Abhandlung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abhandlung · Nominativ Plural: Abhandlungen
Aussprache
WorttrennungAb-hand-lung (computergeneriert)
Wortzerlegungabhandeln2-ung
eWDG, 1967

Bedeutung

Untersuchung, Aufsatz
Beispiel:
eine gelehrte, wissenschaftliche, philosophische, grundlegende Abhandlung über etw. schreiben, verfassen, vorlegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

handeln · Handel · Händler · Handlung · abhandeln · Abhandlung · behandeln · Behandlung · mißhandeln · unterhandeln · verhandeln · Verhandlung
handeln Vb. ‘etw. tun, tätig sein, Handel treiben, feilschen, betreffen’, ahd. hantalōn (9. Jh.), mhd. handeln, asächs. handlon, mnd. mnl. nl. handelen, aengl. handlian, engl. to handle, anord. handla, hǫndla, schwed. handla gehören als Ableitungen zu den unter ↗Hand (s. d.) angegebenen Formen und bedeuten zunächst ‘in die Hand nehmen, nach etw. greifen’, ferner ‘behandeln, bearbeiten’. Stark differenziert sich der Gebrauch im Mhd., insbesondere im Sinne von ‘etw. tun, verrichten, betreiben’. Frühnhd. setzen (im Anschluß an Handel ‘Kaufgeschäft’, s. unten) mit kaufmannssprachlich ‘Handel treiben’ (16. Jh.), ‘den Preis festlegen, feilschen’ (17. Jh.) neue Gebrauchstraditionen ein. Auf (wissenschaftliche) Untersuchung und Darstellung bezieht sich handeln in der seit Luther geläufigen Verwendung ‘beschreiben, behandeln’, jünger oft mit unpersönlichem Subjekt ‘zum Inhalt haben’. Handel m. ‘gewerbsmäßiger Ein- und Verkauf, Geschäft, Angelegenheit’, mhd. handel ‘Handlungsweise, Vorgang, Begebenheit’, auch ‘Gerichtsverhandlung, Rechtssache’ (dazu der seit frühnhd. Zeit häufige Plural Händel ‘Streitigkeiten, Zwist’) ist Rückbildung zu handeln; seit dem Frühnhd. (15. Jh.) im Sinne von ‘Kaufgeschäft, Kaufmannsgewerbe’. Händler m. ‘Ein- und Verkäufer, Handeltreibender’, mhd. handeler, handler ‘wer etw. tut, vollbringt, Unterhändler’ (14. Jh.); die im Nhd. allein geläufige Bedeutung ‘Warenverkäufer’ ist seit 1500 nachweisbar und bleibt in zahlreichen Zusammensetzungen bis in jüngste Zeit lebendig, u. a. Buch-, Briefmarken-, Einzel-, Kohlenhändler. Handlung f. ‘Tat, Geschehen, Geschäft, Laden’, mhd. handelunge, in mannigfacher Verwendung, u. a. bereits ‘Kaufhandel’; vgl. ahd. hantalunga ‘Behandlung’ (10. Jh.). abhandeln Vb. ‘ein Thema erörtern, behandeln, durch Kauf oder Tausch erlangen, (den Preis) herunterhandeln’, geläufig seit dem 16./17. Jh.; vgl. mnd. afhandelen im Sinne von ‘abfinden’ (um 1300); Abhandlung f. ‘Unterhandlung, (schriftliche) Darlegung’ (16. Jh.). behandeln Vb. ‘bearbeiten, mit jmdm. umgehen, jmdn. zu heilen suchen’, frühnhd. auch ‘verhandeln’ (16. Jh.), mhd. ‘die Hand reichen’ (12. Jh.); vgl. mnd. behandelen ‘in die Hände bekommen, in die Hände liefern, ein-, aushändigen’; Behandlung f. ‘Bearbeitung, Umgang mit jmdm., ärztliche Betreuung, (wissenschaftliche) Darstellung’, frühnhd. ‘das Betasten’ und ‘Verhandlung’ (16. Jh.). mißhandeln Vb. ‘übel behandeln’, mhd. missehandeln, auch reflexiv ‘sich vergehen, verfehlen’; dazu Mißhandlung, mhd. missehandelunge. unterhandeln Vb. ‘zu vermitteln suchen’; dazu Unterhändler (beide 16. Jh.). verhandeln Vb. ‘über etw. sprechen, um eine Einigung zu erzielen’, mhd. verhandeln, verhendeln ‘verkehrt handeln, schlecht behandeln’, reflexiv ‘sich zutragen, verlaufen’; Verhandlung f. ‘Unterredung, Auseinandersetzung’ (15. Jh.), mhd. (und frühnhd.) verhandelunge ‘falsche Handlung, Vergehen’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Abhandlung · ↗Arbeit · ↗Ausarbeitung · ↗Traktat · ↗Werk · akademische Arbeit · wissenschaftliche Arbeit  ●  ↗Elaborat  geh., lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abhandlung · ↗Artikel · ↗Aufsatz · ↗Bericht · ↗Essay · ↗Veröffentlichung  ●  ↗Paper  ugs. · ↗Skript  fachspr., Jargon
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussatz Essay Schriftenreihe Sexualtheorie Traktat Verfasser Vorrede akademisch ausführlich erschienen gelehrt gesammelt geschrieben kulturhistorisch kunstgeschichtlich langatmig lesenswert logisch-philosophisch mathematisch philosophisch politikwissenschaftlich populärwissenschaftlich rechtswissenschaftlich seitenlang soziologisch theologisch theoretisch verfassen verfaßt wissenschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abhandlung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum haben Sie überhaupt eine Abhandlung über die Schönheit geschrieben?
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2004
Auch eine negative Abhandlung ist immer noch besser als keine.
Die Zeit, 15.11.1974, Nr. 47
Mit größter Energie warf er sich auf die alte Abhandlung.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 125
Soweit dieses Gebiet nicht in den ortsgeschichtlichen Arbeiten in die Darstellung einbezogen ist, liegen wenig selbständige Abhandlungen darüber vor.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 917
Doch würde die genaue Beschreibung dieser technischen Prozesse den Rahmen der gegenwärtigen Abhandlung überschreiten.
Orientalisches Archiv, 1913, Nr. 2, Bd. 3
Zitationshilfe
„Abhandlung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Abhandlung>, abgerufen am 19.05.2019.

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