Abriss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abrisses · Nominativ Plural: Abrisse
Aussprache
WorttrennungAb-riss
Grundformabreißen1
Ungültige SchreibungAbriß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Abriss‹ als Erstglied: ↗Abrissarbeit · ↗Abrissbirne · ↗Abrissfirma · ↗Abrisskante · ↗Abrissnische
eWDG, 1967

Bedeutung

das Niederreißen, der Abbruch
Beispiel:
der Abriss der Ruine, des alten Gebäudes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reißen · Reißbrett · Reißzeug · Reißen · abreißen · Abriß · anreißen · aufreißen · Aufriß · ausreißen · einreißen · verreißen · zerreißen · Reißer
reißen Vb. ‘entzwei-, auseinandergehen, gewaltsam (in einzelne Teile) auseinandertrennen, an etw. ziehen, zerren, sich teilen, trennen, lösen, (von Raubtieren) ein Beutetier töten’, reflexiv ‘sich ritzen, sich verletzen’, ahd. rīʒan ‘einritzen, schreiben’ (9. Jh.), mhd. rīʒen ‘reißen, zerreißen, einritzen, schreiben, zeichnen’, asächs. wrītan ‘zerreißen, verwunden, einritzen, schreiben’, mnd. wrīten ‘reißen, schreiben, zeichnen’, mnl. rīten, nl. rijten, aengl. wrītan ‘einritzen, reißen, schreiben, zeichnen’, engl. to write ‘schreiben’, anord. rīta ‘einritzen, schreiben’. Sichere außergerm. Beziehungen finden sich nicht. Man versucht, im Hinblick auf griech. rhīnós (ῥινός) ‘Haut von Mensch und Tier, besonders Rindshaut, der aus Rindshaut hergestellte Schild’, rhī́nē (ῥίνη, aus *u̯rīnā) ‘Feile, Raspel’ die germ. Formen an eine Dentalableitung zu ie. *u̯rei-, *u̯rī-, Erweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘aufreißen, ritzen’, anzuschließen; s. auch ↗reizen, ↗Riß, ↗ritzen. reißen bedeutet ursprünglich ‘ritzen’, speziell ‘(Runen)zeichen auf Buchenstäbchen einritzen’, dann ‘schreiben, zeichnen’ und (an ‘ritzen, einschneiden’ anschließend) ‘gewaltsam trennen’. Reißbrett n. ‘Brett als Unterlage zum Anfertigen technischer und geometrischer Zeichnungen’, Reißzeug n. ‘Geräte zum technischen Zeichnen’ (Reißfeder, -schiene, -zirkel u. a.) schließen als Bildungen des 17. Jhs. an reißen ‘zeichnen’ an. Reißen n. ‘Gliederschmerzen, Rheumatismus’ (18. Jh.). abreißen Vb. ‘losreißen, gewaltsam abtrennen, abgehen, sich lösen, niederreißen, abbrechen, abnutzen’, früher auch ‘ein Bild im Umriß entwerfen’, mhd. aberīʒen ‘herabreißen, entreißen, rauben’; Abriß m. ‘das Niederreißen, Abbruch, Zeichnung, Entwurf, gedrängte Darstellung, Überblick’ (16. Jh.). anreißen Vb. ‘ein kleines Stück einreißen, einen kleinen Riß anbringen, zu verbrauchen beginnen’, in der Technik ‘Linien, Formen von Werkstücken vorzeichnen’, umgangssprachlich ‘durch marktschreierische Methoden Käufer anlocken’ (15. Jh.). aufreißen Vb. ‘gewaltsam öffnen, auseinanderreißen, sich öffnen, aufplatzen’, mhd. ufrīʒen; in der Technik ‘einen Aufriß zeichnen’; Aufriß m. ‘Zeichnung eines senkrechten Schnittes oder der Außenseite eines Gegenstandes, gedrängter Überblick, kurze Darstellung’ (17. Jh.). ausreißen Vb. ‘herausreißen, herausziehen, durch Reißen entfernen, durch Reißen kaputtgehen, sich lösen, die Flucht ergreifen, davonlaufen’, ahd. ūʒrīʒan (Hs. 12. Jh.), mhd. ūʒrīʒen; vgl. Reißaus nehmen ‘davonlaufen, fliehen’ (Ende 16. Jh.), aus dem Imperativ reiß aus! einreißen Vb. ‘einen Riß bekommen, einen Riß verursachen, abbrechen, zerstören, zur Gewohnheit werden’, frühnhd. ‘überhandnehmen’ (15. Jh.). verreißen Vb. ‘vernichtend kritisieren’, zuvor ‘durch vieles Tragen zerreißen (von Kleidern), in Stücke reißen, vernichten’, mhd. verrīʒen ‘zerreißen’. zerreißen Vb. ‘(gewaltsam) trennen, in Stücke reißen, auseinanderreißen, (durch Abnutzung) entzweigehen, ein Loch in ein Kleidungsstück reißen’, mhd. zerrīʒen ‘zerreißen, zerfetzen, zerfleischen’. Reißer m. ‘wer reißt, zerreißt, Gerät zum Zerreißen von Textilien’ (17. Jh.), ‘wer Käufer in den Laden lockt’ (gleichsam an sich reißt, s. oben anreißen), dann auch ‘Artikel, der sich gut verkauft’ sowie ‘spannungsvolles, auf Publikumswirksamkeit berechnetes Bühnenstück, Buch, Filmwerk’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abriss (eines Buches) · ↗Ausschnitt · ↗Auszug · ↗Inhaltsangabe · ↗Inhaltsübersicht · ↗Klappentext · ↗Kurzzusammenfassung · ↗Zusammenfassung  ●  ↗Digest  engl. · ↗Abrégé  geh., franz. · ↗Abstract  fachspr., engl. · ↗Breviarium  geh., lat., veraltet · ↗Epitome  fachspr., griechisch · ↗Exzerpt  geh. · ↗Konspekt  fachspr., lat.