Arm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Arm(e)s · Nominativ Plural: Arme
Aussprache
Wortbildung mit ›Arm‹ als Erstglied: ↗Armband · ↗Armbeuge · ↗Armbeugen · ↗Armbewegung · ↗Armbinde · ↗Armbruch · ↗Armeslänge · ↗Armfüßer · ↗Armfüßler · ↗Armgelenk · ↗Armhaltung · ↗Armknochen · ↗Armkreisen · ↗Armlehne · ↗Armleuchter · ↗Armloch · ↗Armlänge · ↗Armmuskel · ↗Armprothese · ↗Armreif · ↗Armring · ↗Armsessel · ↗Armstuhl · ↗Armstumpf · ↗Armtragetuch · ↗Armvoll · ↗armamputiert · ↗armdick · ↗armförmig
 ·  mit ›Arm‹ als Letztglied: ↗Fangarm · ↗Flussarm · ↗Freundesarm · ↗Greifarm · ↗Hauptarm · ↗Hebelarm · ↗Hinterarm · ↗Häscherarm · ↗Kraftarm · ↗Kreuzarm · ↗Lastarm · ↗Meeresarm · ↗Mutterarm · ↗Nebenarm · ↗Oberarm · ↗Polypenarm · ↗Scherenarm · ↗Schwenkarm · ↗Seitenarm · ↗Spinnenarm · ↗Tennisarm · ↗Tonarm · ↗Treppenarm · ↗Unterarm · ↗Vorderarm · ↗Waffenarm · ↗Wandarm · ↗Wasserarm · ↗Wischarm · ↗Wischerarm · ↗Wurzelarm
 ·  formal verwandt mit: ↗beidarmig · ↗dreiarmig · ↗einarmig · ↗mehrarmig · ↗vielarmig · ↗zweiarmig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Glied des menschlichen Körpers von der Schulter an
Beispiele:
der rechte, linke Arm
starke, kräftige, stämmige, sehnige, knochige, behaarte, volle, runde Arme
ein Arm voll Holz
umgangssprachlich beide Arme voll haben (= mit beiden Armen etw. tragen)
die Arme abspreizen, (aus)breiten, (aus)strecken, dehnen, heben, (in die Höhe) recken, emporstrecken, hochreißen, in die Luft werfen, hochhalten, hin- und herschwingen, schwenken
gehoben die Arme öffnen
die Arme kreisen, sinken, fallen, (schlaff) herabhängen lassen
die Arme anwinkeln, kreuzen, übereinanderschlagen, (über der Brust, hinter dem Kopf) verschränken, in die Seiten, Hüften stemmen, auf den Tisch legen, auf etw. (auf)stützen, (auf)stemmen
gehoben jmdm. den Arm reichen, (an)bieten
gehoben jmds. Arm nehmen (= sich bei jmdm. einhaken)
jmds. Arm festhalten, umklammern
den Arm um jmdn., um jmds. Schulter legen
die Arme um jmdn., um jmds. Hals, Nacken schlingen
sich [Dativ] den Arm brechen
den Arm auskugeln, verrenken
jmdm. den Arm abnehmen (= amputieren)
der Arm erlahmt, schläft ein
gehoben Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, / Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen? [GoetheFaustI 2606]
mit Präposition
in Verbindung mit »am«, »an«
Beispiele:
jmdn. am Arm nehmen, ziehen, packen
sich an jmds. Arm hängen
gehoben an jmds. Arm gehen
in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
sich auf jmds. Arm (auf)stützen
ein Kind auf dem Arm tragen
Vater nahm dich oft auf seinen Arm [TucholskyDeutschland116]
übertragen
Beispiel:
salopp jmdn. auf den Arm nehmen (= zum besten haben)
in Verbindung mit »aus«
Beispiel:
gehoben sich aus jmds. Armen lösen, winden
in Verbindung mit »in«
Beispiele:
jmdn. in die Arme nehmen (= jmdn. umarmen)
gehoben jmdn. in die Arme schließen (= jmdn. umarmen)
gehoben jmdm. in die Arme fliegen, sinken
gehoben sich in jmds. Arme flüchten
jmdn. im Arm, in den Armen halten
in jmds. Armen liegen
Er hat den Knaben wohl in dem Arm [GoetheErlkönig]
In den Armen liegen sich beide [SchillerBürgschaft]
übertragen
Beispiele:
gehoben in Morpheus' Armen ruhen, liegen (= schlafen)
Arm in Arm gehen (= eingehakt gehen)
jmdm. in die Arme laufen (= zufällig begegnen)
jmdn. jmdm. in die Arme treiben (= jmdn. ausliefern)
jmdm. in den Arm fallen (= jmdn. zurückhalten)
Arm in Arm mit dir, / So fordr' ich mein Jahrhundert in die Schranken [SchillerCarlosI 9]
in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
mit entblößten, nackten, hängenden, erhobenen Armen
mit den Armen den Takt schlagen, um sich schlagen
salopp mit den Armen schlenkern, fuchteln
bildlich
Beispiele:
jmdn. mit offenen Armen (= freudig) aufnehmen, empfangen
mit verschränkten Armen (= untätig) zusehen
in Verbindung mit »über«
Beispiele:
den Mantel über den Arm nehmen
Der Hut hing ihr an seinen zusammengeknüpften Bändern über dem einen Arm [Th. MannKröger9,260]
in Verbindung mit »unter«
Beispiele:
jmdn. unter den Arm fassen (= sich bei jmdm. einhaken)
die Aktentasche unter den Arm nehmen, klemmen
meine Geige ... die ich unterm Arme hielt [EichendorffTaugenichts3,15]
übertragen
Beispiele:
salopp, scherzhaft die Beine unter die Arme nehmen (= sich sputen)
jmdm. (mit 50 Euro) unter die Arme greifen (= jmdm. helfen)
2.
