Aschenbrödel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungAschen-brö-del
eWDG, 1967

Bedeutung

Märchengestalt
übertragen
Beispiel:
sie ist immer das Aschenbrödel (= sie muß immer die niedrigsten Arbeiten erledigen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Asche · einäschern · Einäscherung · Aschenbrödel · Aschenputtel · Aschermittwoch
Asche f. ‘Rückstand eines Brandes’, ahd. asca (8. Jh.), mhd. asche, esche, mnd. asche, mnl. assce, nl. as, aengl. æsce, æxe, engl. (Plur.) ashes, anord. schwed. aska führen auf eine Gutturalerweiterung ie. *azg- der Wurzel ie. *hā̌s- ‘glühen, Herd’, zu der auch nhd.Esse (s. d.) sowie außergerm. aind. ā́saḥ ‘Asche, Staub’, hethit. hašša- ‘Asche’, lat. āra ‘Brandaltar, Opferstätte’, ārēre ‘trocken, dürr sein’, āridus ‘trocken, dürr’, ārea ‘freier Platz, Fläche, Tenne’ (eigentlich ‘ausgebrannte, trockene Stelle’) sowie (über eine Dentalerweiterung) griech. ázein (ἄζειν) ‘trocknen, dörren’, azaléos (ἀζαλέος) ‘dürr, trocken’ (s. ↗Azalee) gehören. einäschern Vb. ‘in Asche legen, niederbrennen’ und Einäscherung f. (beide 16. Jh.; im 16. Jh. auch einäschigen); seit Anfang des 20. Jhs. bezeichnen Verb und Substantiv vornehmlich den Vorgang der Feuerbestattung. Aschenbrödel, landschaftlich Aschenputtel n. ‘wer niedrige Arbeit tut und nicht beachtet wird’, mhd. aschenbrodele m. ‘Küchenjunge’, zu ↗brodeln bzw. putteln, ↗buddeln (s. d.) in der mundartlichen Bedeutung ‘wühlen, stauben’. Aschermittwoch m. ‘Tag nach Fastnacht und Beginn der Fastenzeit’, wo den katholischen Gläubigen Asche als Symbol der Vergänglichkeit und Buße aufs Haupt gestreut oder auf die Stirn gestrichen wird. Die Zusammensetzung bewahrt eine (vorwiegend südd.) Nebenform Ascher m. und tritt im 14. Jh. neben gleichbed. mhd. aschtac, das die Literatursprache im 16. Jh. aufgibt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aschenbrödel · ↗Aschenputtel · Cinderella
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aschenbrödel  ugs. · ↗Aschenputtel  ugs. · ↗Heimchen  ugs. · Heimchen am Herd  ugs. · ↗Mauerblümchen  ugs. · ↗Stiefkind  ugs. · graue Maus  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Haselnuß Märchen Nuß Prinz arm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aschenbrödel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war einmal ein Aschenbrödel, das wünschte sich so sehr, auch einmal auf einen Ball gehen zu können.
Die Zeit, 19.02.1973, Nr. 08
Und gab es je ein schöneres Kino-Märchen als "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"?
Der Tagesspiegel, 05.03.2000
Rossini, der dann Paris beherrscht, huldigt mit »Tell« und »Aschenbrödel« dem Romantischen.
Benz, Richard: Die romantische Geistesbewegung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 16490
Drei Monate Schmerzen, Schweiß und Operationen machen aus Aschenbrödel eine Königin.
Die Welt, 22.12.2004
Und gegenüber den Interessen der Schiffahrt und Industrie, die mit ihren Abwässern große Wasserstrecken bedroht, mußte die Fischerei wie ein Aschenbrödel bescheiden zurücktreten.
Berliner Tageblatt, 04.03.1912
Zitationshilfe
„Aschenbrödel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Aschenbrödel>, abgerufen am 16.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Aschenbecher
Aschenbahn
aschen
Aschekübel
Aschekasten
Ascheneimer
Aschengrube
Aschenkasten
Aschenkippe
Aschenkrug