Abdecker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abdeckers · Nominativ Plural: Abdecker
Aussprache
WorttrennungAb-de-cker
eWDG, 1967

Bedeutung

Berufsbezeichnung   jmd., der Tierleichen verwertet, Schinder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

decken · gedackt · Decke · Deckel · Gedeck · Abdecker · Abdeckerei
decken Vb. ‘auf etw. legen, über etw. breiten, schützen, verbergen’, in der Kaufmannssprache ‘finanziell aufkommen, absichern’, ahd. thecken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. decken, nl. dekken, afries. thekka, aengl. þeccan ‘decken’, engl. to thatch ‘mit Stroh decken’, anord. þekja, schwed. täcka (germ. *þakjan) führen mit den unter ↗Dach (s. d.) genannten germ. und außergerm. Formen auf die Wurzel ie. *(s)teg- ‘decken’. Das alte Part. Prät. (mit Rückumlaut) mhd. gedact ‘gedeckt’ bewahrt der Orgelbau in nhd. gedackt Part.adj. ‘bedeckt, mit einem Deckel versehen’ (von Orgelpfeifen, zur Beeinflussung der Tonhöhe). Decke f. ‘gewebtes oder wollenes Tuch zum Aus-, Überbreiten, oberer Abschluß eines Raumes, Auflage, Belag’, ahd. theckī (8. Jh.), mhd. decke. Deckel m. ‘oberer Verschluß eines Gefäßes’, vom Verb abgeleitete Gerätebezeichnung mit el-Suffix (15. Jh.). Gedeck n. ‘Eß- und Trinkgerät für eine Person’ (18. Jh., für frz. couvert), ‘feste Speisenfolge’ (1. Hälfte 20. Jh.); vgl. ahd. githeckī ‘Dach, Schirm, Schutz’ (9. Jh.), mhd. gedecke ‘(Bett)decke’. Abdecker m. ‘wer Tierleichen verwertet’ (1. Hälfte 16. Jh.), zu frühnhd. abdecken ‘ein verendetes Tier aus der Decke (Fell) schlagen, ihm die Haut abziehen’, für älteres ↗Schinder (s. d.); Abdeckerei f. ‘Arbeitsstätte und Gewerbe des Abdeckers’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Geschichte
Synonymgruppe
Fallmeister · Feldmeister · Kafiller · Kaviller · Kleeken · Kleemeister · Luderführer · Mausgewitz · ↗Racker · ↗Schinder  ●  Abdecker  Hauptform · Tierkörperbeseitiger  Amtsdeutsch, Hauptform · ↗Wasenmeister  oberdeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Henker Hundefänger Mörder Scharfrichter Schinder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abdecker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb schmissen sie ihre tot geborenen Kälber lieber in den Wald als den Abdecker zu informieren.
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2001
Die schlechten Kühe treiben die Bauern zum Abdecker, die guten in die eigenen Ställe.
Die Zeit, 14.01.1991, Nr. 02
Der neue Besitzer Iwans fuhr zu dem nächstgelegenen Abdecker und kaufte dort den Schinken von einem krepierten Schwein.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 31
Das sind Feyerabend und Abdecker Froese, nach den Stimmen zu urteilen.
Bobrowski, Johannes: Levins Mühle, Frankfurt a. M.: Fischer 1964, S. 247
Der Henker, der Abdecker und der Mörder trugen ihn auf ein schnell bereitetes Gastzimmer.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„Abdecker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Abdecker>, abgerufen am 21.10.2019.

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