Abneigung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abneigung · Nominativ Plural: Abneigungen
Aussprache
WorttrennungAb-nei-gung (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

leichter Widerwille, Aversion
Gegenwort zu Zuneigung
Beispiele:
eine heftige, lebhafte, unerklärliche, instinktive, unüberwindliche, tiefe, persönliche, krankhafte Abneigung gegen jmdn., etw. haben, empfinden
jmd., etw. erregte seine Abneigung
seine Abneigung nicht verbergen können, überwinden
jmds. Abneigung erwidern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

neigen · geneigt · abgeneigt · Neigung · Abneigung · Neige · verneigen · Verneigung · zuneigen · Zuneigung
neigen Vb. ‘beugen, schräg stellen, senken’, reflexiv ‘zu Ende gehen’. Das schwache Verb ahd. (h)neigen ‘neigen, senken, biegen, abwenden, beugen, unterwerfen’ (8. Jh.), mhd. neigen, asächs. gihnēgian, mnl. neighen, nl. neigen, aengl. hnǣgan, anord. hneigja, got. hnaiwjan ‘erniedrigen’ (germ. *hnaigwjan) kann entweder als Kausativum zum starken Verb (im Dt. bis 15. Jh. belegt) ahd. (h)nīgan ‘sich neigen (vor), sich niederbücken’ (8. Jh.), mhd. nīgen, asächs. aengl. hnīgan, mnd. nīgen, mnl. nīghen, nl. nijgen, anord. hnīga ‘sich neigen, sinken, fallen’, schwed. niga ‘knicksen’, got. hneiwan ‘sich neigen’ (germ. *hneigwan) oder als denominative jan-Ableitung zu dem in aengl. hnāg, hnāh ‘gebeugt, demütig’, got. hnaiws ‘niedrig, demütig’ vorliegenden Adjektiv angesehen werden. Außergerm. vergleichbar ist lediglich die Wortgruppe lat. nītī (nīs(s)us, (g)nīxus sum) ‘sich stemmen, stützen, sich in der Schwebe halten, steigen, klettern’, nictāre ‘zwinkern’, cōnīvēre ‘die Augen zudrücken, blinzeln’, so daß von ie. *kneigu̯h- ‘neigen, sich biegen’ ausgegangen werden kann. Dazu stellt sich mit Labialerweiterung ie. *kneib-, wozu anord. hnipinn ‘mißmutig, biegsam’, hnīpa ‘den Kopf hängen lassen, mißmutig sein’ und wohl auch lit. knìbti ‘zusammenknicken, zusammensinken’, kneĩbtis, kneĩptis ‘sich beugen, sich versenken, sich vertiefen’. geneigt Part.adj. ‘gewogen, zugetan’, in der Fügung geneigt sein, mhd. geneiget sīn; abgeneigt Part.adj. ‘nicht willens, frei von jeder Neigung, übel gesinnt’ (17. Jh.). Neigung f. ‘Zuneigung, freundschaftliche Gesinnung’, mhd. neigunge; dann auch ‘geneigte Haltung, Lage’ (2. Häfte 16. Jh.). Abneigung f. ‘ablehnende Haltung, Widerwille’ (17. Jh.), vgl. mhd. abeneigunge ‘Gefälle’. Neige f. ‘letzter Inhalt eines Gefäßes’ (Ende 15. Jh.), vor allem in der Wendung bis zur Neige ‘völlig, restlos’ und zur Neige gehen ‘dem Ende zugehen’ (Anfang 17. Jh.); vgl. mhd. neige ‘Biegung, Senkung, Tiefe, Ende’. verneigen Vb. reflexiv ‘sich verbeugen’ (17. Jh.); vgl. mhd. verneigen ‘herabbeugen, unterdrücken’; Verneigung f. ‘Verbeugung’ (Anfang 19. Jh.). zuneigen Vb. ‘hinwenden, eine Vorliebe haben’, reflexiv ‘Sympathie empfinden, sich hingezogen fühlen’, mhd. zuoneigen ‘hinwenden’; Zuneigung f. ‘das Hingewendetsein, Liebe’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem ein) Gräuel · ↗(körperliche) Ablehnung · (körperliche) Abneigung · ↗Abscheu · ↗Aversion · ↗Ekelgefühl(e) · Sich-Abwenden · ↗Widerwille  ●  ↗Ekel  Hauptform · ↗Degout  geh., franz.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abneigung · ↗Animosität · ↗Antipathie · ↗Feindlichkeit · ↗Feindschaft · ↗Feindseligkeit · feindselige Einstellung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(einen) Horror (haben vor) · ↗(moralische) Abscheu · ↗(moralischer) Ekel · ↗(starke) Antipathie · Abneigung · ↗Aversion · ↗Widerstreben · ↗Widerwillen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Haß Hehl Mißtrauen Neigung Vorliebe Zuneigung abgrundtief anfänglich ausgeprägt ausgesprochen bekunden gefühlsmäßig gegenseitig hegen herzlich innig instinktiv kundtun latent prinzipiell tief tiefsitzend unverhohlen unüberwindlich verbreitet verhehlen verwurzelt wechselseitig weitverbreitet überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abneigung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An der Abneigung gegen seinen ehemaligen Finanzminister hat sich nichts geändert.
Der Tagesspiegel, 09.03.2002
Gegen diese Schule habe ich schon immer eine Abneigung gehabt.
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2001
Auch Rita dachte zum ersten Mal ohne Abneigung über ihn nach.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 199
Dennoch kann von einer wirklichen Abneigung gegen die Kirche natürlich nicht die Rede sein.
Corbin, Solange u. a.: Frankreich. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14289
K. gibt darin besonders seiner Abneigung gegen Karl V. lebhaften Ausdruck.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 177
Zitationshilfe
„Abneigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Abneigung>, abgerufen am 22.04.2019.

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