Aufrüstung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aufrüstung · Nominativ Plural: Aufrüstungen
Aussprache
WorttrennungAuf-rüs-tung (computergeneriert)
Wortzerlegungaufrüsten-ung
Wortbildung mit ›Aufrüstung‹ als Erstglied: ↗Aufrüstungsplan · ↗Aufrüstungspolitik · ↗Aufrüstungsprogramm
eWDG, 1967

Bedeutung

Verstärkung der Rüstung eines Landes
Gegenwort zu Abrüstung
Beispiele:
die atomare Aufrüstung
eine enorme Aufrüstung betreiben
alle Völker der Erde verurteilen die Aufrüstung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rüsten · abrüsten · Abrüstung · aufrüsten · Aufrüstung · rüstig · Rüstung · Rüstzeug · entrüsten · entrüstet · Entrüstung
rüsten Vb. ‘vorbereiten, fertigmachen, herrichten, sich mit Waffen versehen, Waffen produzieren’, ahd. (h)rusten (8. Jh.), mhd. rüsten, rusten ‘bereit-, zurechtmachen, schmücken’, mnd. mnl. nl. rusten ‘(zu)rüsten’, aengl. (mit Metathese) hyrstan ‘ausrüsten, schmücken’ (westgerm. *hrustjan) ist abgeleitet von dem in ahd. (h)rust ‘Rüstung’ (8. Jh.), aengl. hyrst ‘Schmuck, Schatz, Ausrüstung, Behänge, Waffen’ bezeugten Substantiv, verwandt mit dem starken Verb aengl. hrēodan ‘schmücken, zieren’, anord. hrjōða ‘bedecken, bekleiden, schmücken, verzieren’ (germ. *hreudan ‘bedecken, schmücken’). Diese Formen können als Dentalerweiterungen an die Wurzel ie. *krā(u)-, *krəu-, *krū̌- ‘aufeinander, auf einen Haufen legen, zudecken, verbergen’ angeschlossen werden, die unerweitert vorliegt in air. crāu, crō ‘Stall, Hütte, Verschlag’, lit. kráuti ‘aufeinanderlegen, aufstapeln, aufhäufen, packen, laden’, krūvà ‘Haufen, Menge’, aslaw. kryti ‘(be)decken, verbergen, hüllen’, krovъ ‘Dach, Deckung, verborgener Ort, Hütte’, russ. kryt’ (крыть) ‘bedecken’, krov (кров) ‘Dach, Obdach’, als p-Erweiterung in griech. krýptein (κρύπτειν) ‘verbergen, verhüllen, verstecken’. Das germ. Verb bedeutet zunächst ‘schmücken, ausstatten, herrichten, zurechtmachen’; danach folgt ahd. gi(h)rusten ‘mit Waffen versehen’, mhd. rüsten, rusten ‘den Kampf vorbereiten’, frühnhd. (reflexiv) ‘sich zum Streit, zum Krieg fertigmachen’, schließlich ‘kriegerische Vorbereitungen treffen, Waffen produzieren’. abrüsten Vb. ‘die militärische Rüstung vermindern’ (Anfang 19. Jh., für älteres desarmieren, frz. désarmer). Älter ‘ein Gerüst wegnehmen’ (18. Jh.), ‘ein Schiff außer Dienst stellen, seine Ausrüstung abbauen’ (19. Jh.), zuerst ‘instand setzen, fertigmachen’ (Anfang 16. Jh.); Abrüstung f. (Anfang 19. Jh.). aufrüsten Vb. ‘die militärische Rüstung vermehren’ (19. Jh., Gegenwort zu abrüsten), älter ‘ein Gerüst aufstellen, errichten’ (18. Jh.); vgl. mhd. ūfrüsten ‘ausrüsten, veranstalten’, (reflexiv) ‘sich bereitmachen, schmücken’; Aufrüstung f. (19. Jh.); vgl. mhd. ūfrüstunge ‘Ausrüstung’. rüstig Adj. ‘(trotz Alter) noch fähig, Aufgaben zu erfüllen, kräftig, leistungsfähig, rege’, mhd. rüstec, rüstic, frühnhd. rüstig ‘gerüstet, geschmückt, schön gekleidet’, meist aber ‘frisch, kräftig, körperlich tüchtig (für Kampf, Anstrengung, Arbeit), kampf-, kriegsbereit’, mnd. rustich ‘gerüstet, (kampf)bereit’. Ahd. rustih, rustīg ‘ländlich, bäurisch, schlicht, plump, roh’ ist dagegen Entlehnung aus gleichbed. lat. rūsticus (s. ↗rustikal). Rüstung f. ‘das Rüsten, militärische Bewaffnung eines Landes, Kriegsgerät’, älter ‘Gerät, Werkzeug, Baugerüst, Schutz- und Trutzwaffen des einzelnen, Bewaffnung’ (16. Jh.), damit auch Bezeichnung für die ritterliche Schutzkleidung (mhd. panzer und dgl.); vgl. (ohne unmittelbare Fortsetzung) ahd. (h)rustunga ‘Einrichtung’ (um 1000). Rüstzeug n. ‘für eine bestimmte Aufgabe erforderliche Kenntnisse und Fertigkeiten’, seltener ‘Ausrüstungsgegenstände und Werkzeuge für einen bestimmten Zweck’ (16. Jh.). entrüsten Vb. ‘sehr unwillig, zornig machen, empören’, reflexiv ‘sich empören, unwillig werden’, mhd. entrüsten ‘die Rüstung ausziehen’, übertragen ‘aus einem geordneten Zustand, aus der Fassung bringen, kommen’, daraus frühnhd. ‘aufbringen, in Zorn versetzen, erzürnen’; entrüstet Part.adj. ‘erzürnt, empört’ (14. Jh.). Entrüstung f. (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Aufrüstung · ↗Bewaffnung · ↗Mobilmachung · ↗Rüstung
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufrüstung · ↗Machtdemonstration  ●  ↗Säbelrasseln  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abrüstung Kabelnetz Kriegsvorbereitung Luftwaffe Militarisierung Nachrüstung Reichswehr Verhinderung Wiederbewaffnung atomar beispiellos beschleunigt betrieben fieberhaft forciert geheim heimlich hemmungslos ideologisch konventionell massiv militärisch moralisch nuklear personell sowjetisch technisch technologisch verbal vorantreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufrüstung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und kann man ihr nicht politisch begegnen, statt neue Aufrüstung zu riskieren?
Der Tagesspiegel, 01.05.2000
Übertreibungen bei der Aufrüstung läßt diese Betrachtungsweise nicht mehr zu.
Die Zeit, 03.01.1983, Nr. 01
Ebenso haben Sie am Rande schon auseinandergesetzt, warum Sie grundsätzlich für eine Aufrüstung waren.
o. A.: Einhundertachtzehnter Tag. Mittwoch, 1. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19452
Die Industrie war vorher, vor der Aufrüstung sehr klein gewesen.
o. A.: Siebenundsiebzigster Tag. Freitag, 8. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1219
Niemals hätte ich eine solche Aufrüstung in so kurzer Zeit für möglich gehalten, und dennoch ist es so.
Brief von Gefreiter F. vom 3.7.1941. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 66
Zitationshilfe
„Aufrüstung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Aufrüstung>, abgerufen am 25.04.2019.

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