschauend, voraussehend’ (um 1000), mhd. vür-, vorsihtic ‘voraussehend, einsichtig, verständig’. versehen Vb. ‘sich um etw. kümmern, ausstatten, ausrüsten, sich irren’, ahd. firsehan ‘verachten, verschmähen’ (8. Jh.), sih firsehan ‘bedacht sein’ (9. Jh.), mhd. versehen ‘vorhersehen, vorherbestimmen, besorgen, ausstatten, versorgen, übersehen, verachten, hoffen auf’; Versehen n. ‘Irrtum, unbeabsichtigter Fehler’ (17. Jh.), häufig aus Versehen ‘ohne Absicht’ (Anfang 19. Jh.). Zuversicht f. ‘Vertrauen in die Zukunft’, ahd. zuofirsiht ‘ehrfurchtsvolles Aufschauen, Hoffen’ (um 1000), mhd. zuoversiht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufsicht · ↗Beaufsichtigung · ↗Monitoring · ↗Überwachung
Unterbegriffe
  • Neuromuskuläres Monitoring · Relaxometrie
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Aufsicht · ↗Beaufsichtigung · ↗Beschirmung · Beschützung · ↗Bewachung · ↗Patrouille · ↗Posten · ↗Schutzaufsicht · Security Service · ↗Sicherheitsdienst · ↗Wachdienst · ↗Wache · Wachehalten · ↗Wachestehen · ↗Wachmannschaft · ↗Wachposten · ↗Wacht · ↗Wachtposten · ↗Überwachung
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufsicht · ↗Fürsorge · ↗Fürsorglichkeit · ↗Geborgenheit · Geborgensein · ↗Gewahrsam · ↗Obhut · ↗Schutz · ↗Sorge · ↗Verantwortung · ↗Verfügungsgewalt  ●  Schutz und Schirm (formelhaft)  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufpasser · ↗Aufseher · Aufsicht · ↗Bewacher · ↗Hüter · ↗Wächter · ↗Wärter  ●  ↗Supervisor  fachspr. · ↗Wachhund  ugs., fig. · ↗Zuchtmeister  geh., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (ein) strenges Regiment führen · keine Nachlässigkeit(en) dulden · sehr streng sein
  • Mitarbeiter eines Security Service · SiFa · Sicherheitsfachkraft · ↗Wachmann  ●  schwarzer Sheriff  ugs.
  • Lehrtherapeut  männl. · Lehrtherapeutin  weibl. · ↗Supervisor (therapeutisch)  männl. · Supervisorin (therapeutisch)  weibl.
  • Anstandsdame · Aufpasserin · ↗Begleiterin · ↗Begleitung  ●  ↗Anstandswauwau  ugs., veraltend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anleitung Atomenergiebehörde Bundesaufsichtsamt Finanzmarkt IAEA Kontrolle Notar Regulierung Wertpapierhandel Wirtschaftsprüfer ausüben behördlich betrauen elterlich fachlich mangelhaft mangelnd medizinisch notariell obliegen polizeilich spritzen staatlich streng strikt unterliegen unterstehen unterstellen verschärft ärztlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufsicht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In sieben von zehn Fällen nämlich gehen Kinder ohne Aufsicht ins Netz.
Süddeutsche Zeitung, 28.05.2003
Während die Kinder schulpflichtig sind, gibt es diese Aufsicht ja.
Der Tagesspiegel, 02.05.2002
Er war ab 1941 teilweise unter der Aufsicht der Gestapo.
Baumgartner, Gabriele u. Hebig, Dieter (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR - M. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 6686
Durch die so entstandene Aufsicht werden die in den Raum führenden Flächen in geringerer perspektiv.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 26294
Die Kinder unter zehn Jahren sitzen aber doch besser an einem großen Tisch unter Aufsicht.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 210
Zitationshilfe
„Aufsicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Aufsicht>, abgerufen am 26.04.2019.

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