Aufrührer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aufrührers · Nominativ Plural: Aufrührer
Aussprache
WorttrennungAuf-rüh-rer
Wortbildung mit ›Aufrührer‹ als Erstglied: ↗aufrührerisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Rebell
Beispiele:
sich den Aufrührern anschließen
einen Aufrührer verhaften, vor Gericht stellen
Alle großen Leute waren in ihrer Jugend Aufrührer [MusilMann1541]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Aufruhr · Aufrührer · aufrührerisch
Aufruhr m. ‘Erhebung, Empörung’, überhaupt ‘heftige Erregung’ (vgl. nl. oproer, engl. uproar in derselben Bedeutung), ein Kompositum zu ahd. (h)ruora f., mhd. ruor(e) f. ‘eilige, heftige Bewegung’ (s. ↗Ruhr), das seinerseits zu ahd. (h)ruoren, mhd. rüeren, ruoren ‘bewegen, anrühren’ (s. ↗rühren) gehört, ist seit der Mitte des 15. Jhs. in hd. Texten, im 14. Jh. bereits in mnd. uprōr nachweisbar. Im Hd. bewahrt die Zusammensetzung das feminine Genus des Grundwortes noch bis ins 18. Jh., daneben kommt die Verwendung als Maskulinum in der 1. Hälfte des 16. Jhs. auf. Aufrührer m. ‘Empörer, Rebell’ (Ende 15. Jh.). aufrührerisch Adj. ‘einen Aufruhr hervorrufend, empörerisch’, abgeleitet von Aufrührer, löst zu Beginn des 18. Jhs. die älteren Bildungen aufrührig (Ende 15. Jh.) und aufrührisch (16. Jh.) ab und ist vereinzelt neben diesen schon im 16. Jh. bezeugt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufrührer · Tumultant
Synonymgruppe
Aufrührer · ↗Empörer · ↗Konspirant · ↗Verschwörer
Synonymgruppe
Agitator · ↗Aufhetzer · Aufrührer · ↗Aufwiegler · ↗Demagoge · ↗Einpeitscher · ↗Hassprediger · ↗Hetzer · ↗Populist · ↗Scharfmacher · ↗Volksaufwiegler · ↗Volksverführer · ↗Volksverhetzer  ●  ↗(geistiger) Brandstifter  fig. · ↗Brunnenvergifter  fig. · ↗Provokateur  franz. · Seelenvergifter  fig.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Brandstifter Freilassung Ketzer Rebell Ruf angeblich bewaffnet erschießen faschistisch festnehmen hinrichten jugendlich kommunistisch konterrevolutionär mutmaßlich verhaften vermeintlich vorgehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufrührer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sollten die palästinensischen Aufrührer nicht für ihr Recht kämpfen dürfen, anders zu leben?
Der Spiegel, 25.04.1988
Über das Schicksal der nicht zum Tode verurteilten Aufrührer sei nichts bekannt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1981]
Der Kaplan begann, aufreizend laut zu beten und den Sieg für die Aufrührer zu erflehen.
Wissen und Leben, 1959, Nr. 12
Freilich, immer wurde es mir nicht leicht, der Aufrührer Herr zu werden.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 17048
Binnen eines Jahres brachten es 1525 die »Zwölf Artikel« der oberschwäbischen Aufrührer auf 24 Drucke aus 18 Offizinen.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 7540
Zitationshilfe
„Aufrührer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Aufrührer>, abgerufen am 24.08.2019.

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