Ablauf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ablauf(e)s · Nominativ Plural: Abläufe
Aussprache
WorttrennungAb-lauf (computergeneriert)
Grundformablaufen
Wortbildung mit ›Ablauf‹ als Letztglied: ↗Arbeitsablauf · ↗Bauablauf · ↗Betriebsablauf · ↗Bewegungsablauf · ↗Dienstablauf · ↗Entscheidungsablauf · ↗Fertigungsablauf · ↗Filmablauf · ↗Fristablauf · ↗Gedankenablauf · ↗Gesamtablauf · ↗Geschehensablauf · ↗Geschäftsablauf · ↗Handlungsablauf · ↗Jahresablauf · ↗Klimaablauf · ↗Lebensablauf · ↗Monatsablauf · ↗Naturablauf · ↗Planablauf · ↗Produktionsablauf · ↗Programmablauf · ↗Projektablauf · ↗Prozessablauf · ↗Sprechablauf · ↗Szenenablauf · ↗Tagesablauf · ↗Unterrichtsablauf · ↗Verfahrensablauf · ↗Wetterablauf · ↗Wirtschaftsablauf · ↗Zeitablauf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Singular
das Ablaufen, Abfließen
Beispiel:
durch welchen das Wasser ... zum Ablauf bewogen wurde [Th. MannHerr u. Hund9,574]
2.
Ort des Ablaufens
Beispiele:
der Ablauf des Waschbeckens, Teiches
Ich hatte nie an seinen Mund gedacht, der eingezogen war wie die Öffnung eines Ablaufs [RilkeBrigge5,246]
Sport Startlinie
Beispiel:
die Prüfung brachte 7 Pferde an den Ablauf
3.
Verlauf
Beispiele:
der Ablauf der Dinge, Ereignisse, der Geschichte, des Tages, Programmes, Unterrichts, Geschehens, einer Handlung, Aktion
der Ablauf unserer Witterung, des Verkehrs
etw. gewährleistet, sichert, verspricht einen reibungslosen Ablauf
ein normaler, natürlicher, geregelter, ungestörter, schneller, zügiger, langsamer Ablauf
im geschichtlichen, zeitlichen, chronologischen Ablauf
die sozialen Abläufe
daß man musikalische Abläufe (= Folgen) in physikalisch-mathematische Formeln einfing [HesseGlasperlensp.6,104]
4.
nach, vor, mit Ablaufnach, vor, mit Beendigung einer Zeitspanne
Beispiele:
nach, vor Ablauf der Frist, (Warte)zeit, (Amts)periode
(noch) vor Ablauf einer Stunde
mit Ablauf des (Kalender)jahres
Beendigung der Gültigkeitsdauer
Beispiel:
nach Ablauf des Visums
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laufen · Lauf · Läufer · Zeitläufte · Lauft · Zeitlauf · läufig · geläufig · beiläufig · landläufig · vorläufig · ablaufen · Ablauf · anlaufen · Anlauf · auflaufen · Auflauf · auslaufen · Auslauf · belaufen · einlaufen · Einlauf · überlaufen · Überläufer · verlaufen · Verlauf · zerlaufen · Laufbahn · Lauffeuer · Laufgraben · Laufpaß · Laufzettel
laufen Vb. ‘(zu Fuß) gehen, rennen, fließen’. Für das gemeingerm. reduplizierende Verb ahd. (h)loufan (8. Jh.), mhd. loufen, asächs. -hlōpan, mnd. mnl. lōpen, nl. lopen, aengl. hlēapan ‘laufen, treten, tanzen’, engl. to leap ‘springen, hüpfen’, anord. hlaupa ‘laufen, springen’, schwed. löpa ‘laufen’, got. ushlaupan ‘aufspringen’ sind ie. Verwandte nicht mit Sicherheit nachzuweisen; eine (lautlich mögliche) Verbindung mit lit. šlubúoti ‘lahmen, hinken’ bzw. klùpti ‘niederknien, stolpern’ befriedigt semantisch nicht. Seebold 261 sieht Anknüpfungsmöglichkeiten in lit. keliáuti ‘wandern, reisen’, griech. kéleuthos (κέλευθος) ‘Weg, Pfad, Bahn, Reise’. Dann vielleicht über eine Erweiterung ie. *keleu- ‘wandern, Weg’ zur Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ (s. ↗halten)? Die Vorstellung größerer Schnelligkeit tritt in neuerer Sprache vielfach zurück, so daß laufen für gehen eintreten kann. In nhd. Zeit wird laufen häufig auf Bewegungen von Fahrzeugen und