Attacke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Attacke · Nominativ Plural: Attacken
Aussprache
WorttrennungAt-ta-cke (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Attacke‹ als Letztglied: ↗Cyberattacke · ↗Fieberattacke · ↗Fressattacke · ↗Hackerattacke · ↗Heißhungerattacke · ↗Herzattacke · ↗Konterattacke · ↗Müdigkeitsattacke · ↗Panikattacke · ↗Presseattacke · ↗Reiterattacke · ↗Terrorattacke · ↗Verbalattacke
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Angriff, Reiterangriff
Beispiele:
eine forsche, schneidige, heftige, mörderische Attacke reiten
zur Attacke blasen, übergehen
Saint-Just befahl sofort Attacke [BredelHeerstraßen290]
übertragen eine Attacke gegen jmdn. reitenjmdn. attackieren
Beispiel:
weil Genosse Trotzki ... eine scharfe Attacke gegen die Abänderungsvorschläge der deutschen Delegation zu reiten beabsichtigt [Thälm.Reden1,37]
2.
Medizin Anfall
Beispiele:
eine Attacke des Herzens, Fiebers überstehen
der Attacke erliegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

attackieren · Attacke
attackieren Vb. ‘angreifen’ ist zu Beginn des 17. Jhs. im Dt. nachweisbar, anfangs in der Schreibung attaquiren, die vereinzelt noch bis Mitte des 19. Jhs. vorkommt, während daneben seit Ende des 18. Jhs. attacki(e)ren geläufig wird. Der Ausdruck des Kriegswesens schließt sich an das im 16. Jh. aus ital. attaccare entlehnte gleichbed. mfrz. frz. attaquer an. Das ital. Verb geht wahrscheinlich, falls es nicht selbst aus dem Afrz. stammt, über ein vorliterarisches *estaccare (mit Wechsel des vermeintlichen Präfixes) wie frz. attacher ‘befestigen, anbinden, verbinden, zuordnen’, afrz. atachier (s. ↗Attaché) auf ein etymologisch zu ↗Stake (s. d.) gehörendes germ. Substantiv, wohl auf got. *stakka ‘Pfahl’ (s. ↗Staket), zurück. Ital. attaccare bedeutet zunächst ‘anbinden’, entwickelt aber im 16. Jh. die Bedeutung ‘angreifen’ (aus ital. attacare una scaramuccia, la battaglia ‘ein Scharmützel, die Schlacht beginnen’). Die dt. Gegenwartssprache kennt nur noch den übertragenen Gebrauch ‘Angriffe gegen eine Person oder Sache richten’. Attacke f. ‘Angriff’, auch ‘anfallartiges Auftreten einer Krankheit’, nach frz. attaque ‘Sturmangriff’ (abgeleitet vom Verb mfrz. frz. attaquer, s. oben), seit Anfang des 17. Jhs. als Attaque (so noch bis Mitte des 19. Jhs.) gebräuchlich, seit Anfang des 18. Jhs. auch in eingedeutschter Form. Die sich im Frz. herausbildende Übertragung ‘Krankheitsanfall’ findet sich im Dt. seit dem letzten Drittel des 18. Jhs.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Anfall · Attacke · ↗Zusammenbruch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (kleiner) epileptischer Anfall · Petit Mal
Synonymgruppe
Angriff · Attacke · ↗Einfall · ↗Offensive · ↗Sturm · ↗Vorstoß · ↗Überfall · ↗Übergriff
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Zugriff!  ●  Angriff!  ugs. · Attacke!  ugs. · Auf sie mit Gebrüll!  ugs., Spruch · Schnappt sie euch!  ugs.
Assoziationen
  • einsatzbereit · ↗gefechtsbereit  ●  klar zum Gefecht  auch figurativ
  • an die Arbeit! · auf zu · los! · und dann gib ihm! · und dann los  ●  Auf zu neuen Taten!  Spruch · Leinen los  fig. · an die Gewehre!  fig. · (auf,) auf zum fröhlichen Jagen  ugs., Zitat · (es) kann losgehen  ugs. · (jetzt aber) ran an die Buletten!  ugs. · (na dann) rauf auf die Mutter  derb, salopp · (na) denn man tau  ugs., plattdeutsch · (na) denn man to  ugs., plattdeutsch · (und) ab geht's  ugs. · ab dafür!  ugs. · also los!  ugs. · auf auf!  ugs. · auf geht's!  ugs., Hauptform · auf gehts  ugs. · aufi!  ugs., süddt. · dann (mal) los!  ugs. · dann lass uns!  ugs. · dann wollen wir mal  ugs. · frisch ans Werk!  ugs. · ↗frischauf  geh., veraltend · gemma!  ugs., bair. · ↗los  ugs. · ran an den Speck!  ugs. · und ab die Post  ugs. · und ab!  ugs. · wir können!  ugs. · ↗wohlan  geh., veraltend
  • (nun mal) nicht so schüchtern!  ugs. · Augen zu und durch!  ugs., Spruch · jetzt aber ran!  ugs. · nun mal ran!  ugs.
  • also dann ...! · dann mal los! · dann wollen wir mal! · na dann ...!

Typische Verbindungen
computergeneriert

World Trade Center Zielscheibe abwehren antisemitisch brutal bösartig erwehren gezielt hart heftig heimtückisch kontern körperlich massiv neuerlich parieren persönlich polemisch reiten rüd scharf spekulativ terroristisch tödlich unfair verbal wüst wütend überleben überstehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Attacke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An die Attacken des eloquenten Schweizers habe er sich gewöhnt.
Die Zeit, 15.03.2006, Nr. 11
Die Frau verletzte sich bei der Abwehr der Attacke leicht.
Der Tagesspiegel, 03.09.2004
Trotz der überraschenden Attacke war ich schneller als das Messer.
Dark, Jason [d.i. Rellergrad, Helmut]: Die Skelett-Vampire, Bergisch Gladbach: Bastei 1992 [1978], S. 381
Dieser politischen Attacke war seit dem Jahre 1807 eine bemerkenswerte Veränderung in der gesellschaftlichen Stellung des Adels zu den Juden vorangegangen.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 44
Sie begnügte sich also bestenfalls, nach gelungener Attacke wieder in ihre Stellung zurückzugehen.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 444
Zitationshilfe
„Attacke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Attacke>, abgerufen am 21.07.2019.

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