Überlegung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Überlegung · Nominativ Plural: Überlegungen
Aussprache
WorttrennungÜber-le-gung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Überlegung‹ als Letztglied: ↗Grundüberlegung · ↗Vorüberlegung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
meist im Singular
das Überlegen, Nachdenken
Beispiele:
etw. ist einer (kurzen) Überlegung wert
nach einiger Überlegung sagte er zu
bei näherer, nochmaliger, nüchterner, ruhiger Überlegung ergab sich, dass ...
2.
meist im Plural
(vorgetragene) Folge von Gedanken, die einer Entscheidung vorausgehen
Beispiele:
er schloss seine Überlegungen mit der Feststellung ab, dass ...
etw. in seine Überlegungen einbeziehen
Überlegungen anstellen (= etw. überlegen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legen · ablegen · Ableger · anlegen · Anlage · auflegen · aufgelegt · Auflage · auslegen · Auslage · beilegen · Beilager · Beilage · einlegen · Einlage · erlegen · niederlegen · Niederlage · überlegen1 · Überlegung · überlegen2 · unterlegen · Unterlage
legen Vb. ‘zum Liegen bringen’. Das gemeingerm. bezeugte Verb ahd. leg(g)en (8. Jh.), mhd. legen (auch lecken, leggen), asächs. leggian, mnd. leggen, mnl. legghen, lēghen, nl. leggen, aengl. lecgan, engl. to lay, anord. leggja, schwed. lägga, got. lagjan ist Kausativum im Sinne von ‘liegen machen’ zu dem unter ↗liegen (s. d.) dargestellten starken Verb wie russ.-kslaw. ložiti sja, russ. ložít’sja (ложиться) ‘sich legen’ zu aslaw. ležati, russ. ležát’ (лежать) ‘liegen’. ablegen Vb. ‘von sich tun, (Kleidung) ausziehen bzw. nicht mehr tragen, abladen, deponieren, vollziehen, leisten’, mhd. abelegen ‘(Kleidung) ausziehen, abladen, abgelten, auszahlen, außer Kraft setzen, Abbruch tun’; Ableger m. ‘junger Pflanzentrieb’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Auf- und Ablader’ (15. Jh.). anlegen Vb. ‘an etw. legen, ankleiden, zielen, auf etw. abzielen, bezwecken, anzetteln, entwerfen, gestalten, bewirken, nutz- und gewinnbringend verwenden’, ahd. analeg(g)en ‘an-, auflegen, hineinschicken’ (8. Jh.), mhd. anelegen ‘ankleiden, anzetteln, vorbereiten, veranschlagen, auferlegen, auf Zinsen anlegen’; Anlage f. ‘Hinzu-, Beigefügtes, nutzen- und gewinnbringende Verwendung, Begabung, Neigung, das Gestaltete (Grünfläche, Baugestaltung)’, mhd. anlāge ‘Anliegen, Bitte, Hinterhalt’. auflegen Vb. ‘auf etw. legen, aufbürden, anordnen, (von Büchern) drucken und herausbringen’, ahd. ūfleg(g)en (um 1000), mhd. ūflegen ‘auf-, auslegen, aufstellen, zeigen, ausdenken, ersinnen, erschaffen, anordnen, bestimmen, veranstalten, stiften’; aufgelegt Part.adj. ‘geneigt, gestimmt zu etw., gelaunt’ (18. Jh.); Auflage f. ‘das Auferlegte, zu Leistende, Anweisung, Gebot, Beschwerde, Beschuldigung’ (16. Jh.), ‘Auferlegung, das Aufgelegte auf eine Unterlage, Anzahl der auf einmal gedruckten und verlegten Exemplare eines Druckes’ (17. Jh.). auslegen Vb. ‘ausbreiten, zur Schau stellen, mit einem Belag versehen, Geld vorschießen, deuten, interpretieren’, mhd. ūʒlegen ‘zum Verkauf anbieten, besetzen, verbrämen, ausrüsten, erfüllen, schmücken, darlegen, bestimmen, verabreden, deuten, erklären’; Auslage f. ‘Kosten, verauslagtes Geld, zur Ansicht ausgebreitete Ware, das Auslegen, zur Ansicht Bereitlegen’ (16. Jh.). beilegen Vb. ‘danebenlegen, hinzufügen, mitschicken, beseitigen, (Streit) schlichten’, ahd. bileg(g)en ‘be-, hinlegen, legend bedecken’ (8. Jh.), mhd. bīlegen ‘(sich) dazulegen (zum Beilager)’; Beilager n. ‘Eheschließung, Beischlaf’, mhd. bīleger, frühnhd. bī-, beilager (Ende 14. Jh.); Beilage f. ‘das Beigefügte’ (vielfach kanzleisprachlich von Schriften, Listen), ‘Zukost’, älter auch ‘anvertrautes Gut’ und ‘Beilager’ (15. Jh.). einlegen Vb. ‘hineinlegen, konservieren, mit einer Einlage verzieren, einzahlen’, mhd. īnlegen ‘ein-, hineinlegen, gegen jmdn. eine Klage vorbringen’; Einlage f. ‘das Hineingelegte, Versteifung (bei Kleidern), angelegtes oder eingezahltes Geld, Spargeld’ (16. Jh., bereits früh im Bankwesen). erlegen Vb. ‘(Wild) töten, (durch Tötung) niederlegen’, auch ‘einen Geldbetrag entrichten’, ahd. irleg(g)en ‘auferlegen, entgegensetzen, bestimmen’ (8. Jh.), mhd. erlegen ‘niederlegen, aus-, ein-, belegen, schlichten’. niederlegen Vb. ‘etw., sich hinlegen, ein Amt aufgeben’, ahd. nidarleg(g)en ‘hinwerfen, -legen, -stellen’ (9. Jh.), mhd. niderlegen ‘niederlegen, besiegen, beseitigen, abstellen, in Beschlag nehmen’; Niederlage f. ‘das Besiegtwerden, Unterlegensein, Warenlager, Großhandelszweigstelle’, mhd. niderlāge ‘das Niederlegen, -sinken, Sichniederlassen, Aufenthalt, Ruhe, Verlust, Schaden, das Niedermetzeln’. überlegen1 Vb. ‘überdecken, nachdenken, bedenken, erwägen’, ahd. ubarleg(g)en ‘vorwerfen, vorhalten’ (um 1000), mhd. überlegen ‘überziehen, bedecken, belegen mit, über-, zu-, zusammenrechnen’; Überlegung f. ‘Erwägung, das Bedenken’ (18. Jh.). überlegen2 Vb. ‘über etw. legen, ein Tuch umnehmen, ein Kind strafen’ (18. Jh.). unterlegen Vb. ‘als Unterlage darunterschieben, zuschreiben’, ahd. untarleg(g)en ‘stützen, unterstellen’ (8. Jh.), mhd. underlegen; Unterlage f. ‘Fundament, Grundlage, das Untergelegte, (beweisendes) Schriftstück, Beweisstück’, mhd. underlāge ‘Unterwerfung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedacht · ↗Berechnung · ↗Betrachtung · ↗Erwägung · ↗Gedanke · ↗Kalkül · ↗Reflexion · ↗Vorstellung · Überlegung
Assoziationen
Synonymgruppe
Behandlung · ↗Darlegung · ↗Erläuterung · ↗Eruierung · ↗Erörterung · Überlegung
Synonymgruppe
Gedankenexperiment · ↗Gedankenspiel · Überlegung
Unterbegriffe
  • Trolley-Problem · Weichenstellerfall

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausgangspunkt Hintergrund Mittelpunkt Vordergrund angestellt anstellen beruhen betriebswirtschaftlich derartig einbeziehen entsprechend ernsthaft folgend grundsätzlich konkret konzeptionell nüchtern rational reiflich solch sorgfältig steuerlich strategisch taktisch theoretisch vernünftig wahltaktisch wirtschaftlich ähnlich ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Überlegung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist also sicher eine Überlegung wert, ob jeder neue Partner direkt den Kindern präsentiert werden muss.
Die Zeit, 16.05.2012 (online)
Bisher waren die Philosophen mit ihren Überlegungen immer von der Welt der Objekte ausgegangen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 320
Wir gehen für diese Überlegung in der umgekehrten Reihenfolge vor.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 114
Von ihren eigenen Überlegungen führt kaum ein direkter Weg zu philosophischen.
Adorno, Theodor W.: Philosophie und Lehrer. In: Kadelbach, Gerd (Hg.) Erziehung zur Mündigkeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1973 [1966], S. 26
Das sind Überlegungen, die sie zu diesen Fragen bereits bei Beginn unserer Arbeit zum Ausdruck bringen wollte.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1955]
Zitationshilfe
„Überlegung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Überlegung>, abgerufen am 25.04.2019.

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