Arretierung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungAr-re-tie-rung
Wortzerlegungarretieren-ung
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
das Arretieren
2.
Vorrichtung zum Arretieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

arrestieren · Arrest · Arrestant · arretieren · Arretierung
arrestieren Vb. ‘festhalten, festnehmen, festsetzen’, mhd. (westmd.) arrestieren (14. Jh.), entlehnt wohl aus mnl. arrestēren (13. Jh.), das seinerseits (unter Einfluß von afrz. arester, mfrz. arrester ‘anhalten, mit Beschlag belegen’?) auf mlat. arrestare ‘zurück-, festhalten, beschlagnahmen’ beruht (vgl. lat. restāre ‘zurückstehen, zurückbleiben’ und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’). Im Dt. bezeichnet das Verb zunächst die Beschlagnahme bzw. Pfändung von Waren und Gütern (bis ins 19. Jh.). Die Ausdehnung des Wortinhalts auf Personen im Sinne von ‘festnehmen, festsetzen’ beginnt im 15. Jh.; heute dafür arretieren (s. unten). Arrest m. ‘Beschlagnahme, Freiheitsentzug’. Vom 15. Jh. an sowohl ‘Beschlagnahme’ (von Geld und Sachwerten, gemäß mlat. arrestum ‘das Beschlagnahmte, Beschlagnahmung’) als auch ‘Festsetzung’ (von Personen, entsprechend dem Gebrauch von arrestieren), und zwar als ‘Haft’ oder ‘leichte, kurzfristige Freiheitsstrafe’. Arrestant m. ‘wer unter Arrest steht, Festgenommener’. Im 16. bis 18. Jh. (als Entlehnung von mlat. arrestans, Genitiv arrestantis, Part. Präs. von mlat. arrestare, s. oben) ‘wer eine Beschlagnahme, eine Festnahme vornimmt’, erst vom 18. Jh. an in der heutigen (dem mlat. arrestatus ‘Häftling’ entsprechenden) Bedeutung. arretieren Vb. ‘(sich) verweilen, aufhalten’ (nur 17./18. Jh.), ‘festnehmen, verhaften’ (seit 18. Jh., das ältere arrestieren verdrängend), ‘festhalten, -machen’ (19. Jh.), in allen Bedeutungen entlehnt aus frz. arrêter, afrz. arester (s. oben). In der Fachsprache der Technik ‘sperren, blockieren’ (von beweglichen Geräteteilen) mit dem Substantiv Arretierung f. ‘Sperr-, Hemmvorrichtung’ (20. Jh.), letzteres auch älter im Sinne von ‘Festnahme’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arretierung · ↗Ergreifung (auf frischer Tat) · ↗Festnahme · ↗Gefangennahme · ↗Inhaftnahme · ↗Verhaftung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fahrersitz lösen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Arretierung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mir dagegen bleibt nichts anderes übrig, als mich zu der selbst gewählten Arretierung zu bekennen.
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2004
Eine Arretierung erlaubte es, je zwei Leisten in verschiedenen Winkeln zueinander zu fixieren.
Die Zeit, 30.10.1992, Nr. 45
Die Arretierung des Kerns und die Anordnung von Windpfeifen und Eigußtrichtern war bei diesem Verfahren bereits ziemlich kompliziert.
o. A.: Lexikon der Kunst - G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 9808
Der Prozeß soll schließlich mit der Verurteilung der Angeklagten enden, nicht mit der Arretierung von Polizeirat Stieber.
Schädlich, Hans Joachim: Tallhover, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 37
Und außerdem kamen auch Mitteilungen über Mißstände bei Arretierungen, auch über Festnahme von Juden.
o. A.: Siebenundsiebzigster Tag. Freitag, 8. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1146
Zitationshilfe
„Arretierung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Arretierung>, abgerufen am 22.10.2019.

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