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abbruch · Abriss · ↗Demolierung · ↗Zerstörung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahornblatt Altbau DDR-Außenministerium Deutschlandhall Eissporthall Entsorgung Gebäude ICC Mauer Neubau Palast Plattenbau Plattenbaute Plattenbauwohnung Ruine Rückbau Sanierung Staatsratsgebäude Stadtschloss Studentendorf Südflügel Treppenturm Umbau beschlossen biographisch drohend freigeben geplant geschichtlich historisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abriss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt droht dem Haus der Abriss, es steht bereits leer.
Bild, 17.01.2002
Und mit dem Abriss der Bauten ist es nicht getan.
Der Tagesspiegel, 21.08.2001
Infolgedessen kann auch an dieser Stelle nur ein lückenhafter Abriß geboten werden.
Albrecht, Hans: Magnificat. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 34398
Eine Sammlung von biographischen Abrissen, die die mannigfaltigen Kräfte nebeneinanderstellt, ist ihrem Wesen nach nicht geeignet, die Einheit der deutschen Entwicklung aufzuzeigen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 161
So stellen die dort gehaltenen Reden einen Abriß der nationalsozialistischen Weltanschauung dar.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 06.03.1936
Zitationshilfe
„Abriss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Abriss#1>, abgerufen am 19.06.2019.

Weitere Informationen …

Abriss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abrisses · Nominativ Plural: Abrisse
Aussprache
WorttrennungAb-riss
Grundformabreißen2
Ungültige SchreibungAbriß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Abriss‹ als Letztglied: ↗Lebensabriss
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
veraltend Zeichnung
Beispiel:
Dann nahm ich mein Zeichnungsbuch heraus und beschloß, einen Abriß dieser Sache zu machen [Stifter3,420]
2.
gedrängte Darstellung, Überblick
Beispiel:
ein (kurzer) Abriss der Weltgeschichte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reißen · Reißbrett · Reißzeug · Reißen · abreißen · Abriß · anreißen · aufreißen · Aufriß · ausreißen · einreißen · verreißen · zerreißen · Reißer
reißen Vb. ‘entzwei-, auseinandergehen, gewaltsam (in einzelne Teile) auseinandertrennen, an etw. ziehen, zerren, sich teilen, trennen, lösen, (von Raubtieren) ein Beutetier töten’, reflexiv ‘sich ritzen, sich verletzen’, ahd. rīʒan ‘einritzen, schreiben’ (9. Jh.), mhd. rīʒen ‘reißen, zerreißen, einritzen, schreiben, zeichnen’, asächs. wrītan ‘zerreißen, verwunden, einritzen, schreiben’, mnd. wrīten ‘reißen, schreiben, zeichnen’, mnl. rīten, nl. rijten, aengl. wrītan ‘einritzen, reißen, schreiben, zeichnen’, engl. to write ‘schreiben’, anord. rīta ‘einritzen, schreiben’. Sichere außergerm. Beziehungen finden sich nicht. Man versucht, im Hinblick auf griech. rhīnós (ῥινός) ‘Haut von Mensch und Tier, besonders Rindshaut, der aus Rindshaut hergestellte Schild’, rhī́nē (ῥίνη, aus *u̯rīnā) ‘Feile, Raspel’ die germ. Formen an eine Dentalableitung zu ie. *u̯rei-, *u̯rī-, Erweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘aufreißen, ritzen’, anzuschließen; s. auch ↗reizen, ↗Riß, ↗ritzen. reißen bedeutet ursprünglich ‘ritzen’, speziell ‘(Runen)zeichen auf Buchenstäbchen einritzen’, dann ‘schreiben, zeichnen’ und (an ‘ritzen, einschneiden’ anschließend) ‘gewaltsam trennen’. Reißbrett n. ‘Brett als Unterlage zum Anfertigen technischer und geometrischer Zeichnungen’, Reißzeug n. ‘Geräte zum technischen Zeichnen’ (Reißfeder, -schiene, -zirkel