Maschinen und speziell von Flüssigkeiten bezogen. Lauf m. ‘das Laufen, Verlauf, Flußlauf, Bein des Haarwilds’, auch ‘Rohr von Handfeuerwaffen’ (vgl. Gewehrlauf), ahd. (h)louf (9. Jh.), mhd. louf, mnd. lōp, mnl. nl. loop ‘Gang, Lauf, Verlauf’, anord. hlaupr ‘Sprung’ führen auf germ. *hlaupa-, daneben (mit anderer Stammbildung) aengl. hlīep ‘Sprung’, anord. hlaup n. ‘Sprung, Lauf, Galopp (des Pferdes)’. Im Dt. auch das ti-Abstraktum germ. *hlaufti- mit ahd. (h)louft (8. Jh.), mhd. louft, nhd. (älter) Lauft, erhalten in Zeitläufte (s. unten). Läufer m. ‘wer (gut) läuft, Sportler einer Laufdisziplin, langer Teppich’, ahd. (h)loufāri (um 800), mhd. loufære, löufære ‘Bote, Rennpferd’. Zeitläufte Plur. ‘Zeitabschnitte mit ihren Ereignissen’ (18. Jh.), Zusammensetzung mit Lauft m. das im Anschluß an ahd. (h)louft (9. Jh.), mhd. louft im älteren Nhd. neben Lauf (s. oben) gebraucht wird; daneben Zeitlauf m. seit dem 17. Jh. bezeugt und im Sing. wie im Plur. verwendet. läufig Adj. ‘brünstig’, besonders von Hunden (15. Jh.), mhd. löufec, löufic ‘gangbar, bewandert, gerieben’, noch bis ins 18. Jh. im Sinne von ‘häufig vorkommend, gebräuchlich’ (wofür dann geläufig). geläufig Adj. ‘häufig vorkommend, allgemein bekannt, vertraut, fließend, perfekt’ (17. Jh.). beiläufig Adj. ‘wie zufällig, nebenher’, (südd.) ‘ungefähr’ (um 1500), daneben frühnhd. auch beiläuftig (15. Jh.). landläufig Adj. ‘üblich, allgemein bekannt’, frühnhd. lantlöufig, auch ‘im Lande umgehend’ (15. Jh.). vorläufig Adj. ‘nicht endgültig, einstweilig’ (17. Jh.), eigentlich ‘vorher-, vorausgehend’. ablaufen Vb. ‘weglaufen, abfließen, zu Ende gehen, sich ereignen, seinen Verlauf nehmen’, mhd. abeloufen; Ablauf m. ‘das Ablaufen, Abfluß(graben), Verlauf’, mhd. abelouf. anlaufen Vb. ‘sich in Bewegung setzen, anstürmen, ansteuern, beginnen, beschlagen, zunehmen’, ahd. ana(h)loufan (9. Jh.), mhd. aneloufen; Anlauf m. ‘das Anlaufen, Beginn, Anstoß’, ahd. ana(h)louf (10./11. Jh.), ana(h)louft (8. Jh.), mhd. anlouf ‘Ansturm, Angriff’. auflaufen Vb. ‘auf Grund laufen, aufgehen, anwachsen’, mhd. ūfloufen, auch ‘einen Auflauf bilden, anschwellen’; Auflauf m. ‘Zusammenlaufen einer erregten Menschenmenge’, mhd. ūflouf; ‘überbackene Speise’ (19. Jh.). auslaufen Vb. ‘herausfahren, zu Ende gehen, aufhören’, mhd. ūʒloufen, auch ‘hinauslaufen, entlaufen’; Auslauf m. ‘das Auslaufen, Strecke hinter dem Ziel’, mhd. ūʒlouf ‘Auszug, Durchfall, Ruhr’. belaufen Vb. ‘anlaufen, beschlagen’, sich belaufen auf ‘betragen’, mhd. beloufen, auch ‘durchlaufen, überlaufen’. einlaufen Vb. ‘kleiner werden, ankommen, eingehen’ (17. Jh.). Einlauf m. ‘Ankunft am Ziel, Darmspülung’, frühnhd. ‘Einfall, das Eindringen’ (16. Jh.). überlaufen Vb. ‘desertieren, überfließen’, mhd. überloufen, auch ‘treffen, befallen, übergehen, auslassen, durchlaufen’; Überläufer m. ‘Deserteur’ (15. Jh.), mhd. überloufer ‘wer etw. kurz behandelt, abtut’. verlaufen Vb. ‘ablaufen, vergehen, verirren’, ahd. fir(h)loufan ‘vorauslaufen, überholen’ (9. Jh.), ‘vergehen’ (um 1000), mhd. verloufen, auch ‘vorüberlaufen, sich begeben, sich abnützen’; Verlauf m. ‘Ablauf, Entwicklung, Vorgang’ (15. Jh.). zerlaufen Vb. ‘auseinandergehen, -fließen’, ahd. zi(h)loufan ‘herab-, auseinanderlaufen’ (8. Jh.), mhd. zerloufen, auch ‘vergehen’. Laufbahn f. ‘Bahn für Wettrennen’ (17. Jh.), ‘Werdegang, Berufsweg’ (seit dem 