-lings

GrammatikAffix
Wortbildung mit ›-lings‹ als Letztglied: ↗blindlings · ↗bäuchlings · ↗häuptlings · ↗jählings · ↗knielings · ↗kopflings · ↗köpflings · ↗meuchlings · ↗rittlings · ↗rücklings · ↗seitlings · ↗sträcklings · ↗vorlings · ↗ärschlings
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

-lings adverbienbildendes Formans, im älteren Nhd. und in den Mundarten recht produktiv. Nur wenige dieser Ableitungen (in der Regel von einer nominalen Basis) sind heute noch allgemein sprachüblich; sie dienen der modalen Kennzeichnung einer Handlung (vgl. blindlings, jählings, meuchlings, rittlings), gelegentlich darüber hinaus auch der Richtungsangabe (besonders im Anschluß an Körperteilbezeichnungen, vgl. bäuchlings, rücklings, früher ebenso ärschlings, häuptlings, köpflings u. ä.). Neben -lings (mit der verbreiteten, aus erstarrten Genitiven übernommenen Adverbendung -s), das auf hd. Boden seit Anfang des 15. Jhs. bezeugt ist und vielleicht auf nd. Einfluß beruht (vgl. bereits mnd. körtelinges ‘kürzlich’, ruggelinges ‘rücklings’, willinges ‘absichtlich’ u. a.), finden sich im Frühnhd. (namentlich obd.) die Formen -ling, -lingen; sie setzen mhd. -lingen (z. B. in niuwelingen ‘kürzlich’, rückelingen ‘rücklings’, vinsterlingen ‘im Finstern’), ahd. -lingū̌n, -lingon (z. B. in arselingūn ‘rücklings’, blintilingon ‘blindlings’, stuzzelingūn ‘planlos’) fort. Daß das l dieses Wortbildungselements erst sekundär angetreten ist (wohl analog zu Ableitungen, die zum Wortstamm gehörendes -l- enthalten, vgl. etwa ahd. hālingon, -un ‘heimlich’, ītalingūn ‘vergeblich’, zu ↗Hehl bzw. ↗eitel, s. d.), zeigen die in früher Zeit gleichermaßen nachweisbaren Adverbien auf ahd. -ingū̌n, -ingon (z. B. ahd. arawingūn, ardingū̌n ‘umsonst, grundlos’, fāringūn ‘plötzlich, aus dem Hinterhalt’), mhd. (selten) -ingen (z. B. væringen ‘aus dem Hinterhalt’); vgl. entsprechendes asächs. -ungo, mnd. -ingen, -inges, aengl. -unga, -inga, got. -iggō. Diese Adverbialsuffixe haben offenbar in nominalen Flexionsformen ihren Ursprung. Im Kern stimmen sie wahrscheinlich überein mit dem bei maskulinen Substantiven vorkommenden, die Zugehörigkeit ausdrückenden Morphem germ. -inga-, -unga-, das in ahd. -(l)ing, mhd. -(l)inc, nhd. -(l)ing begegnet (z. B. Fremdling, Häuptling, Jüngling, Lehrling sowie Hering, König, Pfennig).
Zitationshilfe
„-lings“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/-lings>, abgerufen am 19.05.2019.

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