Beispiel:
der Arm (= Fangglied) des Polypen
3.
bildlich schmaler, seitwärts abgehender Teil
Beispiele:
der Arm des Wegweisers, (Kron)leuchters, Ankers, Hebels, der Waage
der Fluss teilt sich in mehrere Arme
ein toter Arm des Flusses
Ein eiserner Arm streckte sich aus dem Giebel [des Wirtshauses] vor und trug einen ... vergoldeten Schlüssel [FontaneIrrungenI 3,266]
4.
übertragen Macht
Beispiele:
der (strafende) Arm der Gerechtigkeit, des Gesetzes
jmd. hat, besitzt einen langen Arm (= weitreichenden Einfluss)
5.
umgangssprachlich Ärmel
Beispiele:
ein Kleid mit langem, halbem Arm
ein angeschnittener Arm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Arm · Ärmel · umarmen
Arm m. Die germ. Bezeichnungen für die menschlichen Vordergliedmaßen ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. arm (mnl. auch aerm, arem), aengl. arm (earm), anord. armr, engl. schwed. arm, got. arms (germ. *arma-) führen wie die außergerm. Verwandten aslaw. ramo, russ. (älter) rámo (рамо) ‘Schulter’, lat. armus ‘Oberarm, Schulterblatt, Vorderbug der Tiere’, aind. īrmáhḥ ‘Arm’ als Bildungen mit mo-Suffix und unterschiedlichen Ablautstufen im ersten Wortteil auf die Wurzel ie. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’. Arm entwickelt vielfältigen übertragenen Gebrauch; ahd. bereits für die Querbalken des Kreuzes, aber auch als Symbol von ‘Macht, Stärke’, mhd. für ‘Ranke, Zweig’ und ‘Abzweigung eines Wasserlaufs’, später allgemein für armähnliche Teile von Gegenständen und technischen Geräten sowie für armähnlich sich bewegende Maschinenteile. Ärmel m. ‘armbedeckender Teil eines Kleidungsstücks’, ahd. armilo ‘was zum Arm gehört, am Arm getragen wird’, d. i. ‘Armreif, Armfessel’ (10. Jh.), mhd. mnd. ermel ‘Ärmel’, aengl. earmella. umarmen Vb. ‘mit den Armen umfassen’ (1. Hälfte 17. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Arm · obere Extremität
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Baby Bein Brust IRA Kluft Kopf Reich Schere Schulter ausbreiten ausgestreckt ausstrecken bewaffnet erhoben gebrechen greifen heben hochreißen klemmen legen link militärisch packen recht recken strecken treiben verlängert verschränken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Arm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele der Überlebenden verlieren eine Hand, ein Bein, einen Arm.
Die Zeit, 13.09.2013, Nr. 38
Und ich werde dann nur noch zum verlängerten Arm von irgend jemand.
konkret, 1994
Der rechte Arm blieb gelähmt, und B. begann mit der linken Hand zu arbeiten.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 3998
Mir bleibt nichts anderes übrig, als ihn auf dem Arm mitzunehmen.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 98
Aber dieser Arm, der zu den Sternen heben kann, umschlingt nicht jeden.
Hofmannsthal, Hugo von: Balzac. In: Mathias Bertram (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 27713
Zitationshilfe
„Arm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Arm>, abgerufen am 21.05.2019.

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