Ambivalenz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ambivalenz · Nominativ Plural: Ambivalenzen
Aussprache
WorttrennungAm-bi-va-lenz (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

Doppelwertigkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ambivalenz · ambivalent
Ambivalenz f. ‘Doppelwertigkeit von Gefühlen’, gelehrte Neubildung (1910/11) des Psychiaters E. Bleuler, der unter affektiver Ambivalenz das ‘Nebeneinanderbestehen von entgegengesetzten Gefühlen’ (Zu- und Abneigung zugleich) versteht. Das Wort ist wahrscheinlich nach dem Vorbild von ↗Äquivalenz (s. d.) gebildet aus ↗Valenz (s. d.) in Verbindung mit lat. amb(i)- (s. ↗Ambiguität). ambivalent Adj. ‘doppelwertig (von Gefühlen), zwiespältig’ (Freud 1916), in der Sprachwissenschaft ‘doppel-, mehrdeutig’ (2. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ambivalenz · ↗Unentschiedenheit · ↗Zwiespältigkeit
Synonymgruppe
Ambivalenz · ↗Doppeldeutigkeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anziehung Doppeldeutigkeit Ekel Faszination Hauptfigur Komplexität Mehrdeutigkeit Moderne Paradoxie Vieldeutigkeit Vielschichtigkeit Widersprüchlichkeit Zweideutigkeit abgründig charakteristisch charakterlich eigenartig eigentümlich enthusiastisch herausarbeiten kennzeichnen merkwürdig moralisch reflektieren schillernd sexuell spiegeln thematisieren unaufhebbar verdeutlichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ambivalenz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Ambivalenz, so unterschiedlich verbrämt sie auch immer erscheint, ist stets präsent.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 90
Der in Jena geborene Künstler, der heute in Köln lebt, besteht auf Ambivalenz.
Der Tagesspiegel, 14.05.1999
Dafür kehrt die oben skizzierte Ambivalenz um so pointierter zurück.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 369
Mit anderen Meistern der Politik hat er die Ambivalenz der Leistung gemeinsam.
Die Zeit, 18.10.1963, Nr. 42
Sein Ablauf ist bestimmt durch die Ambivalenz eines Hin und Her oder eines schwebenden Kreisens.
Scheuerl, H.: Spiel. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 35807
Zitationshilfe
„Ambivalenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ambivalenz>, abgerufen am 20.07.2019.

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