Abzocke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abzocke · Nominativ Plural: Abzocken · wird selten im Plural verwendet
WorttrennungAb-zo-cke
Grundformabzocken
Wahrig und DWDS, 2017

Bedeutung

abwertend, salopp (meist betrügerisches) Bestreben, einen im Vergleich zur Leistung überhöhten Gewinn zu erzielen, häufig durch Ausnutzen der Notlage oder Unerfahrenheit anderer, Übervorteilung; das Übervorteiltwerden
Beispiele:
Von dreister Abzocke ist die Rede, von skrupellosen Geschäftsmethoden. [Süddeutsche Zeitung, 06.08.2016]
So gibt das Magazin Tipps für kostenlose Sportangebote und günstige Handytarife, warnt vor Abzocke bei der Wohnungssuche und blendet auch kritische Themen wie Kriminalität nicht aus. [Süddeutsche Zeitung, 28.11.2016]
Im Kampf gegen Internetkriminalität wie Abzocke und Betrug, Ausspähen oder Sabotage braucht Europa nach Ansicht von IT-Experten eine abgestimmte Strategie. [Die Zeit, 14.03.2016 (online)]
Vielmehr werde der Verbraucher unter anderem durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vor Abzocke und Irreführung geschützt. [Der Tagesspiegel, 05.04.2001]
Die Abzocke im frommen Milieu lief fast immer nach derselben Masche: Telefaxe, angeblich aus Zaire, die eine gefälschte Unterschrift des Erzbischofs […] von Kinshasa trugen, baten deutsche Amtsbrüder, dem Neffen des zairischen Oberhirten einen Christendienst zu erweisen: Eric Bamungwabi[…] benötige für sich, seine Frau und drei Kinder dringend Flugtickets von Deutschland nach Kinshasa. [Der Spiegel, 24.06.1996, Nr. 26]
Lies vor Deiner Reise gründlich nach, wie das in Deinem Reiseland sein wird, welcher Wechselkurs herrscht und auf welche Abzocken Du nicht hereinfallen solltest! [Pink Compass, 12.07.2016, aufgerufen am 14.02.2017] ungewöhnl. Pl.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zocken · Zocker · abzocken · Abzocke
zocken Vb. ‘am Glücksspiel teilnehmen’, entlehnt (zuerst rotw. 19. Jh.) aus jidd. zschocken, zachkenen ‘spielen’, hebr. śᵉḥōq ‘lachen, scherzen, spielen’ (Wolf Rotw. 346). Zocker m. ‘(gewerbsmäßiger) Glücksspieler’, (um 1900), rotw. Zchocker, jidd. zachkan, zachkener. Dazu die Weiterbildung abzocken Vb. ‘beim Spiel ausnehmen’, allgemein ‘zweifelhafte oder überhöhte Gebühren verlangen, jmdm. etw. listig oder hinterhältig abnehmen’, mit dem Verbalabstraktum Abzocke f. (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Betrug · ↗Gaunerei · ↗Irreführung · ↗Manipulation · ↗Nepp · ↗Rosstäuscherei · ↗Schwindel · ↗Trickserei · ↗Täuschung  ●  Abzocke  ugs. · ↗Bauernfängerei  ugs. · Beschmu  ugs. · Fraud  fachspr., engl. · ↗Mogelpackung  ugs., fig. · Scam  fachspr., engl. · ↗Schmu  ugs. · ↗Schummelei  ugs. · krumme Tour(en)  ugs., salopp
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abzockerei · ↗Geldmacherei · ↗Geldschneiderei · Profitmacherei · ↗Wucher  ●  Abzocke  ugs., Hauptform · ↗Beutelschneiderei  geh., veraltet
Assoziationen
Zitationshilfe
„Abzocke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Abzocke>, abgerufen am 16.07.2019.

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