Anspielung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anspielung · Nominativ Plural: Anspielungen
Aussprache
WorttrennungAn-spie-lung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Anspielung‹ als Erstglied: ↗anspielungsreich
eWDG, 1967

Bedeutung

absichtlich verhüllter Hinweis, Andeutung
Beispiele:
eine geheimnisvolle, versteckte, deutliche, unmissverständliche, leise, scherzhafte, bissige Anspielung
eine Anspielung machen, verstehen, überhören
sich in Anspielungen ergehen
auf eine Anspielung reagieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(versteckter) Hinweis · ↗Andeutung · Anspielung · ↗Anzüglichkeit · ↗Fingerzeig · ↗Zweideutigkeit · ↗Zwischenton  ●  ↗Allusion  geh., lat. · ↗Innuendo  geh., bildungssprachlich · ↗Wink  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anspielung · Spiel mit Mehrdeutigkeiten · ↗Wortspiel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andeutung Assoziation Fülle Homosexualität Metapher Querverweis Verweis Wortspiel Zitat biblisch entschlüsseln erotisch gelehrt hinzufügen ironisch literarisch mythologisch satirisch scherzen sexuell spicken subtil titeln vag versteckt voll wimmeln witzeln witzig zahllos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anspielung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In meinem neuen Film gibt es keine Anspielungen auf aktuelle Ereignisse, weil der Geschichte nichts hinzuzufügen ist.
Der Tagesspiegel, 21.11.2001
Immer wieder meint man erotische Anspielungen zu erspähen, aber nie werden diese offen gelegt.
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2001
Ihre Handlung war einfach und klar, enthielt vergnügliche Anspielungen, und die Musik war ungekünstelt, sprühend, witzig und volkstümlich.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 9
Ich war glücklich, diesmal sehr viel zu verstehen, auch von den Anspielungen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 155
Sehr häufig fanden sich in den katholischen Blättern lobende Anspielungen auf Lamennais.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 2282
Zitationshilfe
„Anspielung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Anspielung>, abgerufen am 15.10.2019.

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