ändern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungän-dern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ändern‹ als Erstglied: ↗änderbar  ·  mit ›ändern‹ als Letztglied: ↗abändern · ↗umändern
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., jmdn. verändern, umgestalten
Beispiele:
ein Kleid, etw. am Kleid ändern (lassen) (= ein Kleid, etw. am Kleid umändern (lassen))
das Testament, die Verfassung, ein Programm ändern
an dem Manuskript, der vorliegenden Fassung darf nichts, keine Zeile geändert werden
die Richtung, den Kurs ändern (= wechseln)
jmd. ändert seine Absichten, Pläne
den Sinn, seinen Entschluss, Ton, sein Benehmen ändern
die (bestehenden) Verhältnisse ändern
umgangssprachlich den wirst du nicht mehr ändern (= von seinen Gewohnheiten abbringen)
daran, an der Lage lässt sich (leider) nichts ändern
ich kann es nicht ändern
es ist nicht zu ändern
das ändert die Sache
Du mußt dein Leben ändern [Rilke3,117]
sich ändernanders werden, sich wandeln
Beispiele:
das Wetter wird sich ändern
die Zeiten ändern sich
ein Mensch ändert sich (in seinem Verhalten)
seine Ansichten haben sich (grundlegend) geändert
einiges, vieles, alles hat sich beständig, entscheidend, rasch, mit einem Schlage, mit der Zeit, von Grund aus geändert
daran hat sich bis heute nichts geändert
daß mit den Lebensverhältnissen der Menschen ... auch ihr Bewußtsein sich ändert [Marx-EngelsManifest30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ander · anderthalb · anderweit · anderweitig · andermal · selbander · anders · ändern
ander Num. Ord. ‘der zweite’, (heute nur mit Flexionsendung der andere, ein anderer) Pron.adj. ‘einer (von zweien), nicht derselbe’. Ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. ander, asächs. ōðar, aengl. ōþer, engl. other, anord. annarr, got. anþar, außergerm. aind. ántaraḥ, lit. añtras bestehen aus einer Verbindung des Suffixes ie. -tero-/ -toro- mit dem Pronominalstamm ie. *eno-, *ono- oder mit der Demonstrativpartikel ie. *an ‘dort’. Dazu vgl. auch (jedoch mit anderem Suffix) aind. anyáḥ, awest. anya-. Als Ordnungszahlwort der Zweizahl wird ander im Nhd. durch die junge Bildung der zweite abgelöst. anderthalb Adj. ‘einundeinhalb’, eigentlich ‘das andere (zweite) halb’, ahd. anderhalb (8. Jh.), mhd. anderhalp, spätmhd. anderthalp mit unorganischem -t- nach dem Muster der übrigen Ordinalien. anderweit Adv. ‘in anderer Hinsicht, sonstig, sonstwie’, mhd. anderweide, anderweit ‘zum zweiten Male, wiederum’, zu mhd. weid(e) ‘Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weide(platz), Tagereise’, mit Zahlwörtern verbunden (vgl. mhd. drīweide, -weit) ‘-mal’ (s. ↗Weide). Die heutige Bedeutung entwickelt sich in der Kanzleisprache unter volksetymologischer Anlehnung an weit; dazu anderweitig Adj. ‘sonstig, weiter, anderswo’ (1. Hälfte 17. Jh.). andermal Adv. ‘ein anderes Mal, zu einem anderen Zeitpunkt’ (15. Jh.). selbander Adv. ‘zu zweien’, mhd. selbe ander, selbander, d. h. ‘er selbst als zweiter’; im Mhd. und Frühnhd. verbreitet. anders Adv. ‘gegenteilig, unterschiedlich, außerdem’, ahd. anderes (9. Jh.), mhd. anders, erstarrter, adverbiell gebrauchter Genitiv. ändern Vb. ‘umgestalten, anders machen’, mhd. endern, andern, mnd. anderen, enderen, mnl. anderen.

Thesaurus

Synonymgruppe
abwandeln · ↗abändern · ↗bearbeiten · ↗editieren · ↗modifizieren · ↗umschreiben · ↗verändern · ändern
Synonymgruppe
abändern · ↗berichtigen · ↗bessern · ändern
Synonymgruppe
abwandeln · ↗abändern · ↗konvertieren · ↗ummünzen · ↗umsetzen · ↗umwandeln · ↗verarbeiten (zu) · ändern
Synonymgruppe
abändern · auf den Prüfstand stellen · ↗korrigieren · neu bestimmen · neu definieren · neu fassen · ↗revidieren · ändern · ↗überarbeiten · ↗überholen
Assoziationen
  • von Grund auf ändern · völlig verändern  ●  (etwas) auf den Kopf stellen  ugs. · ↗umkrempeln  ugs.
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschluß Einstellung Gesellschaftsvertrag Gesetz Grundgesetz Haltung Kurs Lage Meinung Name Situation Strategie Struktur Tatsache Verfassung Verhalten Verhältnis Zustand aber auch bald daran grundlegend jedoch kaum nicht schlagartig schnell viel wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ändern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es um persönliche Dinge geht, ändern sie ihr Verhalten.
Die Zeit, 27.11.2013, Nr. 47
Inzwischen sei viel passiert, nur daran habe sich nichts geändert.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 297
Wenn er das dann endlich verstünde, würde er sich schon ändern.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 106
Außerdem hat sich die theologische Lage während der letzten 50 Jahre auch in N. geändert.
Amdahl, E.: Norwegen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13710
Unser Verhalten wird an dem Verhalten unserer Gegner gar nichts ändern.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8124
Zitationshilfe
„ändern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ändern>, abgerufen am 27.06.2019.

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