Albernheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Albernheit · Nominativ Plural: Albernheiten
Aussprache
WorttrennungAl-bern-heit
Wortzerlegungalbern1-heit
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich törichtes, kindisches Benehmen
Beispiel:
Selbst seine Albernheiten gefielen ihr [Kellerm.Tunnel136]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

albern · albern · Albernheit
albern Adj. ‘kindisch, töricht, unseriös’. Ahd. alawāri ‘freundlich, wohlwollend’ (10. Jh.), mhd. al(e)wære ‘schlicht, einfältig’, anord. ǫlværr ‘freundlich’ sind Zusammensetzungen des unter ↗wahr (s. d.) behandelten Adjektivs mit verstärkendem germ. *ala- (s. ↗all); vgl. got. allawērei ‘Redlichkeit’. Das nicht mehr als Kompositum empfundene Wort unterliegt dem Wandel von lw zu lb und führt zu frühnhd. alber, das bis zum 18. Jh. neben dem aus den flektierten Formen sich herausbildenden albern (Ende 16. Jh.) fortbesteht. albern Vb. ‘sich kindisch, unernst benehmen’ (16. Jh.); dafür im 20. Jh. häufig herumalbern. Albernheit f. ‘unernstes, kindisches Benehmen’, auch ‘unseriöse, unqualifizierte Äußerung’ (z. B. Albernheiten sagen), löst (Mitte 17. Jh.) Bildungen wie Alberkeit (Ende 16. Jh.), Alberheit (1. Hälfte 17. Jh.), Albertät (1. Hälfte 17. Jh.) ab.

Thesaurus

Synonymgruppe
Albernheit · Flausen · ↗Kinderei(en) · ↗Mätzchen  ●  ↗Sperenzchen  ugs., regional · Sperenzkes  ugs., regional · Spirenzchen  ugs., regional
Assoziationen
Synonymgruppe
Alberei · Albernheit · ↗Schwabenstreich  ●  ↗Geblödel  ugs.
Psychologie
Synonymgruppe
(jemandes) tolles Treiben · Albernheit(en) · ↗Blödelei(en) · Herumgealber · Herumgeblödel · Jux und Dollerei · Kindereien · ↗Tollerei(en) · ↗Torheit(en) · tolles Treiben  ●  ↗Infantilität  geh. · Rumgealber(e)  ugs. · Rumgeblödel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrund Absurdität Angst Banalität Einfall Ernst Freude Grenze Hang Humor Ironie Mischung Moment Spaß Weisheit Witz ausgelassen blank gewiss grenzen herrlich kindisch lachen modisch pubertär solch umschlagen übertreffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Albernheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Keine Band pflegte die pubertären Albernheiten ähnlich überzeugend wie das Trio aus New York.
Die Welt, 18.06.2004
Die Tochter wendet sich ab, sie schämt sich solcher Albernheit der Mutter.
Süddeutsche Zeitung, 02.03.1995
Jetzt hatte sie durch ihre maßlose Albernheit alles vollends kaputt gemacht.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 269
Ich bin nicht so alt, daß ich ein 23jähriges Wesen mürrisch beanstande; aber hier liegt Albernheit vor.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 18
Die Albernheit hindert den Leser nicht sich betroffen und beunruhigt zu fühlen.
Auerbach, Erich: Mimesis, Bern: Francke 1959 [1946], S. 58
Zitationshilfe
„Albernheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Albernheit>, abgerufen am 24.05.2019.

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