u. a.) schließen als Bildungen des 17. Jhs. an reißen ‘zeichnen’ an. Reißen n. ‘Gliederschmerzen, Rheumatismus’ (18. Jh.). abreißen Vb. ‘losreißen, gewaltsam abtrennen, abgehen, sich lösen, niederreißen, abbrechen, abnutzen’, früher auch ‘ein Bild im Umriß entwerfen’, mhd. aberīʒen ‘herabreißen, entreißen, rauben’; Abriß m. ‘das Niederreißen, Abbruch, Zeichnung, Entwurf, gedrängte Darstellung, Überblick’ (16. Jh.). anreißen Vb. ‘ein kleines Stück einreißen, einen kleinen Riß anbringen, zu verbrauchen beginnen’, in der Technik ‘Linien, Formen von Werkstücken vorzeichnen’, umgangssprachlich ‘durch marktschreierische Methoden Käufer anlocken’ (15. Jh.). aufreißen Vb. ‘gewaltsam öffnen, auseinanderreißen, sich öffnen, aufplatzen’, mhd. ufrīʒen; in der Technik ‘einen Aufriß zeichnen’; Aufriß m. ‘Zeichnung eines senkrechten Schnittes oder der Außenseite eines Gegenstandes, gedrängter Überblick, kurze Darstellung’ (17. Jh.). ausreißen Vb. ‘herausreißen, herausziehen, durch Reißen entfernen, durch Reißen kaputtgehen, sich lösen, die Flucht ergreifen, davonlaufen’, ahd. ūʒrīʒan (Hs. 12. Jh.), mhd. ūʒrīʒen; vgl. Reißaus nehmen ‘davonlaufen, fliehen’ (Ende 16. Jh.), aus dem Imperativ reiß aus! einreißen Vb. ‘einen Riß bekommen, einen Riß verursachen, abbrechen, zerstören, zur Gewohnheit werden’, frühnhd. ‘überhandnehmen’ (15. Jh.). verreißen Vb. ‘vernichtend kritisieren’, zuvor ‘durch vieles Tragen zerreißen (von Kleidern), in Stücke reißen, vernichten’, mhd. verrīʒen ‘zerreißen’. zerreißen Vb. ‘(gewaltsam) trennen, in Stücke reißen, auseinanderreißen, (durch Abnutzung) entzweigehen, ein Loch in ein Kleidungsstück reißen’, mhd. zerrīʒen ‘zerreißen, zerfetzen, zerfleischen’. Reißer m. ‘wer reißt, zerreißt, Gerät zum Zerreißen von Textilien’ (17. Jh.), ‘wer Käufer in den Laden lockt’ (gleichsam an sich reißt, s. oben anreißen), dann auch ‘Artikel, der sich gut verkauft’ sowie ‘spannungsvolles, auf Publikumswirksamkeit berechnetes Bühnenstück, Buch, Filmwerk’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abriss (eines Buches) · ↗Ausschnitt · ↗Auszug · ↗Inhaltsangabe · ↗Inhaltsübersicht · ↗Klappentext · ↗Kurzzusammenfassung · ↗Zusammenfassung  ●  ↗Digest  engl. · ↗Abrégé  geh., franz. · ↗Abstract  fachspr., engl. · ↗Breviarium  geh., lat., veraltet · ↗Epitome  fachspr., griechisch · ↗Exzerpt  geh. · ↗Konspekt  fachspr., lat.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abbruch · Abriss · ↗Demolierung · ↗Zerstörung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahornblatt Altbau DDR-Außenministerium Deutschlandhall Eissporthall Entsorgung Gebäude ICC Mauer Neubau Palast Plattenbau Plattenbaute Plattenbauwohnung Ruine Rückbau Sanierung Staatsratsgebäude Stadtschloss Studentendorf Südflügel Treppenturm Umbau beschlossen biographisch drohend freigeben geplant geschichtlich historisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abriss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt droht dem Haus der Abriss, es steht bereits leer.
Bild, 17.01.2002
Und mit dem Abriss der Bauten ist es nicht getan.
Der Tagesspiegel, 21.08.2001
Infolgedessen kann auch an dieser Stelle nur ein lückenhafter Abriß geboten werden.
Albrecht, Hans: Magnificat. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 34398
Eine Sammlung von biographischen Abrissen, die die mannigfaltigen Kräfte nebeneinanderstellt, ist ihrem Wesen nach nicht geeignet, die Einheit der deutschen Entwicklung aufzuzeigen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 161
So stellen die dort gehaltenen Reden einen Abriß der nationalsozialistischen Weltanschauung dar.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 06.03.1936
Zitationshilfe
„Abriss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Abriss#2>, abgerufen am 19.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
abrinnen
abringen
abrinden
Abriegelung
abriegeln
Abrissarbeit
Abrißbirne
Abrißfirma
Abrisskante
Abrissnische