18. Jh. als Verdeutschung von ↗Karriere, s. d.). Lauffeuer n. ‘Feuer (zur Fernzündung), das sich über einen Strich ausgeschütteten Pulvers bewegt’ (17. Jh.), in der Wendung wie ein Lauffeuer (sich ausbreiten) ‘sehr schnell’; in jüngerer Zeit als ‘sich schnell (über trockenes Laub und Gras hin) ausbreitendes Feuer’ aufgefaßt (vgl. schweiz. Laubfeuer). Laufgraben m. ‘zum Schutz vor Geschossen angelegter Graben’ (16. Jh.). Laufpaß m. ‘Ausweis für entlassene (invalide) Soldaten und Arbeitsuchende, der die freie Bewegung innerhalb eines Landes zusichert’ (18. Jh.), heute noch in der Wendung jmdm. den Laufpaß geben ‘jmdn. wegschicken’. Laufzettel m. zunächst (17. Jh.) wie jüngeres Laufpaß, dann ‘Zettel an Werkstücken zur Eintragung bestimmter Arbeitsgänge, Zettel, der durch eine Reihe von Büros läuft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ablauf · ↗Hergang · ↗Prozess · ↗Verlauf · ↗Vorgang  ●  ↗Verfolg  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ablauf · ↗Geschehen · ↗Handlung · ↗Handlungsschema · ↗Vorgang
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Ablauf · ↗Akt · ↗Vorgang · ↗Vorgehen
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Ablauf · ↗Ausfluss · ↗Ausflussöffnung · ↗Ausguss
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Ablauf · ↗Fortgang · ↗Fortschritt · ↗Geschehen · ↗Verlauf
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Computer
Synonymgruppe
Abarbeitung · Ablauf · ↗Ausführung · ↗Verarbeitung  ●  Execution  fachspr.
Synonymgruppe
Ablauf · ↗Handlung · Handlungsgerüst · Handlungskern · ↗Plot · ↗Story
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Nacheinander · ↗Abfolge · Ablauf · ↗Aufeinanderfolge · ↗Chronologie · ↗Folge · ↗Gang · ↗Lauf · ↗Rangfolge · ↗Reihe · ↗Reihenfolge · ↗Sequenz · ↗Serie · zeitliche Aufeinanderfolge  ●  ...strecke (journalistisch)  fachspr., Jargon
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtsperiode Amtszeit Angebotsfrist Bewerbungsfrist Dopingsperre Ereignis Friedenspflicht Frist Geschehen Hauptversammlung Jahresfrist Kündigungsfrist Legislaturperiode Mandat Spekulationsfrist Sperre Sperrfrist Spielzeit Ultimatum Verjährungsfrist Vertrag betrieblich geregelt geschichtlich intern optimieren ordnungsgemäß organisatorisch reibungslos zeitlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ablauf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber der Ablauf der ursprünglichen Struktur zerfällt dabei fast vollständig.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2004
Es gebe ein öffentliches Interesse, hieß es, den Ablauf der Ereignisse genau zu verstehen.
Der Tagesspiegel, 30.08.2003
Kohl rechtfertigt das Vorgehen mit dem schnellen Ablauf der Ereignisse, der rasche Entscheidungen erfordert habe.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 411
Das Vorrecht erlischt drei Jahre nach Ablauf der Zeit, für die das Erbbaurecht bestellt war.
o. A.: Verordnung über das Erbbaurecht. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997
Ich wußte bis nach dem Ablauf des tatsächlichen Geschehens eigentlich nicht, was hier gespielt werden sollte.
o. A.: Zehnter Tag. Samstag, 1. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 24524
Zitationshilfe
„Ablauf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ablauf>, abgerufen am 20.07.2019.

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