Überraschung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Überraschung · Nominativ Plural: Überraschungen
Aussprache
WorttrennungÜber-ra-schung
Wortbildung mit ›Überraschung‹ als Erstglied: ↗Überraschungsangriff · ↗Überraschungseffekt · ↗Überraschungsei · ↗Überraschungsgast · ↗Überraschungsmannschaft · ↗Überraschungsmoment
 ·  mit ›Überraschung‹ als Letztglied: ↗Geburtstagsüberraschung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
meist im Singular
Erstaunen, Verwunderung (über etw. Unerwartetes), das Überraschtsein
Beispiele:
in der ersten Überraschung hatte er zugestimmt
von dieser Überraschung muss ich mich erst (einmal) erholen
vor Überraschung sprachlos sein
zu meiner (größten, nicht geringen) Überraschung mußte ich erleben, sehen, hören, dass ...
2.
plötzliches unerwartetes Geschehnis, Ereignis
Beispiele:
das war eine schöne, angenehme, böse Überraschung
spöttisch für eine Überraschung sorgen
etw. Schönes, das man nicht erwartet hat, unerwartete Freude
Beispiele:
das ist aber eine Überraschung!
ist das eine Überraschung! (= Ausruf bei einer unerwarteten Freude, besonders bei einem unerwarteten Besuch)
für jmdn. eine kleine Überraschung kaufen, haben (= für jmdn. ein Geschenk kaufen, haben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

über · überall · überein · überhaupt · übrig · übrigens · erübrigen · Überbein · überraschen · Überraschung
über Präp. zur Angabe einer räumlichen Lage ‘oberhalb’ (das Bild hängt über dem Schrank), ‘unmittelbar darauf’ (eine Schürze über dem Kleid tragen), einer nach oben gerichteten Bewegung (über etw. springen) oder Erstreckung (der Baum ragt über das Dach hinaus), einer von oben nach unten gerichteten Bewegung (Wasser über das Beet gießen), einer in die Zukunft weisenden Zeitspanne (über ein Jahr kommen wir zurück), eines Zeitraumes (über Ostern); Adv. zur Bezeichnung des Überschreitens einer Quantität, Qualität, Intensität ‘mehr als’ (über drei Kilo, über zwei Wochen), als Wortpaar über und über ‘völlig, ganz und gar, von oben bis unten’. Ahd. ubar (8. Jh.), ubari Adv. (8. Jh.), mhd. über, (md.) uber, ober, asächs. oƀar, oƀer, ofer, mnd. mnl. ōver, nl. over, aengl. ofer, engl. over, anord. yfir, schwed. över, got. ufar Präp., ufaro Adv. führen mit den außergerm. Verwandten aind. upári ‘oben, über’, awest. upairī̌, griech. hýper, hypér (ὕπερ, ὑπέρ) ‘über, im Übermaß, über … hinaus, oberhalb’, lat. (mit s-Präfix) super ‘oben, auf, darüber’, air. for ‘über, über … hinaus’ auf ie. *upér(i) ‘über, oberhalb’, auch ‘über … hinaus’, eine Bildung mit komparativischem r-Suffix zu ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘von unten hinauf, über’ (s. ↗auf, ↗ob). Die mhd. nhd. Form über (mit Umlaut) geht auf das Adverb ahd. ubari zurück. überall Adv. ‘an allen Orten, bei jeder Gelegenheit’, ahd. ubaral (8. Jh.), mhd. überal, zusammengesetzt mit dem Akkusativ Neutr. von ↗all (s. d.); vgl. mnd. mnl. ōveral, nl. overal, aengl. ofereall, engl. overall (‘umfassend’). überein Adv. ‘gleichmäßig, zusammenstimmend’, übereins (15. Jh.), mhd. überein, Zusammenrückung von mhd. über ein(ez) ‘in einem Sinne, gleichmäßig, ganz und gar’. überhaupt Adv. ‘insgesamt (gesehen)’ (15. Jh.), verstärkend bei Verneinungen (vgl. überhaupt nicht ‘ganz und gar nicht’, 18. Jh.), als Partikel in Fragesätzen ‘eigentlich, denn’ (Ende 17. Jh.), in der Handelssprache im Sinne von ‘in Bausch und Bogen, im ganzen, en gros’, vgl. überhaupt kaufen (‘insgesamt, nicht einzeln nachgezählt oder gewogen kaufen’, 18. Jh.). Zusammenrückung der Präp. ↗über mit dem Akkusativ des Substantivs ↗Haupt (s. d.), vgl. mhd. über houbet ‘über das Haupt, die Häupter hin’, d. h. ‘ohne die Stücke (Vieh, dann auch Menschen) zu zählen’; eine wohl aus der Viehwirtschaft stammende Fügung. übrig Adj. ‘(als Rest) vorhanden, verbleibend, restlich’, mhd. überic, überec; auch ‘überflüssig, überschüssig, zuviel’, vgl. ein übriges tun ‘mehr tun, als verlangt wird, als nötig ist’ (16. Jh.), aus der theologischen Sprache der Reformationszeit, eigentlich ‘mehr tun, als Gott von einem verlangt’; dazu übrigens Adv. ‘nebenbei bemerkt, gesagt, außerdem’ (Ende 17. Jh.; wohl in Analogie zu erstens); dafür auch im übrigen ‘ansonsten, außerdem’ (17. Jh.); erübrigen Vb. ‘etw. übriglassen, ein-, ersparen’, reflexiv (unpersönlich) ‘unnötig, überflüssig sein’ (Mitte 16. Jh.), aus der Kanzleisprache, älter erübern ‘übrigbehalten’ (14. bis Ende 17. Jh.). Überbein n. ‘Auswuchs einer Sehnenscheide oder Gelenkkapsel’ (besonders am Hand- oder Fußrücken), mhd. überbein; zu ↗Bein ‘Knochen’ (s. d.), eigentlich ‘darüberliegender Knochen’, da fälschlich für Kochenauswuchs gehalten. überraschen Vb. ‘unerwartet (an)treffen, in Erstaunen setzen’ (16. Jh., häufiger seit 18. Jh.), zu ↗rasch (s. d.), eigentlich ‘plötzlich über jmdn. kommen, herfallen, (den Feind) überfallen’; Überraschung f. ‘Erstaunen, Verwunderung über Unerwartetes’ (18. Jh.), ‘unerwarteter feindlicher Überfall, Überrumpelung’ (17. Jh.)

