Aasgeier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungAas-gei-er
eWDG, 1967

Bedeutung

vom Aas lebender Raubvogel
Schimpfwort, bildlich Ausbeuter
Beispiel:
Schmeicheleien ... unter denen das Wort »Aasgeier« noch die mildeste war [WerfelMusa Dagh384]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geier · Aasgeier
Geier m. Der Name des großen aasfressenden Raubvogels ahd. (9. Jh.), asächs. mhd. gīr, mnd. gīr, gīre, mnl. ghier, nl. gier (germ. *gira-) ist Substantivierung eines mit r-Suffix zur Wurzelform ie. *g̑hēi-, *g̑hī- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ (s. ↗gähnen) gebildeten Adjektivs; vgl. mhd. gīre ‘verlangend’, frühnhd. (heute noch mundartlich) geier ‘geld-, freßgierig’, mnd. gīr, mnl. ghier ‘begierig’, dazu ahd. hofagīr ‘habgieriger Höfling’ (um 1000) und die Abstrakta ahd. gīra (11. Jh.), gīrheit (um 1000), frühnhd. Geierheit. (Zur Existenz einer zugehörigen Verbalform s. ↗Gier.) Daher ist der Vogelname zu verstehen als ‘einer, der das Maul aufsperrt, gierig ist’. Aasgeier m. (16. Jh.), häufig Schimpfwort.

Thesaurus

Synonymgruppe
Profiteur · ↗Profitmacher  ●  ↗Ausbeuter  abwertend · ↗Blutsauger  abwertend, fig. · ↗Leuteschinder  abwertend · ↗Schinder  abwertend · Sklaventreiber  abwertend, fig. · Aasgeier  ugs., abwertend, fig. · ↗Halsabschneider  ugs., abwertend, fig. · ↗Hyäne  ugs., abwertend, fig. · ↗Parasit  ugs., abwertend, fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

kreisen stürzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aasgeier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir müßten eigentlich von Raben umschwirrt sein oder von Aasgeiern, denke ich manchmal.
Die Zeit, 25.11.1994, Nr. 48
Ich bin froh, dass Sie nun weiter anständig leben können und nicht von Aasgeiern aufgefressen werden.
Bild, 25.06.2004
Er erhebt sich "mit dem unheilvollen Geflatter eines altersschwachen Aasgeiers" in die Lüfte und verschwindet schließlich über dem Meer.
Die Welt, 15.01.2000
Nun kreisten über ihren Köpfen die Schnäppchenjäger der Mischkonzerne wie Aasgeier auf der Suche nach Beute.
Süddeutsche Zeitung, 11.05.2002
Sie waren zahlreicher als die Aasgeier und fraßen alles Tote in den Gassen der Dörfer und Städte, der Landstraßen und Bergpässe.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 412
Zitationshilfe
„Aasgeier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Aasgeier>, abgerufen am 25.06.2019.

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