übel

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›übel‹ als Erstglied: ↗Übelkeit · ↗Übelmann · ↗Übelstand · ↗Übeltat · ↗Übelwollen · ↗übelberüchtigt · ↗übelgelaunt · ↗übelgesinnt · ↗übellaunig · ↗übelnehmen · ↗übelriechend · ↗übeltun · ↗übelwollen
 ·  mit ›übel‹ als Letztglied: ↗kotzübel · ↗speiübel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
von unangenehmer Wirkung auf die Sinnesorgane, widerwärtig, schlecht
Beispiele:
ein übler Geruch
einen üblen Geschmack (auf der Zunge) haben
etw. schmeckt, riecht übel
die Unglücksstelle bot einen üblen Anblick
2.
jmdm. ist, wird übeljmd. fühlt sich unwohl, fühlt sich so, als müsste er sich übergeben
Beispiele:
bei dem Anblick ist ihr übel geworden
umgangssprachlich es kann einem übel werden, wenn man das liest
3.
abwertend moralisch, charakterlich nicht einwandfrei, schlecht
Beispiele:
ein übler Bursche, Geselle
umgangssprachlich eine üble Person
einen üblen Ruf, Leumund haben
in eine üble Gesellschaft geraten
gemein
Beispiele:
jmdm. übel mitspielen (= Böses antun)
jmdn. auf üble, übelste Weise, in übler, in der übelsten Weise hereinlegen
sein Verhalten war recht übel
4.
mit nachteiligen Folgen, sehr ungünstig, unerfreulich, schlecht
Beispiele:
eine üble Geschichte
sich in einer üblen Lage befinden
etw. nimmt ein übles Ende
deine Unvorsichtigkeit kann üble Folgen haben
jmdn. wegen übler Nachrede verklagen
umgangssprachlich jmd. ist übel dran (= jmdm. geht es schlecht)
jmdm. geht es übel
es steht übel um ihn, seine Gesundheit, mit ihm, seiner Gesundheit
das hätte für dich übel ausgehen können
er hat es ziemlich übel aufgenommen, hat es (mir) übel vermerkt (= hat böse darauf reagiert)
salopp damit bin ich übel bei ihm angekommen (= bin ich abgewiesen worden)
wir hatten es mit dem Hotel übel getroffen (= waren nicht zufrieden)
umgangssprachlich nicht übelganz gut
Beispiele:
das ist, klingt nicht übel
das Kostüm kleidet dich, steht dir nicht übel
wie geht's? Danke, nicht übel!
das lässt sich nicht übel an (= verläuft bis jetzt günstig)
übertragen wohl oder übel (= ob man will oder nicht)
Beispiel:
ich werde wohl oder übel hingehen müssen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

übel · Übel · Übelkeit · Übeltat · Übeltäter
übel Adj. ‘körperlich unwohl, moralisch schlecht, unerfreulich, unheilvoll’, ahd. ubil (8. Jh.), mhd. übel, (md.) ubel, asächs. uƀil, mnd. ovel, mnl. evel, ovel, oevel, nl. euvel, aengl. yfel, engl. evil, got. ubils setzen germ. *uƀila- voraus, eine Bildung mit dem Bindevokal aufweisenden Suffix germ. -ila- (entwickelt aus ie. -lo-). Außergerm. vergleicht sich allein mir. fel ‘schlecht’, so daß ie. *upelo- ansetzbar ist. Nimmt man als Grundbedeutung ‘über das normale Maß hinausgehend’ (vgl. ahd. ubbi ‘böse handelnd’) an, ist Anschluß an die Präposition ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘(von unten) hinauf, über’ (s. ↗auf, ↗ob, ↗über) möglich. Vgl. wohl oder übel ‘gut oder schlecht’ (16. Jh.), formelhaft ‘notgedrungen, ob man will oder nicht’ (19. Jh.). Übel n. ‘Mißstand, langwierige (schwere) Krankheit, das Böse’, ahd. ubil (8. Jh.), mhd. übel, Substantivierung des Adjektivs. Daneben in älterer Sprache eine fem. Ableitung ahd. ubilī (9. Jh.), mhd. übele. Übelkeit f. ‘mit Brechreiz, Schwindel verbundenes körperliches Unwohlsein’ (18. Jh.). Übeltat f. ‘böse, verwerfliche Tat, Verbrechen’, ahd. ubiltāt (9. Jh.), mhd. übeltāt, vielleicht Wiedergabe von lat. maleficium; dazu Übeltäter m. mhd. übeltæter; vgl. ahd. ubiltāto.

Thesaurus

Synonymgruppe
schwach · übel  ●  ↗schlecht  Hauptform · ↗bescheiden  ugs., verhüllend · ↗beschissen  derb · ↗mau  ugs. · ↗mies  ugs. · nicht (so) rosig  ugs. · ↗prekär  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
elend · ↗unwohl · übel  ●  ↗hundeelend  ugs. · ↗hundsmiserabel  ugs. · ↗kotzübel  derb · ↗mulmig  ugs. · ↗speiübel  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böse · ↗fies · ↗garstig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗hinterfotzig · ↗hundsgemein · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗ruchlos · ↗schuftig · ↗schurkisch · ↗schäbig · ↗schädlich · ↗tückisch · ↗verabscheuenswert · ↗verabscheuungswürdig · ↗verwerflich  ●  hundig  österr. · ↗verrucht  veraltend · ↗infam  geh. · ↗mies  ugs. · ↗schofel  ugs. · übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bösartig · ↗böse · ↗böswillig · ↗gemein · ↗schlecht · übel  ●  ↗fies  rheinisch · ↗sauber  ironisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beigeschmack Beschimpfung Bursche Foul Geruch Gestank Gewohnheit Laune Leumund Machenschaft Machwerk Nachgeschmack Nachrede Scherz Schimpfwort Sorte Streich Trick Unterstellung Verleumdung aufstoßen beleumdet beleumundet gar mitspielen nehmen riechend ziemlich zugerichtet zurichten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›übel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber dann geht er auf einen anderen Schauspieler los, mit üblen Folgen.
Der Tagesspiegel, 25.05.2002
Wer niemanden in der kapitalistischen Welt hatte, war übel dran.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 346
Es wird eine üble Zeit, und Karl ergreift die Flucht.
Die Zeit, 29.03.1996, Nr. 14
Wir hatten bisher immer ein recht übles Menschenmaterial in dieser Stelle gehabt, aber ich war mit allen fertig geworden.
Friedländer, Hugo: Ein Liebesdrama im Berliner Tiergarten. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 8048
Und ebensowenig nahm er sie von dem Älteren übel auf.
Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 105
Zitationshilfe
„übel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/übel>, abgerufen am 26.06.2019.

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