Astrologie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungAs-tro-lo-gie · Ast-ro-lo-gie
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungastro--logie
Wortbildung mit ›Astrologie‹ als Letztglied: ↗Mundanastrologie  ·  mit ›Astrologie‹ als Grundform: ↗astrologisch
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Lehre, die aus der mathematischen Erfassung der Örter und Bewegungen der Himmelskörper sowie orts- und zeitabhängiger Koordinatenschnittpunkte Schlüsse zur Beurteilung von irdischen Gegebenheiten und deren Entwicklung zieht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Astrologe · Astrologie · astrologisch
Astrologe m. ‘wer sich auf Astrologie versteht, Sterndeuter’. Griech. astrológos (ἀστρολόγος) ist ein Kompositum aus dem zum kollektiven neutralen Plural ástra (ἀστρα), zu aster (ἀστήρ) m. (s. ↗Aster), rückgebildeten sekundären Singular ástron (ἄστρον) ‘Gestirn, Stern’ und -lógos (s. ↗-loge). Es ist die im älteren Griech. allein übliche Bezeichnung für den Sternkundigen. Die aus dem Orient stammende Sterndeutung hat in Griechenland nur langsam Eingang gefunden (vgl. Capelle in: Hermes 60 (1925) 373 ff.) und zunächst zu einer eigenen Bezeichnung geführt, z. B. astromanté͞ia (ἀστρομαντεία) ‘Sterndeuterei’, astrómantis (ἀστρόμαντις) ‘Sterndeuter’. Erst in hellenistischer Zeit bezeichnet griech. astrológos nicht nur den ‘Sternkundigen’, sondern übernimmt auch die Bedeutung ‘Sterndeuter’. Dieser Doppelsinn haftet ebenso lat. astrologus an wie, lange Zeit hindurch, den Entlehnungen des lat. Wortes in einzelnen europ. Sprachen. In mhd. Zeit ins Dt. aufgenommen (astrologī, Plur.), behält das Maskulinum Astrologus diese zweifache Bedeutung bis ins 17. Jh., erst dann wird inhaltlich zwischen ↗Astrologe und ↗Astronom (s. d.) unterschieden. Die lat. Flexionsendung verliert sich endgültig in der Mitte des 18. Jhs.; die moderne Form Astrologe setzt sich gegenüber älterem Astrolog im 20. Jh. durch. Astrologie f. irrige ‘Lehre vom Einfluß der Gestirne auf irdisches Geschehen’. Das von astrológos abgeleitete griech. astrología (ἀστρολογία) ‘Sternkunde’ gehört zu den ältesten griech. Benennungen einer Fachwissenschaft auf -logía (s. ↗-logie). Es teilt wie lat. astrologia die Bedeutungsentwicklung des zugrundeliegenden Maskulinums. In mhd. Zeit als astrologī(e) entlehnt, gewinnt das Substantiv seine heutige Bedeutung im 17. Jh. (s. ↗Astronomie). Während des 16. bis 18. Jhs. tritt es häufig in lat. (oft auch lat. flektierter) Form auf (Astrologia); Mitte des 18. Jhs. setzt sich die moderne Lautung und Schreibung der Endsilbe definitiv durch. astrologisch Adj. (1. Hälfte 16. Jh.) wird nach dem Vorbild von griech. astrologikós (ἀστρολογικός), lat. astrologicus zunächst unterschiedslos in den Bedeutungen ‘zur Astrologie, zur Astronomie gehörig’ gebraucht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Astrologie · Sterndeuterei · ↗Sterndeutung
Unterbegriffe
  • Schütze  ●  Sagittarius  lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aberglaube Alchemie Alchimie Astronomie Esoterik Glaube Handbuch Handlesen Hellseherei Horoskop Kabbala Kartenlegen Magie Mantik Mathematik Medizin Mystik Mythologie Okkultismus Psychologie Renaissance Tarot Traktat Wahrsagerei Wissenschaft Yoga antik babylonisch chinesisch psychologisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Astrologie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man braucht, um Menschenkenner zu sein, sich nicht mit Astrologie zu beschäftigen.
Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 1
Die Archäologie fehlt der echten Antike ebenso wie deren seelische Umkehrung, die Astrologie.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 164
Bis heute glauben namhafte Politiker und Künstler an die Astrologie.
Der Tagesspiegel, 05.01.2001
Vor 4000 Jahren war nämlich die Sternbeobachtung, die Astronomie, noch nicht getrennt von der Sterndeutung, der Astrologie.
Kracke, Helmut: Aus eins mach zehn und zehn ist keins, Tübingen: Wunderlich Verl. Leins 1968, S. 25
In der antiken Astrologie trifft eben Mathematik und Magie zusammen.
Warburg, Aby Moritz: Schlangenritual, Berlin: Wagenbach 1996 [1923], S. 40
Zitationshilfe
„Astrologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Astrologie>, abgerufen am 19.10.2019.

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