Thesaurus

Synonymgruppe
Unabwägbarkeit · ↗Unvorhersehbarkeit · unerwartetes Ereignis · Überraschung  ●  ↗Knalleffekt  fig. · ↗Paukenschlag  fig.
Assoziationen
  • augenblicklich · ↗blitzartig · ↗eruptiv · im Handumdrehen · im Nu · in einem Wink · innerhalb kürzester Zeit · mir nichts, dir nichts · ↗ruckartig · ↗zusehends  ●  im Nullkommanichts  ugs. · im Nullkommanix  ugs. · in null Komma nichts  ugs. · mit einem Ruck  ugs. · ratz-fatz  ugs.
  • Befremden · ↗Erstaunen · ↗Verwunderung
  • Aufsehen · ↗Eklat · ↗Skandal  ●  ↗Paukenschlag  fig. · ↗(großer) Knall  ugs. · ↗Skandalon  geh.
  • (ich bin) überrascht  Hauptform · (ich glaub') mich trifft der Schlag!  ugs., Spruch · (ja) ist das denn die Möglichkeit!?  ugs. · Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich. (Zitat)  ugs., Spruch · Donnerlittchen!  ugs., regional · Donnerwetter!  ugs. · Herrschaftszeiten!  ugs. · Mann Mann Mann!  ugs. · Mannomann!  ugs. · Mensch Meier!  ugs. · Menschenskinder!  ugs. · Teufel auch!  ugs. · Wahnsinn!  ugs. · ach du grüne Neune!  ugs. · ach ja?  ugs. · ach was!  ugs. · also sowas!  ugs. · alter Schwede!  ugs. · caramba!  ugs. · da bin ich (aber) sprachlos!  ugs. · da bin ich platt!  ugs. · da bleibt einem (ja) die Spucke weg!  ugs., sprichwörtlich, fig. · da hört sich doch alles auf!  ugs., Spruch · do legst di nieda  ugs., bair. · ei der Daus!  ugs., veraltet · fuck! (bewundernd)  ugs., salopp · gütiger Himmel!  ugs. · hasse (noch) Töne?!  ugs., ruhrdt. · heilig's Blechle!  ugs., schwäbisch · holla, die Waldfee!  ugs. · hört, hört!  ugs., veraltend · ich glaub es nicht!  ugs. · ich glaub's ja nicht!  ugs. · ich kann dir sagen!  ugs. · ich werd' verrückt!  ugs. · irre!  ugs. · jetzt hör sich das einer an!  ugs. · jetzt hört sich aber alles auf!  ugs. · krass!  ugs. · leck mich fett!  ugs. · lecko mio!  ugs. · leckofanni!  ugs. · mein lieber Herr Gesangsverein!  ugs., veraltet · mein lieber Scholli!  ugs., ruhrdt. · mein lieber Schwan!  ugs. · nein sowas!  ugs. · nicht zu fassen!  ugs. · nicht zu glauben!  ugs. · nun schau sich das einer an!  ugs., Spruch · oha!  ugs. · oho!  ugs. · potz Blitz  ugs., veraltet · potzblitz!  ugs., veraltet · potztausend!  ugs., veraltet · sackerlot!  ugs., veraltet · sackerment!  ugs., veraltet · sapperlot!  ugs., regional, veraltet · sapperment!  ugs., veraltet · schau mal (einer) an!  ugs. · sieh mal (einer) an!  ugs. · sowas aber auch!  ugs. · unglaublich!  ugs. · verdammt juchhe!  ugs. · verdammt nochmal!  ugs. · voll krass!  ugs. · wo sind wir denn hier!?  ugs.
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein auf · nicht gerechnet haben (mit) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein)  Hauptform · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · aus allen Wolken fallen  ugs., fig. · kalt erwischt werden  ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben  ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben  ugs., fig.
  • Twist · unerwartete Wendung

Typische Verbindungen
computergeneriert

allgemein angenehm aufwarten ausbleiben ausschließen bereithalten bergen besonder bös böse dick echt eigentlich erfreulich erleben erwarten faustdick freudig groß handfest negativ perfekt positiv sorgen toll unangenehm unliebsam vermeiden verpassen voll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Überraschung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei den Damen gab es gleich am ersten Tag die erste kleine Überraschung.
Die Zeit, 24.06.2013 (online)
In dem Fall, von dem wir sprechen, ging es keineswegs um eine Überraschung.
Der Spiegel, 29.05.2000
Ich halte diese alte Methode der Überraschung für richtiger als den heutigen Brauch.
Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 37
In allen übrigen Fällen war es also für die hohen militärischen Führer jeweils eine ziemliche Überraschung?
o. A.: Siebenundsiebzigster Tag. Freitag, 8. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1248
Ich hatte aber in dieser schweren Zeit neben solchen niederschlagenden Erfahrungen auch erfreuliche Überraschungen.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 2133
Zitationshilfe
„Überraschung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Überraschung>, abgerufen am 19.06.2019.

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