Abfindung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abfindung · Nominativ Plural: Abfindungen
Aussprache
WorttrennungAb-fin-dung
Wortbildung mit ›Abfindung‹ als Erstglied: ↗Abfindungsleistung · ↗Abfindungssumme
eWDG, 1967

Bedeutung

(einmalige) Entschädigung
Beispiele:
die Abfindung der Erben, Gläubiger
eine hohe, endgültige Abfindung bieten, bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finden · abfinden · Abfindung · erfinden · Erfindung · Erfinder · erfinderisch · unerfindlich · Fund · Fundgrube · Findelkind · Findling · findig · spitzfindig · ausfindig · fündig
finden Vb. ‘durch Zufall, durch Suchen, durch Nachdenken auf etw. stoßen’, ahd. findan (8. Jh.), mhd. vinden, asächs. fīðan, findan, mnd. mnl. nl. vinden, aengl. findan, engl. to find, anord. schwed. finna, got. finþan. Herkunft ungewiß. Vielleicht mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’ und lat. pōns (Genitiv pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ zur Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ (s. auch ↗fahnden). abfinden Vb. ‘Ansprüche befriedigen’, reflexiv ‘sich zufriedengeben’ (16. Jh.); zuerst (14. Jh.) in der nd. Rechtssprache belegt mit der Bedeutung ‘durch Gerichtsurteil absprechen, aberkennen’. Abfindung f. ‘Befriedigung von Ansprüchen, Entschädigung’ (16. Jh.). erfinden Vb. ‘bisher noch nicht Vorhandenes ersinnen, erschaffen’, ahd. irfindan ‘erfahren, erkennen, erfassen’ (9. Jh.), mhd. ervinden ‘ausfindig machen, bemerken, erfahren’. Erfindung f. ‘das Ersonnene, Erschaffene’ (15. Jh.). Erfinder m. ‘wer bisher nicht Vorhandenes ersinnt, erschafft’ (15. Jh.), heute besonders im technischen Bereich. erfinderisch Adj. ‘einfallsreich’ (18. Jh.). unerfindlich Adj. ‘unerklärlich’, spätmhd. unervindelich. Fund m. ‘das Finden, das Gefundene’, in der Schwundstufe des Verbs, mhd. vunt, auch bergmannssprachlich ‘neuentdeckte Lagerstätte von Erzen’, dafür auch Fundgrube f. (14. Jh.), übertragen ‘Ort, wo eine Fülle von Erkenntnissen, Belehrungen anzutreffen ist’ (Ende 15. Jh.). Ursprünglich wohl zu ablautendem Fund gebildet und nachträglich (meist im 16. Jh.) an finden angelehnt sind: Findelkind n. ‘ausgesetztes, von Fremden gefundenes Kind’, vgl. mhd. vuntkint, dann auch frühnhd. vündelkint, zu frühnhd. vündel, vindel ‘Findelkind’, Deminutivum zu vunt. Findling m. ‘Findelkind’, mhd. vundelinc; seit dem 19. Jh. auch ‘ein durch Gletscher transportierter Gesteinsblock’. findig Adj. ‘erfinderisch, schlau’, mhd. vündec, vündic ‘erfinderisch, findbar’, seit dem 16. Jh. in der Form findig, s. aber unten fündig. spitzfindig Adj. älter spitzfündig, ‘listig, überklug’ (16. Jh.), vgl. auch spitzer Fund (Luther) und Spitzfund m. (16. Jh.) ‘überklug, trügerisch Erdachtes’. ausfindig Adj. älter ausfündig, meist in festen Wendungen ausfindig machen, werden ‘bekanntmachen, bekannt werden, herausfinden, erforschen’ (15. Jh.). fündig Adj. ‘Bodenschätze aufweisend, ergiebig’, seit dem 16. Jh. bedeutungsdifferenzierend die alte Form gegenüber findig (s. oben) bewahrend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abfindung · ↗Belohnung · ↗Entschädigung · ↗Nachzahlung · ↗Reparation · ↗Wiedergutmachung
Unterbegriffe
  • Kriegsentschädigungen · Reparationen · Reparationslasten · Reparationsleistungen · Reparationszahlungen · Schadensersatz für Kriegsschäden · Wiedergutmachungsleistungen
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfindung · ↗Abfindungszahlung  ●  goldener Handschlag  fig. · ↗Abfindungsleistung  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altersteilzeit Anrechnung Arbeitslosengeld Aufhebungsvertrag Freibetrag Höhe Kündigungsschutz Millionenhöhe Minderheitsaktionär Monatsgehalt Prämie Sozialplan Vorruhestand Vorruhestandsregelunge Zahlung angeboten angemessen anrechnen einmalig erstreiten fällig gezahlt großzügig kassieren millionenschwer vereinbart versüßen zahlen Übergangsgeld üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abfindung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und Judd finde die Abfindung auch prima, weil er nun nie mehr im Leben arbeiten müsse.
Die Welt, 23.07.2002
So fragt man sich heute, ob es im vergangenen Jahr nötig war, ihm eine horrende Abfindung anzubieten.
Der Tagesspiegel, 18.09.2001
Doch wird bis zum Erreichen einer derartigen Abfindung gewöhnlich ein langer und selten Erfolg versprechender Weg sein.
Die Landfrau, 07.02.1925
Er ist aber freigestellt und wartet auf seine Kündigung samt Abfindung.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 925
Bewilligt seien ihm schließlich 650 M., wovon 550 M. für von ihm gemachte Auslagen entfielen und 80 bis 100 M. eine Abfindung darstellten.
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 28819
Zitationshilfe
„Abfindung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Abfindung>, abgerufen am 24.08.2019.

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