übernachten

GrammatikVerb · übernachtete, hat übernachtet
Aussprache
Worttrennungüber-nach-ten
Wortzerlegungüber-nachten
eWDG, 1976

Bedeutung

bei jmdm., an einem bestimmten Ort über Nacht bleiben, eine Schlafgelegenheit haben
Beispiele:
bei Freunden, Verwandten übernachten
im Hotel, Auto, Freien, unter freiem Himmel übernachten
scherzhaft bei Mutter Grün, Natur (= im Freien) übernachten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nacht · nachts · nächtlich · nächtigen · übernachten · umnachten · Nachtschatten · Nachtschattengewächs
Nacht f. ‘Zeit zwischen Abend- und Morgendämmerung, Dunkelheit’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. naht, mnd. mnl. nl. afries. nacht, aengl. nieht, niht, engl. night, anord. nātt, nōtt (auch als Zeiteinheit tveim nōttum sīðarr ‘zwei Tage später’), schwed. natt, got. nahts (germ. *naht-) können mit aind. nák (Stamm nákt-), lat. nox (Genitiv noctis), lit. naktìs, aslaw. noštь, russ. noč’ (ночь) auf ie. *nokt- ‘Nacht’ zurückgeführt werden. Schwierigkeiten macht die Erklärung von hethit. nekuz (mehur) ‘Nachtzeit’ und griech. nýx, Genitiv nyktós (νύξ, νυκτός), die auf ie. *neku̯-, *noku̯- mit suffixalem t weisen könnten. Die weitgehende Übereinstimmung der ie. Sprachen in den Ausdrücken für ‘Nacht’ (anders als bei ‘Tag’, s. ↗Tag) wird auf die Verwendung der Bezeichnung als Zeiteinheit zurückgeführt. Man zählt in alter Zeit nach Nächten, weil nur in der Nacht die der Bemessung von Monat und Jahr zugrundegelegte Beobachtung des Mondes möglich ist. Reste der alten Zählung finden sich in mhd. siben nehte, vierzehen nehte ‘sieben bzw. vierzehn Tage’ und noch in engl. fortnight ‘vierzehn Tage’. Neben das Femininum treten früh unter Einfluß von Tag flektierte Formen wie des Nachts, eines Nachts (wozu nachts Adv., s. unten). In der Verwendung von Nacht und ↗Abend (s. d.) zeigen sich landschaftliche Unterschiede bis in jüngere Zeit, insbesondere südd. steht Nacht auch anstelle von Abend, vgl. südd. Nachtmahl, nordd. Abendbrot. nachts Adv. ‘während der Nacht’, ahd. (8. Jh.), mhd. nahtes, adverbiell erstarrter Genitiv, gebildet in Analogie zu den unter ↗tags (s. d.) behandelten Formen. nächtlich Adj. ‘bei Nacht, jede Nacht’, ahd. nahtlīh (um 800), spätmhd. nehteclich. nächtigen Vb. ‘übernachten, die Nacht zubringen’ (19. Jh.). übernachten Vb. ‘über Nacht bleiben’ (16. Jh.). umnachten Vb. ‘mit Nacht umhüllen, geistig verwirren’ (18. Jh.), jünger insbesondere als Part.adj. (geistig) umnachtet. Nachtschatten m. Name mehrerer Pflanzen, ahd. nahtscato (11. Jh.), mhd. nahtschate, eigentlich ‘nächtlicher Schatten’, als Pflanzenname hingegen unerklärt. Nach den schwarzen Beeren mancher Arten? Umdeutung aus dem unter ↗Schaden (s. d.) angeführten Substantiv, da der nächtliche Blütenduft schädlich sei? Oder nach der volksmedizinischen Verwendung der Pflanzen gegen nächtliche Beschwerden wie Alpdrücken, Mondsucht? Nachtschattengewächs n. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(irgendwo) schlafen · ↗(irgendwo) unterkommen · die Nacht verbringen · einquartiert sein · ↗kampieren · untergebracht sein  ●  übernachten  Hauptform · ↗(irgendwo) pennen  ugs., salopp · ↗absteigen  ugs. · ↗logieren  geh. · ↗nächtigen  geh.
Assoziationen
Zitationshilfe
„übernachten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/übernachten>, abgerufen am 26.05.2019.

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