äußern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungäu-ßern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw., sich aussprechen
a)
etw. sagen
Beispiele:
seine Meinung, Gedanken, Ansicht (freimütig, unumwunden, unverhohlen) zu einer Frage, über jmdn. äußern
er äußerte einen Wunsch, eine Bitte, seinen Willen
einen Verdacht, Zweifel, seine Bedenken, Freude, Missbilligung, Entrüstung, seinen Unwillen, sein Bedauern äußern
In meinen vier Wänden kann ich äußern, was mir paßt [BrechtFurcht u. Elend10]
b)
sich äußern
Beispiele:
sich abfällig, wegwerfend, ungünstig, lobend, befriedigt, vorsichtig über etw., jmdn. äußern
sie hat sich in diesem Sinne gegen ihn geäußert
2.
sich in, durch, als etw. äußernsich zeigen, zum Ausdruck kommen
Beispiele:
die Krankheit äußerte sich in Schüttelfrost, durch Fieber
ihre innere Erregung äußerte sich im Zittern ihrer Hände
jene Liebe, welche sich als Mitgefühl ... äußert [Rosegger30,56]
etw. äußernetw. zum Ausdruck bringen
Beispiel:
sie äußerte ihre Dankbarkeit dadurch, dass ...
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

äußern · Äußerung · entäußern · veräußern
äußern Vb. ‘zum Ausdruck bringen, aussprechen’, reflexiv auch ‘zum Ausdruck kommen, sich zeigen’. Im Mhd. steht neben den von den Adverbien ūʒ (s. ↗aus) und ūʒen (s. ↗außen) abgeleiteten Verben ūʒen, iuʒen, ūʒenen, iuʒenen bereits ūʒern, iuʒern, das seinerseits entweder zu ursprünglich adverbialem mhd. ūʒer (s. ↗außer) oder zu adjektivischem mhd. ūʒer (s. ↗äußer) gehört. Der Bedeutungsum-fang des Verbs ist im Mittelalter (für die hd. Form wie für mnd. ūteren) und auch in frühnhd. Zeit erheblich größer als in der Gegenwart. Das Verb enthält in vielfacher, besonders rechtlicher Hinsicht die Vorstellung ‘herausgeben’, auch ‘veräußern, bekanntgeben, ausweisen, ausschließen’. Reflexiv gebraucht meint es ‘sich entledigen, entäußern, sich fortmachen’. Einige der genannten Verwendungsweisen leben in den Verben veräußern, entäußern (s. unten) weiter. Im 18. Jh. bedeutet äußern vornehmlich ‘an sich sehen lassen, zeigen’ (eigentlich ‘nach außen treten lassen’). Diese Bedeutung ist seitdem, zumindest bei transitivem Gebrauch, ganz auf den mündlichen oder schriftlichen Ausdruck, (Gefühle und Meinungen) ‘aussprechen’, beschränkt. Äußerung f. ‘Bemerkung, sichtbares Zeichen, Ausdruck’, mhd. ūʒerunge ‘Äußerung, Rede, Entfernung, Ausweisung’. entäußern Vb. reflexiv ‘sich einer Sache begeben’, mhd. entiuʒern reflexiv, neben entiuʒen, entūʒenen (entsprechend den Nebenformen zum Simplex, s. oben). veräußern Vb. ‘Besitz verkaufen’, mhd. veriuʒern, verūʒern ‘veräußern, verkaufen’, reflexiv ‘sich nach außen kehren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bemerken · ↗berichten · ↗erläutern · ↗erzählen · ↗mitteilen · ↗reden · ↗sagen · ↗schildern · ↗vermerken · äußern  ●  (eine) Äußerung tätigen  Amtsdeutsch · den Mund aufmachen  ugs., auch figurativ
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
ausdrücken · ↗formulieren · in Worte fassen · ↗phrasieren · ↗sagen · ↗verbalisieren · äußern
Unterbegriffe
  • (sich) im Ton vergreifen · (sich) ungeschickt ausdrücken
  • (etwas) aufgreifen · (sich) berufen auf · (sich) beziehen auf · (sich) stützen auf · Bezug nehmen auf · ↗anknüpfen (an) · anspielen auf · sich anlehnen an · verweisen auf · zurückgreifen auf · zurückkommen auf  ●  alludieren  geh., lat., bildungssprachlich · ↗rekurrieren (auf)  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ansicht Bedenken Befürchtung Besorgnis Erwartung Hoffnung Kritik Meinung Sorge Sprecher Thema Verdacht Vermutung Verständnis Vorwurf Wunsch Zweifel besorgt darüber dazu kritisch nicht optimistisch positiv skeptisch zufrieden zurückhaltend zuversichtlich ähnlich öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›äußern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tatsächlich weiß niemand genau, wie viele Anhänger die Gruppe in Gaza hat; zu gefährlich ist es für sie inzwischen, sich offen zu äußern.
Die Zeit, 12.11.2013, Nr. 46
Ich sehe mich nicht in der Lage, mich dazu noch zu äußern.
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 61
Sie äußerten die Überzeugung, dass dies die Überwachung der Wahlen nicht beeinflussen werde.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
In seinen Bildern äußert sich die farbenfrohe Welt des Orients.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 29996
Über den konkreten Fall werde ich mich natürlich nicht äußern.
Der Spiegel, 06.04.1992
Zitationshilfe
„äußern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/äußern>, abgerufen am 18.06.2019.

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