überzeugen

GrammatikVerb · überzeugte, hat überzeugt
Worttrennungüber-zeu-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungüber-zeugen2
Wortbildung mit ›überzeugen‹ als Grundform: ↗Überzeugtheit · ↗überzeugend · ↗überzeugt
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn. durch Argumente dahin bringen, dass er etw. als richtig, notwendig anerkennt
Beispiele:
jmdn. von der Schuld, Unschuld eines anderen überzeugen
jmdn. (durch Beweise) von einem Irrtum, von der Richtigkeit einer Sache überzeugen
wir konnten ihn nicht, nur schwer überzeugen
seine Einwände haben mich nicht überzeugt
er ließ sich auch durch diese Tatsache, dieses Argument nicht überzeugen
sich (von etw.) überzeugensich durch eigenes Nachprüfen Gewissheit über etw. verschaffen
Beispiele:
sich von der Wahrheit, Glaubwürdigkeit einer Aussage überzeugen
er kann sich selbst (davon, mit eigenen Augen) überzeugen, dass ...
häufig im Part. Prät.
überzeugtim festen Glauben an etw.
Beispiele:
ich bin überzeugt, dass du Recht hast, aber ...
seien Sie überzeugt (= versichert), dass wir alles tun werden, was möglich ist
überzeugt sein von
Beispiele:
von jmds. Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit überzeugt sein
er ist von dieser Meinung völlig, (felsen)fest überzeugt
davon bin ich nicht ganz überzeugt
von jmdm., von jmds. Leistung nicht überzeugt sein
spöttisch sie ist sehr von sich (selbst) überzeugt (= sie ist sehr selbstbewußt, sehr eingebildet)
er ist ein überzeugter Katholik, Linker
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeugen2 · bezeugen · überzeugen · Überzeugung
zeugen2 Vb. ‘Zeugnis ablegen, als Zeuge aussagen’, gleicher Herkunft wie ↗zeugen (s. d.), von dem es sich jedoch im 17. Jh. semantisch entfernt. bezeugen Vb. ‘durch Zeugenaussage bestätigen’, mhd. beziugen, auch ‘durch Zeugenaussage überführen’. überzeugen Vb. ‘jmdn. durch Zeugen oder entsprechende Beweismittel zur Anerkennung einer Tatsache oder Meinung bringen’, reflexiv ‘sich durch Nachprüfen Gewißheit verschaffen’ (16. Jh., geläufig 18. Jh.), mhd. überziugen ‘Zeugnis ablegen gegen jmdn., (mit Zeugen) überführen’; Überzeugung f. ‘feste Meinung, Gewißheit’ (18. Jh.), zuvor ‘Beweisführung’ (17. Jh.), ‘Überführung’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) zu überzeugen versuchen · ↗beeinflussen · ↗bewegen · ↗indoktrinieren · überzeugen  ●  ↗(jemanden für etwas) einnehmen  ugs. · ↗(jemanden für etwas) erwärmen  ugs. · ↗persuadieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
stichhaltig sein · stimmig sein · überzeugen  ●  Hand und Fuß haben  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyst Anleger Argument Bürger Gegenteil Gericht Investor Jury Konzept Kritiker Kunde Leistung Mehrheit Notwendigkeit Nutzen Qualität Richter Richtigkeit Skeptiker Unschuld Vorteil Vorzug Wähler Zweifler davon er ich sie wir Öffentlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überzeugen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir müssen sie überzeugen, daß es wert ist, Polen zu helfen.
o. A.: DAS HAT DEN POLEN NOCH GEFEHLT: DEMOKRATIE. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1989]
Ich bin zutiefst davon überzeugt, daß man einen gemeinsamen politischen Willen haben muß.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1972]
Sie können sich also jeweils überzeugen, was alles kontrolliert wurde.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 364
Ich bin überzeugt, daß Sie das kennen; Sie haben dieses Buch.
o. A.: Einhunderteinundneunzigster Tag. Mittwoch, 31. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 26483
Sie werden davon vorläufig noch nicht voll überzeugt sein können.
Scheidt, Walter: Kulturbiologie, Jena: Fischer 1930, S. 379
Zitationshilfe
„überzeugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/überzeugen>, abgerufen am 25.05.2019.

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