Arschkriecher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungArsch-krie-cher
WortzerlegungArschKriecher
Wortbildung mit ›Arschkriecher‹ als Erstglied: ↗Arschkriecherei
eWDG, 1967

Bedeutung

vulgär, Schimpfwort schmeichlerischer, katzbuckelnder Mensch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Arsch · Arschloch · Arschkriecher · Arschlecker · arschklar · verarschen
Arsch m. ‘Hintern, Gesäß’, ahd. (um 1000), mhd. asächs. ars, mnd. ārs, ērs, mnl. aers, eers, ers, nl. aars, naars, aengl. ærs, ears, engl. arse, anord. ars, rass führen mit griech. órrhos (ὄρρος, aus *órsos) ‘Hintern, Steiß’, air. err (aus *ersā) ‘Schwanz, Ende’ auf ie. *ers-, *ors- ‘Hintern, Schwanz’, das als s-Erweiterung zur Wurzel ie. *er- ‘sich bewegen, emporstehen’ gestellt wird. Ob dabei von einer Grundvorstellung ‘sich bewegender Schwanz’ (de Vries Nl. 6) oder ‘Erhebung, vorstehender Körperteil’ (Frisk 2, 427) auszugehen ist, bleibt ungewiß. Arschloch n. ‘After’, ahd. arsloh (11. Jh.), mhd. arsloch, mnd. ārslok. Arschkriecher m. Arschlecker m. ‘unterwürfiger, widerlicher Schmeichler’, beide 1839 lexikalisch verzeichnet, doch vermutlich älter, vgl. in den Arsch kriechen (um 1800), am (im) Arsch lecken (16. Jh.). arschklar Adj. ‘völlig einleuchtend’ (Ende 19. Jh.); zweifelhaft, ob entstellend aus arg klar ‘ganz klar’, obwohl eine derartige Zersprechung aus dem Reiz, etw. vermeintlich Anstößiges bedenkenlos aussprechen zu dürfen, erklärbar wäre. verarschen Vb. ‘veralbern, zum Narren halten’ (Anfang 20. Jh.); wohl spontane Bildung der Soldatensprache.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kriecher · ↗Schmeichler  ●  ↗Radfahrer  fig. · ↗Wurm  veraltet · Arschkriecher  derb · Byzantiner  geh., veraltend · ↗Liebediener  geh. · ↗Schleimer  ugs., Hauptform · ↗Schleimscheißer  derb · ↗Schranze  geh., veraltet · ↗Speichellecker  derb · ↗Steigbügelhalter  geh. · ↗Stiefellecker  derb
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Titel Sir ist eine völlig belanglose Ehre und zeigt nur, dass er jetzt auch unter die Arschkriecher gegangen ist.
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2002
Sogar dem hochmütigen Arschkriecher Hacks wurde in seinen besseren Zeiten mal ein Stück verübelt und halb verboten.
Die Zeit, 24.08.1990, Nr. 35
Im neuen STERN reden sie über Daum, Kochen, Oper und Arschkriecher.
Bild, 23.11.2000
Zitationshilfe
„Arschkriecher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Arschkriecher>, abgerufen am 25.06.2019.

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